Laptop und Tischtennis-Schläger liegen auf einem Tisch.
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Noten für Minecraft im Sportunterricht?!

Spiele übernehmen eine zentrale Rolle beim Erlernen wichtiger Kompetenzen. Games auch. Aber die Gesellschaft macht immer noch einen grossen Bogen um Games.

In diesem Jahr ist Gaming und eSports definitiv in der Schweiz angekommen. Und immer mehr Eltern werden damit konfrontiert, Stellung zu Games und eSports zu beziehen. Das ist keine leichte Aufgabe. Und man kann sie nicht delegieren.

Im letzten enter zum Thema eSports habe ich die ätzende Frage gestellt: Wenn mein Sohn Fussball-Profi werden will, bin ich gerne bereit, viele, sehr viele Opfer zu bringen, dass er es ins Kader des FC Sion schafft. Wenn er mich aber bittet, ihn bei seiner eSports-Karriere zu unterstützen? Wie würde ich reagieren?

Spielen definiert uns

Das Spiel ist nicht nur kulturelles Gut, sondern gehört auch zur Genetik vieler Lebewesen. Und Spiele sind immer gleich aufgebaut: Man schafft eine spezielle Arena, die zeitlich, örtlich und mittels Regeln klar abgegrenzt ist von der Realität. Dort findet das Spiel statt und immer hat das Spiel einen Zweck. Entweder soll man etwas üben, wie: kämpfen, Dinge identifizieren, Fragen beantworten, Strategien entwickeln oder Probleme lösen. Und nicht selten soll das Spiel uns im Leben weiterbringen.

Die Hirnforschung der letzten Jahre hat belegt, dass Spielen einen enorm positiven Effekt auf die Vernetzungsleistung unserer Gehirne hat. Denn das Spiel gibt der Mühsal des Übens und Lernens mittels Spass ein neues Vorzeichen. Plötzlich ist es nicht mehr ein Krampf, eine bestimmte Handlungsabfolge zu verinnerlichen, sondern ein Heidenspass. Im Spiel lernt der Mensch mit Begeisterung.

Andere Zeiten, andere Spiele

Moderne Spiele nutzen freilich auch ich die Möglichkeiten der Digitalen Medien. So kann man Schach spielen, auch wenn der Vorzugs-Partner gerade mal nicht kann. Man kann Jassen, auch wenn man nur zu zweit ist. Oder man kann in aufwändige Adventure-Welten eintauchen. Mehr noch: Es eröffnet dem Spiele-Erfinder eine unendliche Menge an neuen Spiel-Logiken.

Den Games (i.e.: Computer-Games) werfen viele Menschen vor, dass sie von Gewalt geprägt sind. Immer gehe es um Kampf, Waffen, Schiessereien und darum, den Gegner zu schlagen. Dasselbe kann aber auch allen konventionellen Spielen vorgeworfen werden: Schach, Brändi Dog, Fussball oder Tennis. Ganz allgemein gilt: Bei Spielen und Games geht es um den Wettkampf, wie in jedem Sport-Spiel auch. Man will die Beste sein, man muss den Gegner schlagen, man muss schneller, höher, weiter springen. Dies nur den digitalen Games vorzuwerfen, ist nicht fair.

Wie würde ich also reagieren, wenn mein Sohn eSportler werden möchte? Hm.. Lassen Sie mich kurz überlegen…. Nun, wenn er gut darin ist? Und wenn es ihm Spass macht? Wenn er daneben nicht alle Freunde vernachlässigt? Wenn die Schule nicht darunter leidet? Wenn er immer besser wird? OK, das sind immer noch viele „Wenn’s“. Aber ich würde mich auf jeden Fall offen zeigen.

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