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Silvan auf der Suche nach der erweiterten Realität

Seit Jahren wird über realitätserweiternde Anwendungen wie AR-Brillen, neuartige Games oder industrielle Hilfsmittel berichtet, doch so richtig durchgestartet ist Augmented Reality noch nicht. Unser Autor Silvan Vifian hat Gründe dafür gefunden.

Silvan Vifian ist Lernender Mediamatiker bei Swisscom. Er interessiert sich für moderne Technologien wie KI, AR, Chatbots etc. Er hat bereits selbst die HoloLens getestet und teilt seine Faszination für diese Technologien gerne mit anderen.

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Augmented Reality, kurz AR: Wahrscheinlich hat man das schon ein paarmal gehört beim Kaffee mit Kollegen. In der nächsten Sekunde war es aber auch schon wieder vergessen. Ein interessantes Thema zwar, aber nicht alltagsrelevant, auch für mich. Oder etwa doch? Genau das möchte ich herausfinden und habe mich dazu auf die Suche nach AR-Experten bei Swisscom gemacht.

Um diese Frage zu beantworten, suche ich eine Person, die den Überblick über die neuen Technologien hat. Aus einem Projekt, das ich während meiner Lehre gemacht habe, kenne ich John Rice. Er ist DER Experte innerhalb von Swisscom, wenn es um futuristische Technologien geht – und er hat bereits einige Projekte mit Augmented Reality umgesetzt.

Virtuelle Monster jagen mit der App Pokemon Go war 2016 der grosse Hit.

Doch was ist AR überhaupt? Laut Wikipedia versteht man unter «erweiterter Realität» die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Das trifft es schon relativ gut. Sicher erinnern sich viele noch an «Pokémon GO». Das AR-Spiel hat im Sommer 2016 die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gezogen. Plötzlich waren die kleinen Pokémon-Monster überall zu finden – sogar bis in Tigergehege wurden sie verfolgtInzwischen ist der Hype jedoch längst wieder verflogen.

Wann kommt AR in unseren Alltag?

All dies klingt vielversprechend und scheint unser Leben vereinfachen zu können. Trotzdem ist AR immer noch nicht in unserem Alltag angekommen – weder im privaten, noch im beruflichen Bereich. Warum ist das so? John Rice erklärt, der Grund dafür sei, dass der Markt für diese Technologie einfach noch nicht existiert. Die Technik ist vorhanden, jedoch ist diese noch sehr teuer und schwer erhältlich. «Es gibt bereits Use cases, klar! Es braucht aber noch weitere Pioniere, die bereit sind, diese tolle Technologie in Prozesse einzubauen», meint er.

Man kann es vergleichen mit dem iPhone im Jahr 2007. Schon vor dessen Lancierung gab es diverse Smartphones, die jedoch nicht über eine solch einfache Touchscreen-Bedienung verfügten und noch ohne App-Ökosystem auskommen mussten. Als das iPhone vorgestellt wurde, war die Welt fasziniert, und jeder wollte eines haben. «Erst mit dem iPhone hat sich der Markt für Smartphones entwickelt. Genauso wird es nach einem Boom von Augmented Reality zu unserem Alltag gehören», sagt Rice.

Warten auf die Killer-Applikation

Ja, wann kommt denn dieser Boom? Apple hat im September sein neues Flaggschiff vorgestellt, das iPhone X. Mit dem beinahe randlosen Display eignet es sich perfekt für Augmented Reality. Diesen Gedanken hatte wohl auch jemand bei Apple – wurde doch AR werbemässig stark in den Fokus gestellt. Erst kürzlich hat Apple auch sein «AR Kit» vorgestellt. Es erlaubt Entwicklern, AR auf einfache Weise in eine App zu integrieren.

Ein Beispiel, wie eine AR genutzt werden kann, zeigt Ikea: Mit der App IKEA Place stellt man sich den neuen Sessel praktischerweise virtuell ins Wohnzimmer und guckt, wie das aussieht. Weniger öffentlich nutzt auch DHL Augmented Reality in manchen seiner Logistikzentren, um Pakete schneller zuordnen zu können. Der Tech-Gigant aus dem Silicon Valley, das grösste Möbelhaus der Welt und ein riesiger Paketdienst sind also bereit für Augmented Reality.

John Rice scheint sich sicher zu sein, dass AR zu den nächsten grossen Durchbrüchen in der Digitalisierung gehört. Wie lange dies noch dauert, kann ich selbst nicht einschätzen, jedoch merke ich als Mediamatiker, dass es mittlerweile sehr einfach ist, Inhalte AR-tauglich zu machen. Es gibt viele Tools dafür, und man merkt, dass hier etwas läuft. Ich freue mich auf die Zukunft und bin mir sicher, dass Augmented Reality unseren Alltag vereinfachen wird.

 

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