Tabu-Thema?

Stress muss nicht sein

Mit über vier Millionen Erwerbstätigen steht mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im Arbeitsprozess. Immer wieder hört man im persönlichen Umfeld «ich bin im Stress, habe zu viel zu tun». Doch es gibt Möglichkeiten, Stresssituationen zu vermindern.

Stress und andauernde Belastungen sind bedauerlicherweise Teil der Realität in der Arbeitswelt geworden und gehören heute zu den grössten Kostenverursachern in Schweizer Unternehmen. Die volkswirtschaftlichen Kosten für Stress am Arbeitsplatz werden auf mehr als vier Milliarden Franken pro Jahr geschätzt – Tendenz steigend.

Was ist eigentlich Stress?

Stress ist nicht immer negativ. Im Gegenteil, man kann sich täglich ohne Beeinträchtigung der Gesundheit in Stresssituationen befinden, solange ausreichende Erholungsphasen folgen. Stress setzt im menschlichen Gehirn spezielle Hormone frei und steigert so das Leistungsvermögen. Es hat erst dann negative Folgen, wenn sich das menschliche System nicht genügend von den Auswirkungen des Stresses erholen kann. Dann wird Stress zu einem Problem, das nicht selten die Gesundheit beeinträchtigt.

Das volle Programm

Zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz berichten über Stress oder Zeitdruck. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Auf der einen Seite sind die oftmals wandelnde Arbeitswelt, der enorme Zeitdruck und die stetig steigenden Anforderungen an die Mitarbeitenden Ursachen für Stress und Überforderung. Andererseits muss je nach Lebensphase der Job mit anderen Lebensbereichen wie Partnerschaft, Familie, Sport, Politik, Kultur oder Freiwilligenarbeit vereinbart werden.

Stress darf kein Tabu sein

Stress ist ein subjektives Empfinden, das von Arbeitnehmenden ganz individuell wahrgenommen wird. Deshalb gibt es zur Stressreduktion oder –prävention keine Standardlösung. Doch die Unternehmen wie auch Arbeitnehmende sind dem Stress und dessen Folgen nicht wehrlos ausgeliefert. Erkenntnisse aus der betrieblichen Gesundheitsförderung zeigen, dass Unternehmen durchaus Möglichkeiten haben, die Belastung der Arbeitnehmenden ausgeglichen zu gestalten. So ist beispielsweise die Schulung der Führungskräfte ein zentrales Element der Stressprävention in Unternehmen. Die Vorgesetzten arbeiten direkt mit den Teams zusammen und müssen erkennen, wann ihre Mitarbeitenden unter Stress leiden. Weil Stress sehr individuell empfunden wird, macht es das für sie nicht immer einfach. Wichtig ist, durch einen offenen Umgang dazu beitragen, dass das Thema Stress im Unternehmen enttabuisiert wird.

Der Stresstest

Das Stress-Barometer S-Tool ist ein Instrument für Unternehmen. Es handelt sich um einen internetbasierten Fragebogen, der anonym und mit wenig Aufwand einen detaillierten Überblick über das Stressgeschehen im Unternehmen wiedergibt. Die Ergebnisse zeigen, wie hoch die subjektiv erlebten Belastungen sind und wie es um das momentane Befinden der Belegschaft bestellt ist. Die Mitarbeitenden erhalten unmittelbar nach dem Ausfüllen des Fragebogens die individuellen Ergebnisse mit Tipps zum Umgang mit Stress. Diese Erkenntnisse ermöglichen ein aktives Stressmanagement, das unterstützt, das Arbeitsklima angenehm zu gestalten und die Produktivität zu erhöhen. Eine klassische Win-Win-Situation. 

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