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B wie Besteck

Digitale Stilfragen

Jeroen van Rooijen ist Stil-Kolumnist und Buchautor («Die Stilregeln», «Hat das Stil?»), kleidet sich gerne gut, telefoniert nur widerwillig, macht gerne Selfies und arbeitet regelmässig für die «Neue Zürcher Zeitung».Dem Autor auf Twitter folgen

Jeroen van Rooijen, 13. November 2015

Immer öfter sieht man in Kneipen oder Restaurants – durchaus auch in vornehmeren Gaststätten – Menschen, die als erste Handlung, wenn sie sich an den Tisch setzen, ihr Handy auf den Tisch legen. Als seien sie im Grunde ungewillt, sich nun dieser Tafelrunde hinzugeben und als warteten sie darauf, dass sie ein dringender Anruf zurück in die hektische Erwerbswelt holt. Allzeit bereit.

Für Ärzte im Pikettdienst, werdende Väter oder Pressesprecher mag das ja gehen, aber bei ganz normalen Bünzenbürgern erinnert das demonstrative Auf-den-Tisch-legen des Mobilfunkgeräts immer ein wenig an Westernfilme, in denen Cowboys in den Saloon kommen und erst mal den Colt auf dem Tresen deponieren. Darum: Es wäre – zumindest für ein gutes Mittagessen und sowieso für ein feines Dinner – so viel eleganter und souveräner, wenn man sich wann immer möglich ohne diese «Alltagswaffe» präsentieren würde!

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