Frauen und Technik – das passt
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Frauen und Technik – das passt

 
Digital Days for Girls

Um Mädchen Einblick in technische Berufe zu ermöglichen, veranstaltet Swisscom die Digital Days for Girls, wo sie unter anderem Multimedia-Erfahrungen sammeln, einen Roboter programmieren und mehr über die ICT-Trends der Zukunft erfahren können.

Stephanie Zemp (Text), 3. März 2016

Informatiker sind mit vielen Klischees behaftet. Viele stellen sich einen IT-Arbeiter als isolierten Mann mit Brille vor, vornübergebeugt auf den Bildschirm starrend und kryptische Zahlenkombinationen in die Tastatur eintippend. Doch weit gefehlt – die Berufe in der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) bieten vielfältige Aufgaben, die neben technischen auch soziale Kompetenzen voraussetzen. 

An den Swisscom Digital Days for Girls können Mädchen in den Berufsalltag von Informatikerinnen, Mediamatikerinnen und Telematikerinnen blicken.
Breites Spektrum an ICT-Berufen

Schulabgängerinnen können im ICT-Bereich zwischen mehreren Grundausbildungen wählen. Bei der vierjährigen Lehre zur Informatikerin EFZ geht es darum, Informatiklösungen zu installieren, zu testen und zu betreiben. Die neuere Ausbildung zur Mediamatikerin EFZ verbindet Technik mit Marketing und schafft so Profis im Umgang mit Multimedia.

Telematikerinnen EFZ ihrerseits installieren und warten Anlagen und Netzwerke, damit die Informations- und Kommunikationstechnologien einwandfrei funktionieren. Einblick in verschiedene Berufe aus dem ICT-Umfeld gibt die Veranstaltung ICTskills2016 vom 6. bis 8. September Einblick.

Swisscom-CEO Urs Schäppi, Daniel Ott, CIO UBS Switzerland & Region EMEA und Jörg Aebischer, Geschäftsführer ICT-Berufsbildung Schweiz, an der ICTSkills2015. Bild: SITM

Alle drei Berufe beinhalten beratende Elemente. Es geht nicht nur um das Verstehen von Algorithmen und das Entwickeln von Programmen. Sondern auch darum, diese den Anwendern und Anwenderinnen verständlich zu machen und sie zu unterstützen. Dies erfordert neben technischem Knowhow auch Kreativität, Einfühlungsvermögen und kommunikative Fähigkeiten. Denn: Was nützt die beste App, wenn die User sie nicht bedienen können?

 

Berühmte Informatikerinnen als Vorbilder
 
Grace Hopper, ca. 1960 am Keyboard des UNIVAC, dem ersten in den USA hergestellten kommerziellen Computer. Bild: flickr.com/Public.Resource.org

Die Bilder in den Köpfen von Eltern und Lehrpersonen tragen ein stückweit dazu bei, dass Mädchen nach wie vor in der Minderheit sind in den ICT-Berufen. Es fehlen die weiblichen Vorbilder. Doch recherchiert man ein wenig in den Archiven des noch jungen Computerzeitalters, gibt es durchaus wichtige Erfindungen von Frauen, die als Meilensteine in der Geschichte der Informatik gelten.

So ist beispielsweise die US-Amerikanerin Grace Hopper in den 1940er Jahren auf die Idee gekommen, eine verständlichere Computersprache zu verfassen als die vorherrschende mit Einsen und Nullen. «Es ist wichtig, das überholte Image vom männlichen Computer-Nerds im stillen Kämmerlein abzulegen und realistische Bilder des ICT-Berufs aufzubauen», sagt Jörg Aebischer, Geschäftsführer des Berufsbildungsverbands der ICT-Branche. Geeignet dafür sind insbesondere Schnuppertage in Betrieben.

Solche Roboter lernen Mädchen an den Digital Days zu programmieren.
Nach der Grundausbildung im ICT-Bereich stehen den Absolventinnen und Absolventen viele Möglichkeiten offen. Weiterbildungsmöglichkeiten und Spezialisierungen gibt es auf verschiedenen Bildungsstufen und Spezialgebieten. Auf dem Arbeitsmarkt werden sie auch in Zukunft gefragte Fachpersonen sein.

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