Schönheitskur fürs Handy
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Schönheitskur fürs Handy

Viele Kinder und Jugendliche gehen nicht gerade zimperlich mit ihren Smartphones um. So entstehen schon mal Kratzer, welche die Sicht auf das ultrascharfe Display trüben. Doch mit den richtigen Tricks lassen sich zumindest die kleinen Kratzer wieder entfernen.

Die ersten paar Tage, vielleicht Wochen, hüten viele Kids ihr neues, makellos glänzendes Smartphone noch wie einen Schatz. Doch schon nach kurzer Zeit trägt man zum Alltagsgerät kaum mehr besondere Sorge – und dies, obwohl es inzwischen zum ständigen Begleiter geworden ist, ohne den die meisten Jugendlichen nicht mehr auskommen wollen. Sei es aus Unachtsamkeit, Sorglosigkeit oder Tollpatschigkeit: Die Geräte fallen schon mal auf den Boden, werden in der Tasche zusammen mit Schlüsseln und anderen Gegenständen transportiert und müssen auch sonst im harten Jugendalltag so einiges aushalten.

Die Kratzer, die dabei entstehen, sind noch das kleinere Übel. Diese sind zwar ärgerlich, können aber mit geeigneten Vorkehrungen und Hilfsmitteln wieder entfernt werden. Bei tiefen Kratzern oder gar Rissen und Glasbruch ist hingegen nicht mehr viel zu machen, da ist eine teure Reparatur angesagt.

Mit diesen Tricks können kleine Kratzer am Display entfernt werden:

1. Der Trick mit der Zahnpasta

Zahnpasta enthält kleine Schleifpartikel, sogenannte Putzkörper, welche die Zähne dank ihrer Abriebwirkung reinigen. Diese Partikel sind so klein, dass sie Kratzer im Glas quasi ausradieren und so zumindest zum Teil eliminieren können. Dazu gibt man wenig Zahnpasta aufs Display und poliert die beschädigte Stelle mit einem feuchten Mikrofasertuch oder einem anderen weichen Lappen in Kreisbewegungen und mit wenig Druck während zwei Minuten oder auch länger.

Doch Vorsicht: Bei zu viel Druck und mit der falschen Zahnpasta kann die Displayoberfläche beschädigt werden. Deshalb sollte man nur mit sehr leichtem Druck kreisen und eine Zahnpasta verwenden, die einen niedrigen RDA-Wert (weniger als 40) hat. Zudem können Smartphones, bei denen statt Glas ein eher weicher Kunststoff verwendet wird, ebenfalls Schaden nehmen.

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2. Mit Backpulver polieren

Neben Zahnpasta ist Backpulver ebenfalls ein Hausmittel gegen Display-Kratzer – allerdings mit einem kleineren Risiko für Beschädigungen, da das Backpulver keine Schleifpartikel enthält. Man nehme zwei Teile Backpulver und einen Teil Wasser und poliere das Display-Glas mit einem weichen Lappen und kreisrunden Bewegungen. Eine Garantie, dass Kratzer mit Backpulver, Politurmittel oder Zahnpasta zum Verschwinden gebracht werden können, gibt es jedoch nicht.

3. Spezielle Politurpasten verwenden

Um nicht das Risiko einer Beschädigung durch Zahnpasta einzugehen, kann das Display auch mit einer speziellen Bildschirmpolitur behandelt werden, die es im Fachhandel zu kaufen gibt (beispielsweise hier). Dabei sollte man nicht ein normales Bildschirmreinigungsmittel verwenden, sondern eine spezielle Touchscreen-Politur. Das Vorgehen ist dasselbe wie mit der Zahnpasta. In jedem Fall sollte man vor dem Auftragen der Flüssigkeiten offene Stellen wie Mikrofon oder Lautsprecher mit Klebeband abdichten.

4. Displayglas ersetzen

Zwar lassen sich Ersatz-Displaygläser im Internet kaufen und selbst verbauen. Doch erfordert diese Reparatur einiges an technischem Geschick und kann bei falscher Anwendung noch grössere Schäden verursachen. Ausserdem kann es sein, dass nach dem Öffnen des Geräts die Garantie nicht mehr gewährleistet ist. Besser also, man überlässt die Reparatur einem zertifizierten Reparatur-Service, wie zum Beispiel einem Swisscom Shop oder einem Swisscom Repair Center. Der Austausch eines Displays kostet meist deutlich über hundert, meist mehrere hundert Franken.

Doch auch das neuste Gorillaglas kann kaputt gehen, und auch mit intensivem Polieren verschwinden nicht alle Kratzer. Deshalb werden Kids und ihre Eltern bezüglich Handydisplay wohl erst ganz sorglos sein, wenn Smartphones mit bruch- und kratzsicherem Display-Schutz ausgerüstet werden, wie dies bereits angekündigt, aber noch nicht realisiert worden ist.

Vorbeugen ist besser als Nachpolieren

Um Schäden am Display beziehungsweise am Display-Glas zu verhindern, ist Prävention angesagt. So beugt man gegen Kratzer und andere Beschädigungen vor:

  • Panzerglas aufs Display kleben: Ein guter Schutz gegen Kratzer, aber auch Risse und Glasbruch bieten spezielle Kunststoff-Folien, die auf das Bildschirmglas geklebt werden. Anders als dünne Klebefolien bieten die sogenannten Panzerglas-Folien einen wirksamen Schutz.
  • Das Smartphone in eine Hülle stecken: Handy-Hüllen gelten zwar als uncool, doch bieten sie einen guten Schutz gegen allerlei Beschädigungen. Am wirkungsvollsten sind die aufklappbaren Leder- und Kunststoffetuis, die das Gerät rundum schützen. Doch will sich kaum ein Jugendlicher mit so einer Hülle sehen lassen. Zum Glück gibt’s aber auch angesagtere Covers in allen Farben und Formen, oder man wählt eine transparente Hülle, dessen Rückseite sich individuell gestalten lässt.
  • Separat transportieren: Das Smartphone sollte nie zusammen mit harten und spitzen Gegenständen wie Schlüssel in derselben Tasche mitgenommen werden. Auch sollte man darauf Acht geben, dass sich in der Tasche kein Schmutz oder Sand vom letzten Strandbesuch befindet, der das Display ebenfalls zerkratzen kann.
  • Smartphones mit gehärtetem Display-Glas verwenden: Sogenanntes Gorillaglas und andere robuste Gläser werden viel weniger schnell zerkratzt als normale Display-Gläser und sie sind deutlich bruchsicherer. Die meisten Top-Geräte wie etwa die Samsung-Galaxy-Smartphones oder iPhones sind mit Gorillaglas ausgerüstet. Die neuste Version Gorilla Glas 6 kommt etwa beim Samsung Galaxy S10 zum Einsatz.

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2 Kommentare zu “Schönheitskur fürs Handy

  1. Ich wünschte mir zur Illustration des Artikels ein besseres Abbild der heutigen Gesellschaft. Putzen ist nicht Frauensache!

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