Handy-Abstinenzler sind nicht glücklicher
2 min

Handy-Abstinenzler sind nicht glücklicher

Dass zu viel Bildschirmzeit den meisten Jugendlichen nicht gut tut, dürfte Eltern nicht sonderlich überraschen. Doch auch die völlige Abstinenz macht nicht zufriedener, besagt eine neue Studie. Am besten sei eine moderate Verwendung von mobilem Internet und Social Media.

Die pauschale Aussage, dass zu häufige Bildschirm- und Internetnutzung Jugendliche unzufrieden macht, trifft zwar in vielen Einzelfällen nicht zu. Sie stimmt aber tendenziell, wie mehrere Studien, kürzlich etwa die Studie der Universität San Diego belegen. Die gross angelegte Befragung ergab, dass Jugendliche, die mehr Zeit mit Sozialen Medien, Internet und Chats verbringen, im Durchschnitt unzufriedener sind als jene, die häufiger draussen sind, Sport treiben und ihre Freunde vermehrt persönlich treffen. Die Daten für die Studie bezogen die Forscher aus der langjährigen US-Befragung Monitoring the Future, bei der über eine Million Schüler regelmässig befragt werden.

Der goldene Mittelweg

Es ist nun aber nicht so, dass die Jugendlichen umso zufriedener sind, je weniger sie an ihrem Gerät hängen. Am zufriedensten sind laut der Auswertung der Studie die Teenager, die täglich etwa eine Stunde online sind. Die Zufriedenheit sinkt sowohl bei längerer durchschnittlicher Nutzungsdauer als auch bei kürzerer Nutzungsdauer. Warum gehören die Abstinenzler nicht zu den zufriedensten Jugendlichen?

Medienstark

Für Familien ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Medien eine tägliche Herausforderung. Auf der Plattform Medienstark finden Eltern und Jugendliche die nötigen Kniffs für den kompetenten Umgang.

Martin Hermida ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Schwyz und spezialisiert auf Medienkompetenz, Mediensozialisation und Medieneffekte. Er hat eine Vermutung: «Elektronische Medien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir brauchen sie, um uns zu unterhalten, um uns zu Informieren und um mit unseren Freunden in Kontakt zu bleiben.» Wenn man auf alle diese Sachen verzichten muss, sei es gut möglich, dass sich dies auf das Wohlbefinden auswirkt. «Elektronische Medien mit Mass zu nutzen, gehört heute dazu, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können», erklärt Hermida.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Jetzt lesen