Der Krach-Test

Wann ist es Zeit, dass ich mich von meinem Geschäftspartner trenne?

Firmen sind wie Ehen: Man startet euphorisch, es entsteht ein Team – und dann folgt die Ernüchterung. Wie vermeiden Gründer und Firmenpartner, dass es am Ende zur Kampfscheidung kommt?

Zahlreiche Firmen werden nicht von Einzelpersonen gegründet, sondern von zwei Partnern – oder gar von ganzen Teams. Hier lauern besondere Gefahren. Denn mit der Entwicklung der Gesellschaft ändern sich oft auch die Vorstellungen und Interessen der Partner; und am Ende droht der Streit. Manch ein Unternehmen ging schon unter, weil die Gründer verkrachten.

Es ist also überlebenswichtig, sich früh dagegen zu wappnen. Doch kann man das überhaupt? Das Fachorgan «Small Business Trends» ging der Frage nach und listet nun eine Reihe von Signalen auf, die hier wichtig werden – sei das, um eine drohende Spaltung früh genug zu wittern. Oder sei es, um die Katastrophe zu vermeiden.

  • Respekt und Vertrauen schmelzen dahin. Respektieren Sie die Fähigkeiten und Beiträge ihrer Partner nicht mehr so sehr? Zweifeln Sie, dass ihre Mitgründer die nötigen Resultate liefern kann? Oder umgekehrt: Hören Sie – auch indirekt –, dass Ihre Partner solche Zweifel an Ihnen hegen?
  • Die Fähigkeiten der Partner passen nicht mehr zueinander. Oft entwickelt man mit der Zeit selber neue Fähigkeiten, welche das Knowhow der anderen Mitgründer ersetzen; oder man hat neue Angestellte, welche dasselbe Potential mitbringen. Die Folge: Die Talente bestimmter Gründer werden gar nicht mehr benötigt – auch hier liegt oft ein Grund zur Trennung.
  • Die Kommunikation harzt. Man spricht nicht mehr miteinander. Der wichtigste Austausch läuft über Email oder indirekt. Man redet hauptsächlich über Details – oder über Persönliches – , jedenfalls nicht mehr so sehr über den Kern des Geschäft. Und ein Warnsignal ist es natürlich auch, wenn die Gespräche mit den Partnern immer öfter im Streit enden.
  • Man ist uneinig über Investments. Hier kommen oft die wahren Interessenskonflikte ans Licht: Der eine Gründer will in eine gewisse Richtung investieren, der andere liebäugelt mit entgegengesetzten Geschäftsfeldern – oder aber er will, dass man jetzt endlich Gewinne abschöpft.
  • Man will nicht mehr am Gleichen arbeiten. Mit der Zeit entwickeln sich strategische Differenzen, die sich auch im Alltagsgeschäft niederschlagen. Und diese spalten die Mannschaft – man hat mehrere Teams, die nebeneinander arbeiten.
  • Jeder denkt, dass er härter arbeitet als der andere. Auch dieses Problem verschärft sich mit der Zeit. Denn am Anfang stellt sich die Frage nicht, weil ohnehin alle Partner alles geben. Doch mit der Zeit lässt man nach, jeder kann die Sache etwas entspannter nehmen – und dann taucht plötzlich die Frage auf, ob es der andere nicht allzu locker angeht…

​Siehe auch: «Die lieben Kollegen: Eine Typologie – und Tipps für den Umgang»


 

Und jetzt? Man suche einen Übergang. «Small Business Trends» weist darauf hin, dass diese sechs Signale lediglich ein Anlass seien sollten, dass man sich des Problems bewusst wird – und dann darüber redet.

Damit man früh genug nach Lösungen und Trennungsmöglichkeiten sucht. Zu einem Zeitpunkt, wo man noch miteinander reden kann.

Mehr:  «6 Signs it’s Time to Break up With Your Business Partner», «Small Business Trends»

 

 

 

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