Kosten optimieren

In acht Schritten zur passenden beruflichen Vorsorge

Mehr als die Hälfte der Schweizer KMU haben ihr Pensionskassenmodell seit der Gründung mindestens einmal geändert. Dieser 8-Punkte-Plan gibt eine Anleitung für einen erfolgreichen Versicherungswechsel.

Anpassungen an der Vorsorgelösung (BVG) sind bei KMU keine Seltenheit. Laut der Studie «Berufliche Vorsorge aus Sicht der KMU» der Hochschule Luzern vom November 2015 haben über die Hälfte der rund 600 befragten Betriebe mit 10 bis 249 Mitarbeitern seit ihrem Bestehen ihr Pensionskassenmodell mindestens einmal gewechselt. Der Grund lag meistens bei den Kosten. Oft ist es aber so, dass mit tieferen Kosten auch schlechtere Leistungen einhergehen. Es ist deshalb wichtig, die richtige Balance zwischen Sparen, Risikoabdeckung und Kosten zu finden.

 

Für KMU ist die Wahl der richtigen beruflichen Vorsorgelösung also eine Herausforderung. Mit einer guten Lösung möchten Unternehmen einerseits ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, als attraktiver Arbeitgeber gelten und dem Bedürfnis nach Sicherheit entsprechen. Andererseits sind damit auch höhere Kosten verbunden. Da sich KMU mit den Jahren stark weiterentwickeln, ist es wichtig, die bestehende Vorsorgelösung regelmässig zu überprüfen. Dabei können Leistungen und Kosten optimiert werden. Sich genügend Zeit für die Auswahl zu nehmen und verschiedene Anbieter zu prüfen, lohnt sich deshalb auf alle Fälle.

 

Der Masterplan für einen erfolgreichen Wechsel der Vorsorgelösung besteht aus den folgenden acht Schritten:

 

1. Planen Sie regelmässige Situationsanalysen

In der Regel sollte eine Situationsanalyse alle vier bis fünf Jahre durchgeführt werden. Da die Materie komplex und eine seriöse Überprüfung mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, sind jährliche Analysen nicht zu empfehlen und meist auch nicht notwendig. Da die bestehende Versicherung immer per Ende Jahr ausläuft und jeweils per 30.6. kündbar ist, sollten Sie mit dem Vergleich wenn möglich bereits im Januar beginnen. Dies erlaubt Ihnen, ohne Zeitdruck die Vorsorgesituation zu evaluieren und die richtige Entscheidung zu fällen. Beachten Sie auch die Vertragslaufzeiten, die Sie einhalten müssen. Normalerweise belaufen sich diese auf drei Jahre.

 

2. Form der Vorsorgelösung klären

Klären Sie ab, ob die laufende Vorsorgelösung mit der heutigen Form des Betriebs noch übereinstimmt. Beschäftigen Sie mittlerweile so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass es sich lohnt, einen Kader- und Mitarbeiterplan abzuschliessen? Wie sieht es mit den Koordinationsabzügen aus? Möchten Sie den Koordinationsabzug geltend machen, um die Kosten tief zu halten, im Gegenzug dafür aber auch entsprechend schlechtere Leistungen erhalten? Oder soll der ganze Lohn versichert werden? Wenn Sie einen Koordinationsabzug einplanen, soll dieser bei allen Mitarbeitern zu 100 Prozent abgezogen werden oder bei Teilzeit-Mitarbeitern passend zum Pensum, also beispielsweise zu 40 Prozent? Beachten Sie, dass es bei Verträgen für wenige Mitarbeiter oft nur Standard-Lösungen gibt. Ist Ihr Unternehmen gewachsen, können Sie eine individuelle, auf Ihren Betrieb und die Mitarbeiter angepasste Vorsorgelösung wählen. Hat Ihr Unternehmen zum Beispiel viele junge Angestellte ohne Kinder, braucht es entsprechend tiefe Kinder-Leistungen. Versichern Sie nichts, das Sie nicht brauchen.

 

3. Vollversicherung oder (teil-)autonome Lösung?

Ein wichtiges Kriterium ist die Wahl zwischen einem Vollversicherer und einer teilautonomen/autonomen Versicherung. Während bei letzteren die Deckung der Altersguthaben den Schwankungen der Finanzmärkte unterliegt, garantieren die Vollversicherungen jederzeit eine volle Deckung. Diese Kapitalgarantie ist nicht gratis, sie widerspiegelt sich unter anderem in höheren Versicherungsprämien. Da eine teilautonome/autonome Pensionskasse keine Vollversicherung garantiert, fährt sie eine entsprechend risikoreichere Anlagestrategie. Damit kann unter Umständen eine höhere Rendite erzielt werden, es kann aber andererseits auch eine Unterdeckung entstehen. Die angeschlossenen Unternehmen und die Versicherten müssen dabei die Unterdeckung in der Regel mitfinanzieren. Das kann monatlich pro Mitarbeiter zusätzliche Kosten von mehreren hundert Franken bedeuten.

 

4. Individuelles Angebot oder Standardvorsorge?

Prüfen Sie, ob für Ihren Betrieb ein individuelles Angebot möglich ist. Die Möglichkeit, verschiedene Vorsorgepläne für verschiedene Mitarbeitergruppen abzuschliessen, hängt von der Unternehmensgrösse und der Mitarbeiterzahl ab. Die BVG-Versicherer bieten individuelle Lösungen in der Regel nur für grössere Unternehmen an. Für kleinere Firmen mit wenigen Mitarbeitern führen die Versicherungen in den meisten Fällen standardisierte Angebote. Das hat den Vorteil, dass die Kosten tief gehalten werden können. Da diese Angebote jedoch oft verschiedene Sparsätze haben, ist ein Vergleich schwierig. Der persönliche Kontakt mit einem Anbieter kann helfen, zu verstehen, was ein Produkt genau beinhaltet.

 

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Für welche Bereiche der Personenversicherung oder Vorsorge suchen Sie Unterstützung?

 

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5. Der richtige Vorsorgeplan

Bevor Sie einen Vergleich konkret anpacken, sollten Sie bestimmen, welcher Vorsorgeplan für Sie der richtige ist. Diese grundsätzliche Bedürfnisabklärung machen Sie am besten mit dem Berater Ihrer bestehenden Versicherung, sofern Sie mit ihm zufrieden sind. Nehmen Sie sich für ein solches Gespräch Zeit und definieren Sie dabei die Höhe des Sparteils und die Abdeckung des Risikoteils. Lassen Sie sich auch den Umwandlungssatz und die Kosten unterbreiten. Ein Vergleich macht zudem nur innerhalb der gleichen Variante, also zwischen Vollversicherungen respektive teilautonomen/autonomen Versicherungen Sinn.

 

6. Vergleichsofferten einholen

Wenn Sie den neuen gewünschten Plan definiert haben, sind Sie bereit, Vergleichsofferten einzuholen. Achten Sie darauf, dass die Versicherer die Basis nicht verändern. Das heisst, die Prozentsätze für das Sparen und den Risikoteil müssen in jeder Offerte identisch sein.

 

7. Transparent ausgewiesene Kosten

Verlangen Sie von den Versicherern, dass einerseits die Leistungen des Sparanteils, der Risikoprämien und andererseits die administrativen Kosten separat ausgewiesen werden. Damit können Sie Gleiches mit Gleichem vergleichen. Risiko- und Verwaltungskosten fallen meist sehr unterschiedlich aus. Um die Kosten zu vergleichen, zählen Sie am besten die Risikoprämien und die Verwaltungskosten zusammen. Aufgepasst: Willkürlich eingeholte Angebote unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch im Versicherungsschutz. Eine «günstige» Versicherung kann so schnell teuer werden. Also immer Preis und Leistung vergleichen.

 

8. Preissenkungen ausloten

Möchten Sie nach sorgfältigem Vergleichen bei Ihrem aktuellen Versicherer bleiben, prüfen Sie, ob es generelle Preissenkungen bei den Prämien gab. Diese werden bestehenden Kunden von den meisten Pensionskassen nicht einfach so weitergegeben. Es ist deshalb sinnvoll, in einem solchen Fall über eine neue Tarifeinstufung zu verhandeln.

 


Was müssen Sie bei der Wahl einer BVG-Lösung beachten?

  • Höhe des Sparanteils
  • Festlegung des Risikoteils
  • Höhe der Administrationskosten
  • Vollversicherungen oder teilautonome/autonome Sammelstiftung
  • Spezielle Kaderlösungen
  • Umwandlungssatz

 


Priska Schoch, Co-CEO GrypsAutorin:

Priska Schoch ist Co-CEO bei GRYPS Offertenportal AG. Der Offertenservice Gryps.ch hat sich darauf spezialisiert, KMU bei der Beschaffung von Office-Equipment und Dienstleistungen zu unterstützen. Dazu nimmt Gryps den Unternehmen die Suche nach dem passenden Anbieter ab. Statt stundenlanger Recherchen im Netz finden Kaufinteressenten innert kurzer Zeit über Gryps.ch zu drei passenden Anbietern. Die Bandbreite von möglichen Produkten und Services, die man sich via Gryps offerieren lassen kann, reicht dabei von der Software-Entwicklung über Büroinfrastruktur bis hin zum HR-Outsourcing. Für Kaufinteressenten ist die Dienstleistung kostenlos.


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