Hilfe per Smartphone – mit und ohne Netz
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Hilfe per Smartphone – mit und ohne Netz

Dank der Schweizer App Uepaa! ist es möglich, in Notfällen auch ohne Handy-Netz Hilfe anzufordern. Doch auch mit Empfang ist es sinnvoll, das Smartphone für Notfälle vorzubereiten – wissen Sie, wie?

Wandern in der Schweiz – die Berge geniessen, die frische Luft, die Bewegung. Das ist allerdings nicht ohne Risiko: Fast 1’500 Bergwanderer sind gemäss der Unfallstatistik des Schweizer Alpenclubs (SAC) im letzten Jahr verunfallt, was knapp die Hälfte aller Unfälle in den Bergen ausmacht. Ausgerutscht, Fuss verstaucht – und kein Netz, um Hilfe zu rufen. Eine beängstigende Situation. Doch findige Schweizer Software-Entwickler lancierten mit der App Uepaa! eine Rettungs-App, die fähig ist, auch ohne Netz Hilfe herbeizurufen. Die Erfinder der App machen sich zunutze, dass Handys auch per WLAN oder Bluetooth senden und empfangen können, zwei Drahtlostechnologien, über die jedes Smartphone verfügt.

Smartphones für Notfälle vernetzen

Die App sucht im Notfall innerhalb des Empfangsradius von bis zu 500 Metern ein anderes Handy, auf dem Uepaa! installiert ist. Dieses wiederum sucht weitere Geräte. Dies geht so lange weiter, bis irgendein Handy Verbindung ins reguläre Netz bekommt. Von dort wird ein Funkspruch an die Notfallzentrale von Uepaa! abgegeben. Die Uepaa!-Notfallzentrale ruft die ursprüngliche Nummer an, was wiederum über das Handy-zu-Handy-Netz funktioniert. Sie ortet das Gerät des Verunfallten und alarmiert die zuständigen Rettungsdienste.

1. Notfall ausserhalb des mobilen Funknetzes. Der Notruf wird ausgelöst.
2. App-User sind mit Uepaa-App vernetzt.
3. Der erste App-User mit Verbindung zum mobilen Funknetz alarmiert automatisch die Rettung.

Dies sei zwar prinzipiell eine gute Sache, findet Bruno Hasler, Bergführer beim SAC in Bern. Allerdings sei die App nur auf stark frequentierten Routen wirklich hilfreich: «Viele Bergsteiger suchen aber bekanntlich die Einsamkeit. In solchen Fällen bleibt ein möglichst lückenloses Handynetz natürlich das A und O.» Dazu komme, dass viele Wanderer und Berggänger das Handy unterwegs ausschalten, um Akku-Kapazität zu sparen. «Und dadurch wird natürlich auch Uepaa! ausser Gefecht gesetzt.»

Das Smartphone für Notfälle vorbereiten

Schweizerinnen und Schweizer nutzen zwar fleissig ihr Smartphone. Doch für Notfälle sind die meisten nur schlecht gerüstet. Etwa zwei Drittel wissen gemäss einer Umfrage von Comparis nicht, wie sie einen Notruf tätigen. Und nur etwa 20 Prozent haben den Notfallpass auf dem Smartphone eingerichtet.

Sowohl Android-Geräte als auch das iPhone besitzen eine Art Notfall-Pass. Diese Informationen werden nur lokal auf dem Gerät gespeichert und lassen sich auch im Sperrbildschirm anzeigen. Damit sind sie nützlich für Rettungskräfte. Das Einrichten ist von Gerät zu Gerät verschieden:

  • iPhone: in der Health-App auf das Symbol «Notfallpass» tippen
  • Android: Unterschiedlich; am einfachsten suchen Sie in der Einstellungen-App nach «Notfall». Bei einigen Herstellern, etwa Huawei, finden Sie die entsprechenden Einstellungen in der Kontakte-App unter dem eigenen Eintrag.

Notfallpass einrichten auf iPhone und Android-Smartphone

Einen Notruf tätigen Sie bei vielen Geräten, indem Sie mehrere Male den Ein-/Ausschaltknopf betätigen. Detaillierte Anleitungen dazu finden Sie beispielsweise bei Watson.

Die wichtigste Notrufnummer in der Schweiz und in Europa ist 112. Sie können diese Nummer auch mit gesperrtem Smartphone oder ohne Prepaid-Guthaben anrufen.

 

Aktualisierter Artikel von September 2016.

 

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