«Kein Fan mehr sein? Unmöglich.»
4 min

«Kein Fan mehr sein? Unmöglich.»

Joël war sieben, als ihn sein Onkel und FCZ-Fan Roger Kuriger zum ersten Mal an einen Match mitnahm. Mittlerweile sind beide so angefressen, dass sie nach Möglichkeit kein Spiel mehr verpassen. Im Stadion trennen sich ihre Wege zwar, doch beim Lieblingsgegner sind sie sich einig.

Die besten Fans verdienen das beste Fernsehen.

Wahre Sport Fans lieben Swisscom TV mit Teleclub: Über 5’000 exklusive Live-Übertragungen, Magazine und Talks auf bis zu 45 Sportkanälen oder im praktischen Einzelabruf. Dazu UHD Bildqualität, grossartige Apps wie Sky Sport und alles auch auf Tablet und Smartphone.

Mehr erfahren

Das Billett liegt in der Sammlung. Doch für den 13. Mai 2006 braucht FCZ-Fan Roger Kuriger keine Erinnerungsstütze. Es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit im entscheidenden Match zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich im St. Jakobspark. Beim Spielstand von 1:1 wäre Basel Meister geworden. Da drosch der Zürcher Julian Filipescu im gegnerischen Strafraum auf den Ball, schoss den Siegtreffer und damit den FCZ zum Meistertitel.

Es folgten unschöne Szenen auf dem Platz, doch Roger denkt lieber an den Moment, als am späten Abend die Mannschaft des FCZ in der Maag-Halle in Zürich ankam. «Die ganze Stadt stand kopf. Es war einfach unglaublich.» Von diesem Moment besitzt er eine DVD, die er immer wieder anschaut.

In der Kälte mit dem Fan-Bazillus angesteckt

Das Meistertrikot von 2006 begleitet denn Roger auch häufig an die Matches «seines» FCZ. Genauso wie Neffe Joël, dessen Fussballbegeisterung der Onkel geweckt hat. Der 16-Jährige erinnert sich noch gut ans erste Spiel mit Roger im Letzigrund: «Ich war etwa sieben. Wir haben gegen Aarau 4:0 gewonnen. Es war Dezember und bitterkalt, sicher minus zehn Grad.» Den Fan-Schal für den Match hatte ihm sein Onkel geschenkt. Mittlerweile sind einige T-Shirts dazugekommen, die Joël sich selbst gekauft hat. Wie auch die weissen «Rebook»-Turnschuhe, die er im Alltag trägt, das Erkennungszeichen der Südkurve, des harten Kerns der FCZ-Fans.

Wieso hat er eigentlich ausgerechnet mit dem Onkel und nicht mit dem Vater die Leidenschaft für Fussball entdeckt? Sein Vater sei halt kein «richtiger» Fan, und erst noch von der falschen Mannschaft, sagt Joël dazu, ganz der Fan. Ob er es sich denn vorstellen könne, nicht mehr Fan zu sein? «Unmöglich.»

Und während es den Neffen in die Südkurve zieht, reist Roger auch gerne etwas weiter für einen Match. Die Tickets all dieser Spiele sammelt er in einer Schublade. «Ich habe kein wichtiges internationales Spiel verpasst», resümiert er. Natürlich war er dabei, als der FCZ in der Champions League im September 2009 die grosse AC Milan auswärts im «San Siro» 1:0 schlug. Aber auch fünf Jahre später in Mönchengladbach in der Europa League. 0:3 verlor der FCZ gegen den deutschen Spitzenverein, der damals vom ehemaligen FCZ-Meistertrainer Lucien Favre geführt wurde. «Es war trotzdem ein unvergessliches Erlebnis, nur schon wegen der Stimmung in der Fankurve», erinnert sich Roger zurück. Und auch wegen der Zeit nach dem Spiel: «Wir haben in Düsseldorf übernachtet und gingen dort noch in den Ausgang», erzählt er. «Und ein FCZ-Spieler nach dem anderen tauchte in der Ausgehmeile auf.» Auch dieses Ticket bewahrt Roger sorgfältig in seiner Sammlung auf.

Verschiedene Kollegen, gleicher Lieblingsgegner

Doch selbst der hartgesottenste Fan kann nicht jedes Spiel seiner Mannschaft verfolgen. Das gilt auch für Roger und Joël. Wenn sie bei einem Match nicht dabei sein können, schauen sie die Übertragung an, meist auf dem Smartphone.

Aber was macht es dann aus? Weshalb ist Roger ein so angefressener Fan? «Der FCZ hat mich von der ersten Minute an fasziniert, die Emotionen, die Freude am Fussball. Und als Zürcher bin ich auch stolz auf die Mannschaft aus meiner Stadt», antwortet er genauso begeistert. Und beweist, dass einen das Fussball-Virus in jedem Alter packen kann. Denn: «Ich war etwa zwanzig, als ich mit Kollegen zum ersten Mal an einen FCZ-Match ging», sagt er. Und danach immer wieder. «Heute sind wir vielleicht fünf bis zehn Kollegen, die sich regelmässig am Match treffen», sagt Roger. «Ich nenne sie auch meine ‹FCZ-Kollegen›», schmunzelt er. Einige davon hat er schon vorher gekannt. Andere sind dazu gekommen.

Heute noch gehen Roger und Joël gelegentlich zusammen in den Letzigrund. Joël in die Südkurve, Roger gleich nebenan in den Sektor C. Wie Roger hat auch Joël seine Fan-Kumpels am Match: «Ich bin immer mit den gleichen Kollegen unterwegs.»

Einig sind sich die beiden, wer der Lieblingsgegner sei: natürlich Basel. «Das gibt immer gute Stimmung im Stadion», meint Joël dazu. Viel Publikum und die Fangesänge sorgen dann für die besondere Fussballatmosphäre. «Ohne die ewige Rivalität mit Basel wäre der Fussball nur halb so spannend», fasst es Roger zusammen. Und das eine oder andere internationale Ticket werde auch noch seine Sammlung bereichern, hofft er.


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Jetzt lesen