Vier wichtige Trends für KMU

Wie digitale Trends für neuen Schwung in KMU sorgen

Die Digitalisierung von Arbeitsgeräten und Abläufen verändert die Arbeitswelt. Für KMU zeichnen sich vier wichtige Trends ab, in denen Notebook und Smartphone Prozesse verändern und flexible und effiziente Arbeitsweisen unterstützen.

Es ist eine Wechselwirkung: Die technische Entwicklung prägt das Arbeitsleben, und dieses beeinflusst die technische Weiterentwicklung. Das Internet hat unsere Kommunikation in den letzten Jahren grundlegend verändert. Notebook, Tablet und Smartphone, verbunden mit schnellen Netzen, haben die Kommunikation standortunabhängig gemacht. Gearbeitet wird im Büro, zuhause oder irgendwo, wo es eine Internetverbindung gibt.

Im Bereich der Kommunikation und der Zusammenarbeit lassen sich vier grosse Trends ausmachen, die miteinander zusammenhängen. Schweizer KMU nutzen diese Entwicklungen heute in unterschiedlichem Grad. Doch es ist noch nicht zu spät, um auf diesen Zug aufzuspringen und von den Vorteilen der technologischen Entwicklung zu profitieren. Diese liegen in der Flexibilität, der vereinfachten Kommunikation und ganz allgemein der effizienten Zusammenarbeit in der Firma, aber auch mit Kunden und Lieferanten.

 

Trend 1: Telefonie auf der Basis von Internet-Technologien

Die technische Basis des Internet hat sämtliche Kommunikationsbereiche erobert. Der Ansatz solcher IP-Verbindungen ermöglicht es, dass verschiedene Endgeräte über dieselbe physische Leitung miteinander kommunizieren. Das ist ungleich effizienter, als wenn für jede Verbindung eine eigene Leitung benötigt wird. Und hat den Vorteil, dass ein «Kabel» für alle Arten der Kommunikation ausreicht: Telefonie, Computer und Fernsehen.

Am deutlichsten spürbar wird diese Entwicklung gegenwärtig in der Telefonie. Das Ende der analogen Telefonie, die jeweils eine Leitung exklusiv für sich beanspruchte, steht bevor, und zwar weltweit. An ihre Stelle tritt die IP-Telefonie, die nicht nur oben erwähnte technische Vorteile bringt. Auch Anwender profitieren. Technische Hindernisse, um zusätzliche Telefonnummern im Büro einzurichten, fallen weg, genauso wie die Standortabhängigkeit. Es ist heute problemlos möglich, auch auf dem Smartphone und damit überall über dieselbe Festnetznummer erreichbar zu bleiben. Und auch die Telefonanlage selbst muss nicht zwingend im eigenen Haus stehen.

In der Schweiz endet das Zeitalter der Analogtelefonie 2017.

 

Trend 2: Standortunabhängiges Arbeiten

Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat zwölf digitale Trends für den Arbeitsplatz ausgemacht. Als roter Faden zieht sich die Standortunabhängigkeit durch diese Entwicklungen. Geschäftliche und öffentliche Daten sind überall verfügbar, weil sie nicht wie früher auf dem Server im Keller der Firma lagern, sondern in einem übers Internet erreichbaren Rechenzentrum, in der sogenannten «Cloud».

Standortunabhängiges Arbeiten unterwegs verlangt auch nach Kommunikationsmitteln, die überall verfügbar sind. Auch die Telefonanlagen sind deshalb wie die Daten aus dem Keller in die Cloud gewandert.

Die Vorteile des flexiblen Arbeitens bei Büroarbeiten wurden in Studien und im Arbeitsalltag bestätigt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Arbeit aufgrund ihrer Bedürfnisse und Gewohnheiten einteilen können, sind produktiver und zufriedener. Davon profitieren Arbeitgeber, weil die Effizienz in der Firma steigt.

Gemäss der jährlich durchgeführten KMU-Studie, die Ipsus Mori im Auftrag von Microsoft erstellt, arbeiten in der Schweiz knapp 30 Prozent auch ausserhalb der Bürozeiten. Haupttreiber ist dabei die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten. So beschäftigt sich rund ein Viertel schon kurz nach dem Morgenkaffee mit geschäftlichen Aufgaben, etwa der Bearbeitung von E-Mails.

Die europaweit durchgeführte KMU-Studie von Microsoft von 2013  zeigt, dass E-Mail denn auch der meistgenutzte Cloud-Dienst ist. Fast die Hälfte aller befragten Schweizer KMU nutzen E-Mail aus der Cloud, sei es von einem globalen Anbieter wie Google oder Microsoft oder über einen lokalen Provider. Und gut einen Viertel nutzt die Cloud auch, um Daten auszutauschen, zwischen Mitarbeitern oder mit Kunden und Partnern.

 

Trend 3: Wachstumstreiber Mobile

Mobiles Arbeiten und mobile Geräte sind eigentliche Wachstumstreiber. Gemäss einer globalen Studie von Boston Consulting Group aus dem Jahr 2015 wachsen KMU, die mobile Dienste nutzen und anbieten, schneller als ihre Konkurrenten. Ein Viertel wuchs gar doppelt so schnell.

Aber auch Kunden nutzen mobile Geräte intensiv. Gemäss WEMF ist gut die Hälfte der Schweizer Bevölkerung auch mobil im Internet unterwegs. Diesem Umstand sollten KMU Rechnung tragen, indem sie ihre Online-Dienste wie Website und Shop auch auf diesem Weg anbieten.

Bei der geschäftlichen Nutzung mobiler Geräte wie Tablets und Smartphones liegt die Schweiz gemäss obiger Studie von Ipsus Mori im europäischen Durchschnitt. Fast die Hälfte nutzen Smartphones und gegen 30 Prozent Tablets. Allerdings gaben fast 70 Prozent der Befragten an, für ihre Arbeit im Büro präsent sein zu müssen. Das ist der vierthöchste Wert im europäischen Vergleich und der höchste Wert aller westeuropäischen Länder. Bei der Nutzung mobiler Dienste und Geräte und beim flexiblen Arbeiten besteht in der Schweiz also Nachholbedarf.

 

Trend 4: Digitalisierung verändert Geschäftsprozesse

Diesen Nachholbedarf bestätigt auch die von der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) letztes Jahr durchgeführte Studie «Digital Switzerland». Gemäss deren Ergebnissen gehört mehr als die Hälfte der Befragten zu den «digitalen Dinosauriern», während sich nur ein Viertel als «digitale Master» bezeichnet, die die digitalen Entwicklungen in ihren Geschäftsalltag integriert haben.

Denn die Digitalisierung verändert Geschäftsprozesse. Der Datenfluss, also der Informationsaustausch mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Partnern, verläuft zunehmends rein digital und papierlos. Die Arbeitszeit wird auf dem Smartphone oder in der Web-Anwendung erfasst, die Rechnung per PDF oder gleich als E-Rechnung verschickt.

Um von den Effizienzvorteilen dieser Entwicklung zu profitieren, lohnt es sich für KMU also, die eigenen Abläufe genau unter die Lupe zu nehmen und auf Optimierungspotenzial hin zu überprüfen.

Jetzt lesen