Acht Thesen zur Digitalisierung

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf den Arbeitsalltag und die Gesellschaft? Digitalstratege Christoph Hess hat aufgrund der laufenden Entwicklung für die Xing-Eventreihe #expulZ acht Thesen aufgestellt, welche die weitreichenden Auswirkungen zeigen.

Christoph Hess referiert am #expulZ-Event über digitale Trends. (Alle Fotos: Mike Flam)

 

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt in allen Bereichen, von der Produktion über Marketing und Verkauf bis hin zur Kundenkommunikation. Christoph Hess, Digitalstratege bei der Social-Media-Agentur Kuble AG, hat anlässlich des Events #expulZ der Xing Community Zürich acht Thesen aufgestellt. Sie zeigen, wie sich die Digitalisierung entwickelt.

 

1. Big Data beginnt im Kleinen

Big Data heisst nicht einfach «viele Daten», sondern bezeichnet den Wert, den vorhandene Daten aufweisen. Die Analyse dieser Informationen und die Nutzung im Geschäftsalltag werden zentral.

 

2. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans im Webinar

Die Halbwertszeit von Wissen wird immer kürzer. Webinare, also Kurse übers Web, gewinnen deshalb an Bedeutung. Das gilt nicht nur für die Weiterbildung. Webinare können auch für ein neues Geschäftsmodell stehen.

 

3. Zeit ist wertvoller als Klicks

Bei Bannerwerbung (sogenannte Display Ads) und Artikeln beispielsweise auf dem Firmen-Blog geht es nicht mehr um die Masse. Stattdessen wird die Verweildauer wichtiger. Denn sie sagt etwas aus über das Interesse eines Besuchers. Anstelle der Quantität (Klick- und Besucherzahlen) tritt die Qualität (Aufenthaltsdauer).

 

4. Snaps sagen mehr als 1000 Tweets

Unter den sozialen Netzwerken wachsen bildorientierte Plattformen schneller als textlastige. Instagram und neuerdings Snapchat weisen höhere Zuwachsraten auf als Facebook und Twitter. Und mit Periscope von Twitter und Facebook Live stehen bereits die ersten sozialen Videoplattformen am Start. Diese Kanäle sollten also in die Online-Strategie miteinbezogen werden.

 

5. Innovation spricht (Digital-)Chinesisch

Wenn es um innovative digitale Plattformen und Produkte geht, sind chinesische Anbieter ganz vorne dabei. Der Handyhersteller Xiaomi wird vom Wall Street Journal bereits als zweitwertvollstes Start-up hinter Uber geführt. Und die Online-Schnäppchenplattform AliExpress gehörte letztes Jahr bei Google zu den Such-Trends mit den höchsten Zuwachsraten – in der Schweiz.

 

6. Social Media wird erwachsen

Die Nutzung sozialer Netzwerke wird zur Selbstverständlichkeit. Das führt zu einem Hierarchiewandel: digital kommt vor analog. So zieren etwa ausgedruckte Online-Rezensionen die Gestelle von Amazons geplanten physischen Buchhandlungen. Oder ein Restaurant macht am Eingang Werbung mit der guten Bewertung auf Yelp.

 

7. Automatisiere oder du wirst automatisiert

Automatisierungs-Tools wie IFTTT oder Znapier automatisieren Abläufe. BMW nutzt beispielsweise IFTTT, um beim Heranfahren automatisch das Garagentor zu öffen - ein USP für den Autohersteller.

 

8. Digitalisierung wird zu einem politischen Thema

Ob Unterstützung für innovative Start-ups, die Diskussion übers Sammeln persönlicher Daten, öffentlich zugängliche Behördendaten (Opendata) oder ein allfälliger Stellenabbau aufgrund von Rationalisierungen und Automatisierungen: Die Digitalisierung wirft auch Fragen auf, die auf politischer Ebene beantwortet werden müssen.

 

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