StartUp Challenge

Gewinner der Swisscom StartUp Challenge stehen fest

Am Finale der Swisscom StartUp Challenge wurden aus zehn Finalisten fünf Teams ausgewählt, die im Oktober für eine Woche ins Silicon Valley reisen – und sich Hoffnungen machen dürfen auf eine Zusammenarbeit mit Swisscom.

Das Grüppchen steht in angeregtem Gespräch zusammen, draussen, unter freiem Himmel. Es ist kühl und nieselt leicht, doch das scheint keiner zu bemerken. Oder es ist nicht wichtig. Die fünf Männer sind Jury-Mitglieder in der Swisscom StartUp Challenge und entscheiden, welches Jungunternehmen eine Woche ins Silicon Valley darf und fast noch wichtiger: Vielleicht einen Partnerschaftsvertrag mit Swisscom bekommt. Was sind da schon ein paar Regentropfen.

Zehn Startups sind an diesem grauen Freitag nach Zürich gepilgert in den brandneuen Swisscom Business Campus an der Turbinenstrasse. Diese zehn haben es geschafft, 140 Konkurrenten zu überflügeln und zwei Ausscheidungsrunden zu überstehen. Sie dürfen – oder müssen – heute vor die Jury stehen und haben zehn Minuten Zeit, die rund 30 Männer und Frauen von ihrer Idee zu überzeugen. Eine Herausforderung, die nicht alle gleich gut meistern.

Bereits zum dritten Mal hat Swisscom die StartUp Challenge ausgeschrieben. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Roger Wüthrich-Hasenböhler, Leiter Geschäftsbereich KMU. Er ist begeistert über die eingereichten Projekte: „Ich bin wirklich verblüfft, wie sich die Qualität der Bewerbungen in den letzten vier Jahren zum Positiven verändert hat“. Nicht, dass die Gewinner früher nicht tolle Geschäftsideen gehabt hätten, schiebt er gleich nach. Aber heute liege das Feld sehr viel dichter zusammen und es sei schwieriger, unter die letzten zehn zu kommen. Roger Wüthrich-Hasenböhler führt das einerseits auf die zunehmende Bekanntheit des Wettbewerbs zurück, aber auch auf eine Professionalisierung der Startup-Szene.

Die härteste Prüfung – zumindest für die Jury – ist aber nicht die Wahl der fünf Gewinner an diesem Tag, sondern die Selektion der letzten zehn Startups. „Das war richtig schwierig“, erzählt David Luyet, Talent Scout bei Swisscom. „Wir hatten 50 wirklich gute Projekte und mussten daraus 10 auswählen. Ein verantwortungsvoller und interessanter Job. Aber anstrengend.“ Die Ausscheidungskriterien waren vielfältig. An erster Stelle stand die Geschäftsidee: Sie sollte aus dem Technologieumfeld kommen, in dem sich auch Swisscom bewegt. „Einige sehr gute Startups schafften es nicht ins Finale, weil sie thematisch nicht passten. Ich bin aber überzeugt, dass diese Firmen ihren Weg machen werden“, stellt Beat Schilling, Business Angel und Gründer von Venturelab fest. Venturelab ist Co-Veranstalter der Startup Challenge.

Für die jungen Unternehmer – Unternehmerinnen waren äusserst dünn gesät im Final – ging es also um einiges. Die einwöchige Reise ins Silicon Valley wird von vielen als Türöffner und Weiterbildung verstanden. Von einer hochkarätigen Jury, in der das oberste Management der Swisscom einsitzt, wahrgenommen zu werden, dürfte für die meisten genauso wichtig sein. Es unter die letzten zehn geschafft zu haben, machte alle stolz – und etwas nervös. „Das gehört dazu“, betont aber Kaspar Helfrich von Archilogic, die mit einer 3D-Lösung am Start sind. Zehn Minuten Zeit haben die Finalisten, um bei der Jury zu punkten. Viele Projekte sind absolutes Hightech, die Lösung in dieser kurzen Zeit zu erklären, praktisch unmöglich. Es muss also um anderes gehen: Ist die Vision nachvollziehbar, erlaubt die Konkurrenz einen neuen Player, tritt man mit dem nötigen Selbstbewusstsein auf?

Die meisten haben schon einiges an Erfahrung gesammelt: Ein Startup zu finanzieren, womöglich Dutzende von Millionen aufzutreiben allein aufgrund einer Idee ist Knochenarbeit. Veranstaltungen wie die Swisscom StartUp Challenge sind überlebenswichtig, hier zu punkten essenziell. „Ich lerne an jeder Veranstaltung dazu“, betont Daniel Gradenegger. Im April war er in London im Halbfinal der Innotribe, heute im Final der Swisscom StartUp Challenge. „Damals trat ich zu bescheiden auf, das werde ich heute ändern.“

Nach zehn Präsentationen, engagierten Diskussionen im Plenum und einer akribischen Notenverteilung müssen fünf Gewinner ausgewählt werden. Aus der Jury bilden sich fünf Einzelgruppen, die jede einen Bewerber als Sieger bestimmen kann. Die Gruppen ziehen sich zurück, in eine Ecke oder nach draussen, wo es regnet. Das spielt aber keine Rolle, es geht heute um Wichtigeres. Um die Zukunft engagierter, intelligenter und initiativer junger Menschen. „Diese Startups sind die Zukunft der Schweiz“, betont denn auch Roger Wüthrich-Hasenböhler. Darum verdienen sie es, dass sich die Jury intensiv mit den Projekten auseinandersetzen. Am Schluss stehen Archilogic, Ava, Gamaya, Gimalon und Monetas als Gewinner fest. Dazu gesellen sich fünf weitere Startups, die sich keineswegs als Verlierer fühlen müssen – immerhin konnten sie sich heute im besten Licht zeigen.

Jetzt lesen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.