4 min

10 Dinge, die PC-Gamer besser können

Wer häufig spielt, trainiert ständig – und kann deshalb vieles besser: Autofahren, Entscheidungen treffen oder Träume steuern.

Computer- und Konsolen-Games stossen beim der nichtspielenden Teil der Bevölkerung eher auf Ablehnung. Das Urteil ist meist klar: Abstumpfend, sinnentleert, süchtigmachend und im schlimmsten Fall gewalttätig. Das Vorurteil sitzt tief. Sich mit der Materie zu befassen, scheint unnötig.

Bei näherer Betrachtung ist die Situation allerdings nicht so eindeutig. Immerhin spielen rund zwei Millionen Menschen in der Schweiz mindestens einmal pro Woche ein Game. Vertreten sind alle Altersgruppen: Die Hauptzielgruppe der grossen Spiel-Entwicklerstudios sind Männer und Frauen zwischen 30 und 40. Es gibt mittlerweile gleich viele Spieler über 50 wie unter 20. Computergames gehören zum Alltag sehr vieler Menschen, die spielen, um Spass zu haben und um mit Freunden und Freundinnen gemeinsam etwas zu erleben. Diese Art Spiel hat zahlreiche positive Nebeneffekte, die sich die Spielerinnen und Spieler quasi nebenbei aneignen.

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Gamen positive Effekte haben kann. Zehn Beispiele, wo Games einen positiven Effekt entwickeln:

Gamer sind flexibler:

Wer häufig spielt, kennt es: Viele Games fordern die Spieler dazu auf, einen fantasievollen und kreativen Weg zur Lösung zu finden. In vielen Mehrspielergames ist das noch extremer: Die Spieler überleben nur, wenn sie sich pausenlos auf neue Umstände einstellen. Sie müssen die Situation laufend analysieren und sehr schnell entscheiden, welche Strategie die vielversprechendste ist. Nur um sich wenig später zu fragen, ob die gewählte Strategie noch immer gültig ist. Solche Fähigkeiten sind in der heutigen Geschäftswelt Gold wert.

Quelle: giphy.com

Gamer sind frustresistent

Wirklich schwere Games sind manchmal unglaublich frustrierend. Immer wieder scheitert man an der gestellten Aufgabe. Sei es, weil die Fähigkeiten noch nicht ausreichen, sei es, weil man noch nicht die richtige Strategie entwickelt hat. Ein echter Gamer ist nicht frustriert, sondern fühlt sich angespornt. Er – oder sie – wird auch nach dem 20. Versuch nicht aufgeben. Umso grösser ist die Freude, wenn die Aufgabe gelöst wird.

Gamer sind sozial

Die erfolgreichsten Spiele aller Zeiten sind Mehrspielergames. «World of Warcraft» beispielsweise, «Eve online» oder «PUBG», ein Game, das 2017 neue Rekorde aufstellte. Bei all diesen Games geht es darum, im Team erfolgreich zu sein. Die Spieler müssen gemeinsam eine Taktik entwickeln, sie müssen ausknobeln, wer welchen Spezialisten spielt, damit die Mischung stimmt. Sie müssen sich – bewusst oder unbewusst – für einen Teamleader entscheiden und immer wieder gemeinsam ihre Taktik überdenken. Sie sind ja auch flexibel.

Gamer können Englisch

Viele Mehrspieler-Gamer können leidlich Englisch, da sich auf den meisten Gameservern ein internationales Völkchen tummelt. Und nur wer spricht und versteht, kann auch am ganzen Spielspass teilhaben.

Gamer spüren keinen Schmerz

Nicht ganz. Aber eine Studie der American Pain Society zeigt, dass Videogames Schmerzpatienten unter Umständen genauso gut helfen wie Medikamente. Die Patienten konnten sich durchs Spielen von ihrem Leid ablenken.

Gamen verbessert die Aufmerksamkeit

Die beiden Kognitionswissenschaftler C. Shawn Green und Daphne Bavelliervom Center for Visual Sciences an der University of Rochester, New York untersuchten, wie sich regelässiges Spielen von Action-Games auswirkt. Sie stellten fest, dass die Aufmerksamkeitsspanne von Spielern messbar grösser ist als jene von Nichtspielern.

Gamer steuern Träume

Die Traumforscherin Jayne Gackenbach von der Grant MacEwan Universität in Kanada fand während ihrer Forschungen Hinweise, dass regelmässige Spieler den Inhalt ihrer Träume besser steuern können als Nichtspieler.

Gamer fahren besser Auto

Die visuelle Wahrnehmung von Gamern ist stärker entwickelt als jene von Nicht-Gamern. Verschiedene Studien zeigen, dass Gamer eine erhöhte Sensibilität für Ihre Umgebung entwickeln. Das wirke sich auch auf die Qualität ihrer Fahrkünste aus. Ein Experiment von Daphné Bavelier, Professorin am Center für Neurowissenschaften an der Universität Genf zeigt, dass Gamer im Vergleich zu Nichtgamern schneller lernen, ein Auto zu fahren. Sehr unterhaltsam ist ein Vortrag von Professor Bavelier zum Thema Hirn und Games auf Ted.com.

Quelle: giphy.com

Gamer sind besser in der Schule

Gamer lernen nicht nur schneller Autofahren (siehe oben), ihnen fällt anscheinend auch das Lernen in der Schule leichter. Die an der Columbia University angesiedelte Mailman School of Public Health hat festgestellt, dass Kinder, die regelmässig spielen, bessere schulische Leistungen erbringen.

Gamer reagieren schneller

Das ist ja naheliegend. Gerade in den weit verbreiteten Shootern gilt die Regel: Wer zuletzt schiesst, ist länger tot. Die Reaktionsfähigkeit wird trainiert und verbessert.

Buchtipp

Buchtipp: Gaming für Studium und Beruf – Warum wir lernen, wenn wir spielen

Im Zentrum dieses Buches stehen die Lernkompetenzen, die Gamer durch Computerspiele meist auf Expertenniveau entwickeln. Studierende reflektieren, welche Kompetenzen sie durch das Gaming, und welche sie durch das Hochschulstudium entwickelt haben. Ferner werden Lernstrategien herausgearbeitet, um diese Lern­kompetenzen für das Lernen an Hochschulen und in Unternehmen erfolgreich zu nutzen.

 

Diskutieren Sie mit

Sind Games tatsächlich so nützlich? Oder richten sie viel mehr Schaden an? Diskutieren Sie mit.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

2 Kommentare zu “10 Dinge, die PC-Gamer besser können

Jetzt lesen