Employer Branding

Wie Business-Netzwerke das Firmen-Image stärken

Attraktive Arbeitgeber finden leichter gute Mitarbeiter. Business-Netzwerke wie Xing und Linkedin eignen sich bestens, den eigenen Betrieb in ein gutes Licht zu rücken, wenn Sie einige grundlegende Aspekte berücksichtigen.

Wer gute Mitarbeiter sucht, sollte sich auch als attraktiven Arbeitgeber zeigen. Diese Strategie, das eigene KMU in ein gutes Licht zu rücken, nennt sich neudeutsch «Employer Branding». Zu den Kanälen, die berücksichtigt werden sollten, gehören auch Business-Netzwerke wie Xing und Linkedin. Schliesslich bieten beide Plattformen Produkte mit entsprechendem Mehrwert an: Xing das Employer Branding Profil und Linkedin die Karriereseiten.

Eines bereits vorneweg: ein Firmenprofil ist immer nur ein Teil eines ganzheitlichen Auftrittes als Arbeitgeber ‒ aber ein ziemlich wichtiger. Und vor allem einer, den Sie selbst steuern können.  Es gibt ein paar einfache Grundregeln, die Sie befolgen können, um Ihren Auftritt in Business-Netzwerken möglichst optimal zu gestalten.

 

1. Machen Sie es Kandidaten einfach, Sie zu mögen

Wechseln Sie doch einmal die Perspektive und wandern Sie durch Ihren digitalen Firmenauftritt mit den Augen eines potenziellen Kandidaten. Besuchen Sie Ihre Karriereseite, Ihre Profile auf Xing und Linkedin. Lesen Sie, was in Kununu steht. Bewerben Sie sich bei sich! Googeln Sie nach Ihrem Firmennamen in Kombination mit «Jobs». So, wie das mittlerweile jeder zweite Jobsuchende macht (gemäss Trendreport 2014 von Prospective).

Was sehen Sie? Besser noch: Wie fühlen Sie sich dabei? Was erfahren Sie? Erkennen Sie Ihre Firma so, wie Sie sie dargestellt haben möchten? So, wie sie tatsächlich ist? Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Wenn’s passt: super! Und wenn nicht: Ändern Sie, auch in kleinen Schritten, was Sie beeinflussen können. Zeigen Sie Gesicht. Zeigen Sie Farbe. Bringen Sie Emotionen ins Spiel. Auch punkto Inhalt und Form in Business-Netzwerken. Weil da viele Kandidaten einmal auf Ihr Profil stossen werden. Und hoffentlich einen positiven, besser noch authentischen Eindruck erhalten.

 

2. Machen Sie Ihre Arbeitgebermarke erlebbar

Employer Branding bedeutet Arbeitgeber-Markenführung. Und Marken haben viel mit Vorstellungskraft, Assoziation, Gefühlen und Erlebnissen zu tun. Das gilt fürs Joghurt ebenso wie beim Waschmittel, beim lokalen KMU gleich wie beim internationalen Multi.

Je klarer und differenzierbarer Sie Ihre Marke als Arbeitgeber steuern, desto einheitlicher wird sie wahrgenommen. Vorausgesetzt, Sie haben eine authentische Arbeitgeberpositionierung definiert, die Sie sinnigerweise auch integral kommunizieren. Nutzen Sie dazu auch die Möglichkeiten, die Ihnen Business-Netzwerke bieten. Dafür sind sie da.

 

3. Kommunizieren Sie auf Augenhöhe

Verlassen Sie den Ledersessel, kommen Sie hinter dem Schreibtisch hervor. Bauen Sie reale und virtuelle Schranken ab. Schauen Sie den Kandidaten in die Augen und nicht nur auf den Lebenslauf. Business-Netzwerke geben Ihnen die Möglichkeit, sich einem vielseitigen Publikum transparent und authentisch darzustellen. Vergessen Sie plakatives Katalog-Denken. Zeigen Sie, wer Sie wirklich sind. Gute Texte sind dabei ebenso wichtig wie aussagekräftige Bilder oder Videos. Gute Texte kreieren beim Lesen die schöneren Bilder als austauschbare Bildwelten aus anonymen Bilddatenbanken.

 

4. Kritik ist auch eine Chance

«Kununu ist ja überhaupt nicht repräsentativ! Wir haben da gerade mal 17 Bewertungen.» So und ähnlich klingt es immer wieder, wenn ich mich mit HR-Verantwortlichen unterhalte. Wenn Sie aber gleichzeitig feststellen, dass diese 17 Bewertungen schon 23’200 Mal aufgerufen wurden, wird der Relevanz-Faktor automatisch grösser. Und Sie können dabei sogar gewinnen, wenn Sie in den Dialog treten mit diesen anonymen Firmen-Bashern. Oder auch mit den Huldigungen ehemaliger oder aktueller Mitarbeiter. Es gibt nichts Authentischeres, als sich Kritik sachlich zu stellen und darauf einzugehen.

 

5. Beweisen Sie Ihre Expertise. Content is King!

Die Marketingkollegen wissen das seit geraumer Zeit. Sie sprechen von Contentmarketing und Storytelling. Mehr oder weniger gelungene neudeutsche Wortkreationen, die das systemische Themenmanagement integral darstellen. So, wie es viele Firmen wohl auch früher schon intuitiv hervorragend gemacht haben. Das ist ein Bisschen wie bei guten Songs: es sind die schönen Geschichten, die zu grossen Hits werden.

Erkennen Sie Ihre Expertise. Zapfen Sie das Wissen Ihrer Mitarbeiter an. Hören Sie auf die Geschichten, die im Betrieb erzählt werden. Und positionieren Sie sich darüber, wenn es denn in Ihre Strategie passt. Kommunizieren Sie diese. Besetzen Sie Themen, vor allem, wenn es Ihr Mitbewerber (noch) nicht tut. Business-Netzwerke (insbesondere auch das Moderieren von Gruppen!) sowie Firmenblogs und Social Media sind dafür prädestiniert.

 

6. Mitarbeiter sind Markenbotschafter

Wenn Mitarbeiter einen hohen Identifikationsgrad mit Ihrer Firma haben, engagieren Sie sich oftmals von sich aus. Und zwar freiwillig und unbezahlt. Weil sie stolz sind, für Ihre Firma zu arbeiten. Egal, ob Sie offene Stellen weiterempfehlen oder Fans und Follower für Ihre Firmenpräsenz in Social Media besorgen.

Employer Branding stärkt auch das Wir-Gefühl im Unternehmen. Business-Netzwerke sind hervorragende Kanäle, um Botschaften authentisch über Ihre Mitarbeiter zu skalieren. Nutzen Sie diese Kanäle!

 


MIchel Ganouchi, RecrumaAutor

Michel Ganouchi ist Besitzer und Geschäftsführer der recruma gmbh und Direktor Schweiz für die Deutsche Employer Branding Akademie (DEBA). Seine Mission ist es, Unternehmen fit für die immer anspruchsvoller werdenden Herausforderungen im Kandidatenmarkt zu machen. Er wünscht sich mehr Marketing-Vorgehensweisen im HR und wird Firmen dahingehend beraten und begleiten.


 

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