Arbeitszeit

Ein «Ja, aber» zur Zeiterfassung

Die Erfassung der Arbeitszeit ist in der Schweiz grundsätzlich Pflicht. Doch die neue Verordnung, die anfangs 2016 in Kraft getreten ist, sieht gewisse Ausnahmen vor.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz ist es grundsätzlich Pflicht, die Arbeitszeit zu erfassen. Dies ist in der Verordnung 1 des Arbeitsgesetzes (ArGV 1; PDF) festgehalten. Doch diese Pflicht ist umstritten und wird auch nicht überall eingehalten. Konflikte treten etwa auf, wenn jemand flexibel arbeitet, beispielsweise am Morgen zuhause den Tag vorbereitet, zwischendurch einen privaten Termin wahrnimmt und abends dafür im Homeoffice die letzten Mails beantwortet. In solchen Fällen erwies sich die bisherige Regelung oft als zu starr.

Per 1. Januar 2016 wurde diese Verordnung nun revidiert. Sie lockert die Bestimmungen zur Zeiterfassung etwas. Die neue Regelung erlaubt in den folgenden zwei Fällen Ausnahmen:

 

Keine Zeiterfassung:

Arbeitnehmer mit grosser Zeitautonomie, einem Bruttojahreseinkommen inklusive Boni von über 120’000 Franken und einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) können von der Pflicht zur Zeiterfassung befreit werden. Dazu ist die schriftliche Zustimmung nötig.

 

Pauschale Zeiterfassung:

Arbeitnehmer mit grosser Zeitautonomie müssen nur noch die Dauer der täglichen Arbeitszeit erfassen, sofern sie keine Wochenendarbeit leisten. Voraussetzung ist eine kollektive Vereinbarung zwischen dem Chef und der Arbeitnehmervertretung oder der Mehrheit der Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter. Bei KMU mit weniger als 50 Beschäftigten reicht eine individuelle Zustimmung.

 

Weiterführende Informationen wie Weisungen und Erklärungen finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO.

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