Pensionskasse et cetera

Diese Abzüge müssen Sie einkalkulieren

Das ist das Problem vieler Unternehmer und Gründer: Sie sind alles zugleich – Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Selbstständige. Dies macht den Umgang mit den Sozialversicherungen so kompliziert. Hier die Liste der Abzüge und Verpflichtungen.

Die Finanzierung der Sozialversicherungen ist politisch häufig umstritten und bei den Revisionen häufig ein zentraler Aspekt. Es gibt unterschiedliche Modelle zur Finanzierung der Sozialversicherungen: Die Finanzierungsmodelle unterscheiden sich je nach Art der Versicherung grundlegend.

Mögliche Finanzierungsmodelle sind Einkommensbeiträge, Vermögensbeiträge, Kopfbeiträge, Beiträge der öffentlichen Hand, Regresseinnahmen sowie sonstige Einnahmen.

  • Einkommensbeiträge kommen dort in Betracht, wo die zur Finanzierung herangezogenen Personen sowie die leistungsberechtigten Personen übereinstimmen. Dies ist beispielsweise bei der Arbeitslosenversicherung und der beruflichen Vorsorge der Fall.
  • Vermögensbeiträge haben eine wichtige Funktion bei der Berechnung von AHV-Beiträgen von Nichterwerbstätigen.
  • Kopfbeiträge sind dadurch charakterisiert, dass sie für jeden Versicherten gleich hoch sind. Die Krankenpflegeversicherung ist die einzige Sozialversicherung die in der Schweiz mit Kopfbeiträgen finanziert wird.
  • Beiträge der öffentlichen Hand können ebenfalls zur Finanzierung beitragen. Dies ist namentlich im Bereich der Ergänzungsleistungen sowie bei der Militärversicherung der Fall.
  • Regresseinnahmen sind vor allem in der Unfallversicherung von erheblicher Bedeutung.
  • Zu den sonstigen Einnahmen gehört der Mehrwertsteueranteil welcher zu Gunsten der AHV verwendet wird.

Was davon betrifft wen?

1. Die Arbeitnehmer

Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sind verpflichtet, bestimmte Beiträge an die Sozialversicherungen zu bezahlen. Die Arbeitnehmer müssen Beiträge an folgende Sozialversicherungen leisten:

  • AHV 4.2 Prozent,
  • IV 0.7 Prozent,
  • EO (Erwerbsersatzordnung): 0.25 Prozent,
  • ALV (Arbeitslosenversicherung): 1.1%.

Hinzu kommen meistens Beiträge an die berufliche Vorsorge, also an die Pensionskasse. Dies, sobald der Lohn eines Mitarbeiters (oder das eigene Gehalt) den Koordinationsabzug übersteigt; die Summe liegt derzeit bei 24’570 Franken.

Weiter muss die Firma die Beiträge an die Versicherung von Nichtberufsunfällen der Arbeitnehmer bezahlen.

2. Die Arbeitgeber

Im Bereich der AHV/IV/EO sind die Beiträge der Arbeitgeber analog ausgestaltet zu denjenigen der Arbeitnehmer.

Bei der beruflichen Vorsorge müssen die Arbeitgeber mindestens gleich hohe Beiträge bezahlen wie die Arbeitnehmer.

Die Arbeitgeber müssen für die Versicherungsprämien für Berufsunfälle und Berufskrankheiten übernehmen.

Die Familienzulagen werden in der Regel durch den Arbeitgeber bezahlt, die Kantone sind in diesem Bereich allerdings für die Finanzierung zuständig und können entsprechende Regelungen erlassen.

3. Die Selbständigerwerbenden

Auch Selbständigerwerbende müssen zur Finanzierung der Sozialversicherungen beitragen. Obligatorisch versichert sind sie aber nur in den Zweigen der AHV/IV/EO obligatorisch versichert – und zusätzlich noch im Bereich der Familienzulagen.

Die Beitragssätze lauten hier wie folgt:

  • AHV: 7.8 Prozent,
  • IV: 1.4 Prozent,
  • EO: 0.5 Prozent.

Bei tiefen Einkommen sind prozentual tiefere Sätze zu entrichten. Für Jungunternehmer massgeblich ist vor allem die Frage, ob sie als Selbständige gelten oder nicht. Je nach Qualifikation ergeben sich daraus erhebliche Konsequenzen in der Höhe der zu bezahlenden Sozialversicherungsbeiträgen.

Der Beitrag stammt von Walter Regli, Jurist und Mitgründer von Startups.ch.

 

Bild: Pedro Simoes, Flickr CC

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