So bringen KMU verschiedene Standorte sicher ins Firmennetz.
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Der sichere Draht ins Geschäft

Wenn Mitarbeitende im Aussendienst oder in einer Filiale auf Firmendaten zugreifen müssen, ist eine sichere Verbindung gefragt. Zwei Ansätze, wie Unternehmen Standorte vernetzen und das Firmennetz sicher erweitern.

Dienstagmorgen im Schweizer Mittelland. Das Hauptgebäude des Unternehmens ein unscheinbarer Industriebau. In der Produktion im Parterre lärmen die Maschinen, es riecht nach frisch gesägtem Holz, feuchter Farbe und Metall. Der konzentrierte Blick des Schweissers ist hinter der Maske nur zu erahnen. Die Temperatur ist hoch, trotz des kühlen Wetters draussen.

Von all dem bekommt der Sachbearbeiter in der Zürcher Filiale des KMU nichts mit. Seine einzige Verbindung in die Zentrale ist ein nur wenige Millimeter dünnes Kabel und überträgt ausschliesslich Daten. Der Blick des Sachbearbeiters gilt seinem Bildschirm, auf dem er gerade die Bestellung eines Kunden erfasst. Obwohl das ERP gut 100 Kilometer entfernt auf einem Server im lokalen Netz des Hauptsitzes läuft, klappt die Verarbeitung dank der zuverlässigen Verbindung ins Firmennetz zügig. Zwei Wochen später werden die Monteure den Auftrag beim Kunden in einer typischen Agglomerationsgemeinde ausführen. Seit das Unternehmen den Aussendienst mit Tablets ausgestattet hat, ist nicht nur der Papierverbrauch deutlich zurückgegangen. Auch die Missverständnisse wegen veralteter Pläne oder fehlender Informationen hat die digitale Abwicklung deutlich verringert.

Filialen und Homeoffice sicher verbunden

Der Produktionsbetrieb steht sinnbildlich für die digitalen Herausforderungen Schweizer KMU mit mehreren Standorten. Wie ist reibungsloses Arbeiten gewährleistet, wenn die Business-Software am Hauptsitz läuft, der Verkäufer aber in einer Filiale sitzt oder im Homeoffice arbeitet?

Die Lösung, um die Informatik über mehrere Standorte zu verbinden, lautet Standortvernetzung. Dabei werden die einzelnen Niederlassungen, aber auch ein Heimarbeitsplatz, zu einem einzigen virtuellen lokalen Netzwerk (VLAN) verbunden. Jeder angeschlossene Computer kann auf sämtliche verfügbaren Ressourcen wie Drucker, Daten oder Programme zugreifen. Auf der Strecke zwischen den Standorten werden die Daten über eine gesicherte Verbindung übertragen.

Für den Fernzugriff aufs Firmennetz müssen sich die Mitarbeitenden authentifizieren. Technisch gesehen nennt sich dieses Konstrukt virtuelles privates Netzwerk (Virtual Private Network), kurz VPN. Es erlaubt die sichere Standortvernetzung übers Internet oder über das Netzwerk eines Anbieters. Diese Variante sorgt für zusätzlichen Schutz, weil die Daten nicht über ein öffentliches Netz fliessen. Eine VPN-Verbindung gewährleistet, dass die übertragenen Informationen vor Unbefugten geschützt bleiben.

Von der Zentrale in die Cloud

Die Standortvernetzung ist nur ein Ansatz, um Niederlassungen zu vernetzen oder ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen. Die Auslagerung in die Cloud ist gewissermassen die Weiterentwicklung davon: Daten, Business-Software und komplette Desktop-Umgebungen lassen sich an einem zentralen Ort in der Cloud betreiben. Die lokale Infrastruktur am Firmenhauptsitz wird vereinfacht, der Betrieb der Informatik an den Cloud-Anbieter oder einen IT-Partner delegiert. Auch bei diesem Szenario erfolgt der Zugriff über eine verschlüsselte Verbindung.

Standortvernetzung oder Cloud?

Beide Ansätze lassen sich kombinieren. Vielleicht liegt eine spezielle Business-Software noch nicht in einer Cloud-tauglichen Version vor. Oder die Lieferscheine müssen fürs Rüsten der Bestellung in der Produktion am Hauptsitz ausgedruckt werden. Pläne und Projektdokumentationen für die Monteure liegen dagegen auf einem zentralen Online-Speicher in der Cloud.

Die Kombination von Standortvernetzung und Cloud erlaubt es Unternehmen, mehrere Niederlassungen oder den Aussendienst über beliebige Distanzen hinweg ins Firmennetz einzubinden. Den Ansprüchen an flexibles, ortsunabhängiges Arbeiten und steter Verfügbarkeit aktueller Informationen kommen diese Ansätze sehr entgegen. Monteure, Servicetechniker und Verkäufer mit Tablet statt Klemmbrett werden damit zum Normalfall. Nur auf die typischen Werkstattgerüche müssen die entfernten Mitarbeitenden verzichten.

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