Bargeldlos unter Freunden
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Bargeldlos unter Freunden

 

Bezahlen per Handy

Mit der Twint-App lässt sich nicht nur in Läden oder Online-Shops bezahlen, sondern auch Geld in Echtzeit von Smartphone zu Smartphone überweisen. Erhältlich für iOS und Android.

Christoph Widmer (Text), zVg (Fotos), 26. April 2017

Nach einem üppigen Mahl sitzen Marc und seine Clique am Restauranttisch und warten auf die Rechnung. Marc schaut hinüber, zu den Gästen nebenan. Dort ist die Bezahlung schon im vollen Gange: Hektisch werden Geldscheine hin- und hergeschoben und Beträge untereinander vorgeschossen, während Unmengen an Münzen fürs Trinkgeld in der Rechnungsmappe landen. 

Kurz darauf bringt der Kellner Marc die Rechnung. Nur er zückt das Portemonnaie. Seine Freunde greifen stattdessen zum Smartphone und überweisen Marc mühelos ihren ausstehenden Betrag mitsamt passendem Trinkgeld – digital.

Es funktioniert auch ohne Bargeld: Marcs Freunde überweisen ihm das Geld via Smartphone.
Mit Bezahl-Apps lassen sich Geldbeträge von Smartphone zu Smartphone senden – über sogenanntes «Peer-to-Peer» (P2P). In der Schweiz funktionieren solche digitale Geldüberweisungen über das neue Twint. Dieses ist aus dem Zusammenschluss der alten Twint-App mit Paymit entstanden. Als erstes werden Mitte April 2017 die Apps von UBS und Zürcher Kantonalbank in die neue Twint-App integriert. Die Apps weiterer Banken folgen im Mai und Juni. Die Registrierung erfolgt ganz einfach: In der App gibt man seine Telefonnummer an und fotografiert einen Personalausweis und seine Bankkarte.

Das Twint-Guthaben kann man direkt über die App von seinem Bankkonto beziehen. UBS, ZKB, Postfinance, Raiffeisen, CS und BCV lancieren auch jeweils eigene Twint-Apps. Kunden buchen damit immer direkt übers entsprechende Bankkonto ab, ohne ihr Guthaben aufladen zu müssen. Dank dem PIN-Code ist Twint vor App-Missbrauch geschützt. Und notfalls lässt sich das Twint-Konto mit einem Telefonanruf sperren.

Digitale Spenden und Haushaltsbudgets «on the go»

Der Vorteil von Smartphone-Geldüberweisungen: Sie finden zwischen Endverbrauchern statt – ohne Bank als Vermittler. Benötigt wird nur die Handynummer des Kreditnehmers oder -gebers. So können bargeldlose Freunde direkt ihre Schuld begleichen.

Praktisch, da ortsunabhängig: Statt das Geld für das Abschiedsgeschenk bar einzufordern, hat Anna die Spendenaktion mit dem Smartphone abgewickelt.

Anna zeigt, dass noch mehr möglich ist als nur von einem Freund Geld einzufordern: Sie wollte für ihren damaligen Chef Geld für ein Abschiedsgeschenk sammeln. Das Problem: Ihre Kollegen arbeiteten an verschiedenen Standorten. «Um Bargeld aufzutreiben, hätte ich viel herumreisen müssen», erklärt sie. Anna wählte stattdessen die effizientere Variante – und startete eine Spendenaktion: «Ich habe eine Rundmail mit dem Spendenaufruf, meiner Handynummer und meiner IBAN verschickt», erklärt sie. «So konnte ich schnell und einfach Geld für eine gute Flasche Wein und einen Gutschein sammeln.»


Geld und Nachrichten gleichzeitig übermitteln: Besonders im gemeinsamen Haushalt ist es praktisch, Fotos oder Nachrichten mitzuschicken.

Geldüberweisungen können auch personalisiert werden – mit Fotos und Textnachrichten. Dieses Tool nutzen Jacky und ihr Freund Manuel oft für das gemeinsame Haushaltsbudget. «Eine wirkliche Haushaltsplanung haben wir nicht», sagt sie. Stattdessen fotografiert sie über die App den Beleg der Einkäufe – und fordert von ihrem Freund die Hälfte des Betrags an. Das funktioniert problemlos. «Wir machen das immer ‹on the go›», erklärt sie. «So ist es immer gleich erledigt.»

Wenn es mal nicht klappt

 

Im Test verlief die Geldüberweisung nicht ganz reibungslos – der versendete Betrag wurde vom Guthaben abgezogen, ohne dass er beim Empfänger ankam. Was tun, wenn bei der Überweisung mal etwas schiefgeht? Der Kundenservice (058 667 98 41) kann anhand der Telefonnummer des Nutzers all seine Geldbewegungen nachverfolgen. Die Ursache unseres Problems war simpel: Die Überweisung wurde «reserviert» und noch nicht ausgelöst – weil die Nutzeridentifikation nach der Registrierung nicht gleich abgeschlossen ist. Wie der Kundendienst mitteilte, kann das ein paar Tage dauern. Neue Twint-User müssen sich mit dem digitalen Geldverleih also ein wenig gedulden.

 

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15 Kommentare zu “Bargeldlos unter Freunden

  1. Was ist den wen mal die ganze Techik nicht mehr geht ? ZB grosser Stromausfall, sonstige Kriesen, ect. Da habe ich lieber noch mein Bargeld bei mir, das ich anfangs Monat bei der Bank abhebe und in mein tresor lege.
    Denkt mal, was passiert wen diese neue Techik alle brauchen würden und es gibt Krieg ! Von wo bekommt Ihr euer Geld ?

    1. Etwas auf der Bank, etwas in der App/über die App nutzbar, etwas Bargeld im Sack, etwas Bargeld zu Hause.
      Das Eine tun ohne das andere zu lassen = flexibel sein.

  2. Für Menschen, die mit dem Geld nicht umgehen können, ist der bargeldlose Zahlungsverkehr eine Schuldenfalle. Spreche aus persönlicher Erfahrung mit von mir betreuten Personen.

      1. Naja … wenn das Bargeld weg ist, können sie nichts mehr ausgeben – Kreditkarten haben einen gewissen Rahmen, ein Ausgabelimit, welches meist grosszügig bemessen ist.

    1. Und überhaupt,muss jeder halwegs gebildete Mensch ein Sch,,,,Smartphon haben??,,,ist das eine Verkaufstaktik von d.“Schmare-phon“oder von d.Kredit-Institute??,oder von wem???? Ich werde prinzipiell keine kaufen!!!!!

  3. Wist ihr warum die Banken das wollen?
    Ich denke sie wollen alle Menschen kontrolieren und Gebühren kassieren.
    Denkt ja nicht das alles kostenlos ist.
    Lg. Hp

  4. Ja, wenn es doch nur so unkompliziert wäre, wie beschrieben! In 5 von 10 Versuchen muss ich jeweils doch wieder das Portmon. hervorklauben. Entweder habe ich keine Verbindung, dieser TwinFrosch funktioniert nicht, das Passwort entfallen, die Verkäufer wissen nicht wie damit umgehen, die App funktioniert gerade nicht, Bluetooth findet den Frosch nicht…..das soll so wunderbar unkompliziert sein??? Wenn jeweils alle Versuche mit Twint scheitern und die Warteschlange hinter mir sich verlängert, bleibt als letzte Hilfe jeweils nur der Griff zur Kreditkarte oder allerletzte Hilfe das Bargeld.
    Ein dreifaches Juche dem bargeldlosen Bezahlen mit Handy und Twint!!!!
    Wolfgang Renz

  5. Das Nischenprodukt „iPhone“ kommt gerade mal auf 16% Marktanteil – trotzdem müssen sich nun die anderen 84% mit Android in der TWINT-App mit der völlig veralteten Bluetooth-Anbindung an den Kassen rumärgern – bloss weil Apple die iPhones nicht für Bezahlsysteme mit NFC freigibt, die nicht Apple Pay heissen…. Schrott…

  6. Ich verstehe diese Diskussionen über den gläsernen Kunden schon gar nicht. Apple und Google sind Meister darin, uns völlig transparent zu machen. Mit Facebook, Twitter und Co. öffnen wir unsere Türen zur Privatperson oft ohne sich wirklich darüber im Klaren zu sein.
    Ich habe voller Ungeduld auf das vereinigte TWINT gewartet. Ein bewusster Umgang mit Geld ist in allen Varianten angesagt.

    1. Ist mir bis heute nicht gelungen, es einzurichten. Da kommt immer „es ist ein Fehler aufgetreten, bitte rufen Sie die den Support an“.

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