Mobiles Internet

Wie KMU mobil arbeiten

Das Internet ist für Mitarbeiter in KMU unterwegs ein ständiger Begleiter, der Abläufe beschleunigt und Arbeiten vereinfacht. Doch wie nutzen KMU nun den mobilen Internet-Zugang? Zwei Beispiele aus der Praxis.

80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Internet mobil und unterwegs, Tendenz steigend. Drei Viertel der Bevölkerung gehen laut dem letztjährigen «Media Use Index» mit dem Smartphone online. Und über 40 Prozent nutzen ein Tablet für Surfen und Mailen. Diese Entwicklung greift auch auf KMU über. Denn, wer privat Tablet und Smartphone nutzt, will von deren Vorteile auch im geschäftlichen Alltag profitieren. Laut dem KMU-Spiegel 2014 der Fachhochschule St. Gallen ist die digitale Mobilität bei rund einem Drittel der befragten Betriebe ein grosses bis sehr grosses strategisches Thema.

 

Das Web als Antreiber

Die Palette an möglichen Anwendungen für unterwegs ist breit. Zahlreiche Apps eignen sich für die private wie die geschäftliche Nutzung. Dazu gehören etwa:

  • E-Mail, Kalender, Kontakte
  • Wetter-Apps (beispielsweise MeteoSchweiz-App)
  • Foto-Apps für Dokumentation
  • Routenplanung und Orientierung (beispielsweise Google Maps, Apple Maps, Nokia Maps, TomTom)

Der die Autoren des KMU-Spiegels empfehlen Firmen, den Einsatz webbasierter Unternehmensanwendungen zu prüfen, insbesondere für administrative Aufgaben wie Buchhaltung oder CRM. Solche Anwendungen haben zudem den Vorteil, dass sie sich mobil nutzen lassen, idealerweise mit einem Tablet. In diese Kategorie fällt auch Office 365 mit seinen mobilen Apps für Word, Excel und Co. sowie dem webbasierten Zugriff auf die Dokumentenablage. Das gibt KMU die Gelegenheit, jederzeit und überall auf geschäftliche Daten und Dokumente zugreifen zu können und damit die Flexibilität und Effizienz zu steigern.

 

Das Smartphone als Zentrale

 

Eine Kaffeemaschine, wie sie Gabriele Carluccio vertreibt und wartet.

 

Einer, der diese Möglichkeiten intensiv nutzt, ist Gabriele Carluccio, Mitinhaber des Familienbetriebs Caffe Carluccio & Kaffeemaschinen GmbH in Gümligen bei Bern. Der Importeur von italienischen Kaffeemaschinen für Restaurants ist viel in Italien unterwegs oder besucht Fachmessen in Deutschland. «Ich kommuniziere unterwegs übers Handy. Auch E-Mails beantworte ich auf dem iPhone», sagt Gabriele Carluccio. Daneben nutzt er verschiedene Apps, etwa für Online-Radio oder um während der Fahrt aufs Wetter vorbereitet zu sein. Die Festnetznummer nutzt er dabei auch auf dem Handy: «Ich habe kürzlich auf IP-Telefonie umgestellt und bin nun überall via Festnetz erreichbar.»

Vor Reparatureinsätzen telefoniert Gabriele Carluccio oft per Videotelefonie mit dem Kunden: «So kann mir dieser zeigen, was genau defekt ist an der Kaffeemaschine, und ich kann die richtigen Ersatzteile einladen.» Dadurch kann Carluccio verhindern, dass er ein zweites Mal beim Kunden vorbeigehen muss, weil das passende Ersatzteil nicht dabei war.

Derzeit evaluiert er Möglichkeiten, Rechnungen direkt auf einem iPad zu schreiben. Diese würden dann zentral gespeichert und per E-Mail an den Empfänger verschickt. Dass sich Gabriele Carluccio über solche mobilen Anwendungen Gedanken macht, hängt auch mit den gesunkenen Kosten zusammen: «Früher hatte ich immer hohe Handyrechnungen», erzählt er. «Seit ich auf ein Abo mit Flatrate umgestiegen bin, sind die Kosten deutlich gesunken.»

 

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Tür für neue Anwendungen geöffnet

E-Mails schreiben auch die Servicemonteure von Odermatt Fenster + Türen AG auf dem Smartphone. Der Ausserschwyzer Fenster- und Türenhersteller mit rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kümmert sich um die Planung bei Neu- und Umbauten, aber auch um nachträgliche Reparaturen. «Mängel fotografieren die Monteure direkt mit dem Handy und schicken die Bilder per E-Mail an den Innendienst zur Abklärung», erklärt Danièle Steiner den digitalisierten Ablauf.

Die Assistentin der Geschäftsleitung unterstützt auch bei der Einsatzplanung der Monteure und weiss, weshalb diese auch Karten-Apps schätzen: «Wenn die Adresse bei einem Auftrag nicht vollständig erfasst ist, können die Monteure schnell auf dem Smartphone nachschauen.» Ohne mobiles Internet wären solche Angelegenheiten schnell in eine aufwändige Suche ausgeartet.

 

Monteure der Odermatt AG bei der Reparatur eines Fensters.

 

Auch bei der Wochenplanung leistet das Smartphone für die Monteure wertvolle Dienste. Da die Wochenplanung mit allen Kundenterminen in Outlook erfolgt und mit dem Mobilgerät synchronisiert werden, stehen diese Infos auch unterwegs zur Verfügung. Die Aussendienstmitarbeiter müssen also kein Papier mit sich herumtragen, um Zeit und Ort des nächsten Einsatzes nachzuschlagen.

Bei der Odermatt AG macht man sich sich derzeit Gedanken, wie auch administrative Aufgaben mobil auf dem Tablet erledigt werden könnten. «Wir evaluieren derzeit verschiedene Lösungen etwa für Auftragserfassung, CRM oder Buchhaltung.» Es ist keine besonders gewagte Prognose, dass es auch bei Odermatt je länger je weniger ohne mobilen Internet-Zugang geht – der Nutzen überwiegt die Kosten deutlich.

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