Sidelenhütte im Kanton Uri
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Heimlicher Held in den Bergen

Ab in die Berge – aber besser mit Netzempfang. Denn so schön Ausflüge in die Alpen sind, sie bergen auch Gefahren. Da ist es gut zu wissen, dass die Rettungskräfte erreichbar sind und rasch Hilfe leisten.

Der Bergfrühling lockt viele Wanderer in die Alpen. So auch Paul Körner*. Am Samstag, 16. Juni 2018 besuchte der 60-jährige Wanderer die Sidelenhütte im Kanton Uri. Beim Abstieg konnte er aber plötzlich kaum noch atmen. Ganz zufällig rief ihn zu diesem Zeitpunkt eine Freundin an. Weil Körner verwirrt war und schwer keuchte, informierte sie geistesgegenwärtig die Rega-Notzentrale. Als diese den Wanderer erreichen wollte, nahm Körner sein Handy aber bereits nicht mehr ab. Die Rega versuchte es weiterhin und bald meldete sich eine junge Frau am Telefon. Sie und ihr Freund hatten den geschwächten Wanderer soeben gefunden. Noch während die junge Frau die Lage erklärte, verlor Körner das Bewusstsein und hörte auf zu atmen.

Nun hiess es sofort handeln: Die Rega-Einsatzleiterin erklärte dem jungen Paar, wie sie Körner reanimieren sollten. Dank der Mobile-App der Rega konnten sie ausserdem den genauen Standort direkt an die Zentrale übermitteln. Nur wenige Minuten später traf der Rega-Helikopter aus Erstfeld ein und der Notarzt übernahm die medizinische Versorgung. Mit der Rettungswinde wurde der Patient geborgen und in stabilem Zustand ins Spital transportiert.

Das Handy wird zum Lebensretter

Bei einem Herz-/Kreislaufstillstand sinken die Überlebenschancen rasend schnell, deshalb zählt bei der Rettung jede Minute. Durch eine ungewöhnliche Verkettung der Umstände und der schnellen Reaktion aller Beteiligten konnte Körner gerettet werden. Der heimliche Held in dieser Geschichte ist jedoch jemand anders. Noch vor wenigen Jahren wäre ein Anruf inmitten der Urner Berge unmöglich gewesen. Die Freundin des Wanderers hätte nicht gemerkt, dass Körner ein medizinisches Problem hatte und hätte nicht die Rega alarmiert. Das junge Paar hätte keine Möglichkeit gehabt, mit den Rettungskräften zu sprechen. Und ohne die Anweisungen der Profis hätten sie keine Laienreanimation durchführen können.

Netzabdeckung Mobilfunknetz

Die Abdeckungskarte  zeigt die Mobilfunkversorgung von Swisscom in der Schweiz. Die Topografie, das Terrain, die vorhandene Infrastruktur, sowie die Anzahl Nutzer können die jeweilige Verfügbarkeit und Qualität der Dienste natürlich beeinflussen. Aufgrund verschiedener Faktoren beurteilt Swisscom laufend, in welchen Gebieten ein Ausbau bestehender oder zusätzlicher Mobilfunkstandorte erforderlich ist. Denn Swisscom will das beste Mobilfunknetz in möglichst viele Ecken der Schweiz bringen, auch in die abgelegenen Gebiete.

Heinz Herren, Leiter IT, Netz und Infrastruktur bei Swisscom: „Wir haben uns heute so daran gewöhnt, immer und überall das Smartphone zu nutzen – wir realisieren gar nicht mehr, wie aussergewöhnlich das eigentlich ist.“ Meistens profitieren wir vom Netzempfang, indem wir vom Gipfel aus anrufen, Selfies an Familie und Freunde schicken oder die Wetterlage prüfen. Doch die Netzverbindung in den Bergen ist weit mehr als das, wie die wahre Geschichte mit dem Wanderer zeigt. Nicht jeder Berggänger führt ein Funkgerät mit sich. Nicht immer ist eine SAC Hütte oder eine Alp mit Festnetz-Verbindung in der Nähe. Die Mobileverbindung kann zum Lebensretter werden. Die App der Rega übermittelt beispielsweise nicht nur die exakte GPS-Position des Hilferufenden, sondern auch die Personalien. So wissen die Rettungskräfte innerhalb Sekunden, wer der Patient ist und können entsprechend reagieren. Damit das funktioniert, braucht es allerdings Mobilfunkempfang.

Empfang in den Bergen

Über 1200 Bergwanderer sind gemäss der Unfallstatistik des Schweizer Alpenclubs (SAC) im letzten Jahr verunfallt. Das macht knapp die Hälfte aller Unfälle in den Bergen aus. Nur selten sind Herz-/Kreislaufstörungen die Ursache. Am meisten Unfälle passieren gemäss SAC auf Wegen und Pfaden in den Voralpen oder Hochalpen. Es kann schnell passieren: Ein unvorsichtiger Tritt, ein Ausrutschen auf dem Geröll und schon ist der Fuss verstaucht. An ein Weiterwandern ist nicht mehr zu denken.

Fotos an die Familie oder Freunde sind an einem Wanderausflug standard.

Aufgrund der Topographie ist es sehr anspruchsvoll, überall im Gebirge für eine Netzabdeckung zu sorgen. Es gibt nach wie vor Orte, an denen das Handy kein Signal hat. Doch die Anzahl dieser „Funklöcher“ nimmt ab – und soll dank neuen Technologien wie 5G noch weiter abnehmen. „Swisscom investiert seit vielen Jahren in den Ausbau der Infrastruktur“, erklärt Herren. „Wir arbeiten daran, die Netzabdeckung in der Schweiz stetig zu verbessern und die Kapazität laufend zu erhöhen.“

*Name geändert

 

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4 Kommentare zu “Heimlicher Held in den Bergen

  1. Super Sache. Beim zweiten Bild müsste man die Verbindung aber extra prüfen – das ist Roy’s Peak auf der Südinsel von Neuseeland.

      1. Ja, stimmt. 🙂 Aber es ging ja auch nur darum die Selfie-Situation zu zeigen 😉 LG, Laura – für die Redaktion.

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