Medienschutz für Ihre Kinder
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Medienschutz für Ihre Kinder

Medienkompetenz-Experte

Michael In Albon ist Leiter «Schulen ans Internet» und Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom. Er verantwortet das Programm der Swisscom-Medienkurse und hat in dieser Story die Tipps für Eltern gegeben.Michael In Albon ist auch in den sozialen Medien unterwegs: Auf Facebook und Twitter kann man mit ihm über alle möglichen Themen rund um Medienkompetenz plaudern. Lesen Sie zudem seine Kolumnen auf Swisscom Storys.

Roger Baur, 9. Dezember 2016

Michael In Albon ist einer der profiliertesten Schweizer Experten, wenn es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet geht. Bei Swisscom kümmert er sich darum, dass Schulen, Schüler und Lehrer über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben. Und er verantwortet zudem die Initiative «Schulen ans Internet», die nicht nur die Schweizer Schulen kostenlos ans Internet anschliesst, sondern auch dafür sorgt, dass dort sicher gesurft und keine problematischen Seiten aufgerufen werden können.

«Sich mit dem Medienkonsum seiner Kinder auseinanderzusetzen, gehört heute genauso dazu, wie das Verhalten im Strassenverkehr oder die Sexualaufklärung.»Michael In Albon, Medienschutzexperte bei Swisscom

Dabei trifft er immer wieder auf die gleiche Frage: Welche von allen Empfehlungen sind die wichtigsten? «Es ist zentral», sagt Michael In Albon, «dass man sich überhaupt mit dem Medien- und Internetkonsum seiner Kinder auseinandersetzt. Es gehört heute genauso dazu, wie das Verhalten im Strassenverkehr oder die Sexualaufklärung. Nur mit dem Unterschied, dass wir Erwachsene noch deutlich weniger dafür sensibilisiert sind.» Für Storys hat er aber die 5 wichtigsten Vorkehrungen herausgesucht, die nach seiner Meinung «jeder, wirklich jeder, bei seinen Kindern beachten sollte»:

1. Jugendschutzsoftware

Bei kleinen Kindern ist sie ein absolutes Muss. Sonst landen sie sehr schnell und ungewollt in Bereichen, wo sie niemals hinwollten – das kann gefährlich und teuer werden. Bei Teenagern hingegen ist so eine Software kontraproduktiv, sagt Michael In Albon: «Sie haben sie schneller geknackt als sie installiert ist. Daher ist es wichtig, dass man mit seinen Kindern frühzeitig über die Gefahren im Netz spricht.»

2. Begleiteter Medienkonsum

Bei den ersten Schritten in der Medien- und Netzwelt brauchen Kinder Anleitung und Kontrolle. Um sie zu schützen – auch vor übermässigem Konsum. Dazu gibt es auch neue technische Hilfsmittel: So erlauben gewisse Router von Swisscom für jedes Device ein gewisses «Surfzeit-Budget» festzulegen oder die Online-Zeit auf bestimmte Tageszeiten zu begrenzen. «Auf Android ist für kleinere Kinder die App ‚Kids Mode‘ zu empfehlen. Sie richtet einen geschützten Bereich auf dem Smartphone ein, in dem kindgerechte Spiele abgelegt werden können. Bevor nun Eltern ihr Smartphone dem Kind ausleihen, aktivieren sie fortan den Kids Mode. So kann das Kind nur Apps nutzen, die sich in diesem Bereich befinden.»

3. Trash im Fernsehen ist nur was für Grosse

Niemand würde einem Kindergartenkind einen Horrorfilm vorsetzen – doch Trashsendungen oder trashige Doku-Soaps sind auf Dauer ebenso gefährlich. Denn gerade kleinere Kinder können nicht abstrahieren, nehmen das Gezeigte für bare Münze. Zu beachten ist dabei auch, dass viele – gerade nachmittags gezeigte Sendungen – zwar als Reportage angepriesen werden, in Tat und Wahrheit aber rein fiktional sind. Darum hilft es, gewisse Kanäle oder das Video-auf-Abruf-Angebot mittels Pin zu schützen. Swisscom TV etwa erlaubt es sogar, ein bestimmtes Jugendschutzalter festzulegen. Wird eine Sendung ausgestrahlt, die für Ältere empfohlen ist, kann sie nur mittels Pin angeschaut werden.

4. Keine teuren Abos

Kleine sollten klein beginnen, gerade bei ihrem ersten Handy. Ein zu teures Abo von Beginn weg verleitet auch zu frühem, unkontrolliertem Konsum. Tipp: Prepaidangebote wie «Natel easy start» sind speziell auf die Bedürfnisse von jungen Konsumenten abgestimmt. Zudem können drei Nummern (etwa die der Eltern) bis zu einer Stunde gratis angerufen werden.

«Die wichtigsten Grundregeln sind so einfach, dass man sie gerne mal übersieht.»

Für Medienschutzexperte Michael In Albon haben sich Eltern mit dem Medienkonsum ihrer Kinder auseinanderzusetzen.

5. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre

Mal ein witziges Bild oder Filmchen seiner Kleinsten online stellen – da ist nichts dabei? Falsch gedacht. Bilder und Videos bleiben für immer im Netz; im schlimmsten Fall verfolgen die Aufnahmen die Kinder bis ins Erwachsenenalter hinein. Darum gibt es eine einfache Grundregel: Veröffentlicht werden sollte nur, was man auch ohne Schamgefühle ans schwarze Brett des nächsten Supermarktes heften könnte.

Fazit

«Die wichtigsten Grundregeln sind so einfach, dass man sie gerne mal übersieht», sagt Michael In Albon. «Aber deswegen sind sie nicht weniger wichtig. Denn die Grundregeln müssen auch umsetzbar sein und diesem Credo folgen wir auch bei www.medienstark.ch, wo wir der Anwendbarkeit unserer Tipps grosse Aufmerksamkeit schenken.»

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