Technologietrends

Wo die Stadt der Zukunft schon Alltag ist

Kompakte Elektrofahrzeuge, Parkplätze, die ihre Belegung melden, und intelligente Strassenlaternen: Sensoren und das «Internet der Dinge» erleichtern das Leben in der Stadt. Schon heute, und auch in der Schweiz.

Die SRF-Sendung «Einstein» hat am 26. November 2015 über den Bicar berichtet.

 

Wir werden ihn wohl bald öfter auf unseren Strassen sehen, den Bicar. Das dreirädrige Elektromobil ist eine Entwicklung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Es kombiniert die Vorteile von Velo und Auto: Der Bicar ist platzsparend, fährt mit Strom und der Fahrer ist dank der Haube vor der Witterung geschützt. Ausserdem benötigt man keinen Fahrausweis dafür. Solche Innovationen sind typisch für die «Smart City», die Stadt der Zukunft, in der Technologie unser Leben grundlegend verbessert und gleichzeitig nachhaltiger machen soll. Zahlreiche Sensoren messen Verkehr, Auslastung und dergleichen und leiten diese Informationen an einen zentralen Rechner weiter. Dieses sogenannte Internet der Dinge wird die Städte der Zukunft prägen – auch in der Schweiz, wie die folgenden Beispiele zeigen.

 

Nur leuchten, wenn es was zu beleuchten gibt

In dieselbe Richtung gehen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), die derzeit eine verkehrsabhängige, dynamische Steuerung für Strassenbeleuchtung testen. Diese verspricht Stromeinsparungen von rund 30 Prozent. Auf einer Teststrecke von einem Kilometer in Urdorf misst ein Sensor den Verkehrsfluss, woraufhin 27 LED-Leuchten ihre Leuchtstärke anpassen. Dies ermöglicht nicht nur Energieeffizienz, sondern auch weniger Lichtemission.

 

Güselkübel meldet selber, wann er voll ist

Einen Schritt weiter geht Energie Wasser Luzern (EWL): Mitten in der Stadt Luzern wird derzeit nicht nur analog zu Zürich ein fussgängergesteuertes Beleuchtungssystem getestet, sondern werden zusätzlich Güselkübel und Sammelstellen eingesetzt, welche mit Sensoren ausgestattet sind. Diese melden dem Strasseninspektorat, wenn sie sich ihrer Kapazitätsgrenze nähern, was unnötige Leerungsfahrten zu halbvollen Abfallsammelstellen vermeiden soll.

Noch futuristischer muten aber die sensorgesteuerten Parkplätze an. Sind sie frei, soll dies dem suchenden Autofahrer während der Fahrt direkt auf seinem Smartphone angezeigt werden. Das verhindert Suchverkehr und lässt die Behörden erst noch den Verkehr lenken, und zwar durch die Verteuerung von Parkplätzen zu Spitzenzeiten. Schwankungen in der Nachfrage lassen sich nämlich mit diesem System messen, was in San Francisco in einem Pilotprojekt namens SFPark bereits erfolgreich angewendet wird.

 

Alles vernetzt, alles smart

Kombiniert man die genannten Beispiele, wird es richtig «smart»:

  • Durch die Reduzierung der Leerungsfahrten von Abfallwagen können deren Routen optimiert werden, was wiederum die Kosten für die Beschaffung neuer Fahrzeuge und die Instandhaltung der Infrastruktur verringert.
  • Bei Verkehrsüberlastung können proaktiv Meldungen auf die Mobiltelefone der Autofahrer in der Umgebung gesandt werden mit Empfehlungen zur Umfahrung oder freien Park-and-Ride-Parkplätzen in der Nähe.

Durch die Zusammenführung von Daten gelingt so der Übergang von smarten Lösungen für Städte zu einer smarten Stadt.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Nachhaltigkeitsblog auf Bluewin.ch.

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