So schützen Sie Ihr Smart Home
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So schützen Sie Ihr Smart Home

Passwort-Manager

Bei Swisscom Docsafe gibt es einen kostenlosen Passwort-Manager für jedermann. Die Docsafe-App gibt es für iOS und Android.

Sichere Passwörter generieren

Der Medienkompetenz-Experte Michael In Albon erklärt, worauf es beim Erstellen von sicheren Passwörtern ankommt.

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Sicherheits-Mythen

Stephan Rickauer, IT Security Analyst bei Swisscom, zeigt auf, an welche Mythen viele User glauben – und gibt fünf konkrete Tipps, wie Sie Ihren Computer besser schützen.

Cyber Security

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Felix Raymann (Text), 16. Dezember 2016

1. Unnötige Router-Funktionen ausschalten

«Ein ungesicherter Internetrouter ist wie eine Haustüre, die nicht verschlossen ist», sagt Burkhard Stiller, Professor am Institut für Informatik an der Universität Zürich. Weil die meisten vernetzten Heimgeräte mit dem Router verbunden sind und der Router das Heimnetzwerk mit dem Internet verbindet, kann er für Hacker zum Einfallstor werden. Um dies zu verhindern, helfen mehrere Massnahmen:

Fernzugriff deaktivieren:

Per Fernzugriff (Remote Administration) können Router nicht nur im heimischen Netzwerk, sondern von überall via Internet bedient werden. Wer an das entsprechende Passwort herankommt oder dieses knackt, hat Zugang zu sämtlichen Datenströmen, die über den Router gehen.

Um die Funktion auszuschalten, genügt es, in den Einstellungen die «Fernsteuerung» zu deaktivieren. Hinweis: Die Funktionen können je nach Router-Hersteller unterschiedlich bezeichnet werden. Zur Veranschaulichung der Beispiele sehen Sie unten Screenshots von der Bedienungsoberfläche eines Netgear-Routers. Hier befindet sich die «Fernsteuerung» unter «Erweiterte Einrichtung».

 

Wenn man sie nicht benötigt, sollte man die Fernsteuerung, mit der der Router von überall per Internet erreicht werden kann, ausschalten.

So gelangt man zu den Router-Einstellungen

Die Router-Einstellungen lassen sich per Browser verändern. Die entsprechende URL findet man in der Dokumentation oder auf der Website des Herstellers. Diese kann etwa heissen internetbox.com, routerlogin.net oder fritz.box. Oft klappt es auch mit einer Standard-IP wie beispielsweise 192.168.1.1 Alternativ dazu bieten manche Herstelle auch PC-Programme und Apps an, um die Router-Einstellungen zu verändern.

UPnP deaktivieren:

Mit der UPnP-Funktion (Universal Plug and Play) wird ermöglicht, dass sich Geräte wie etwa ein Fernseher oder eine Kamera ohne grossen Aufwand mit dem Netzwerk verbinden lassen. Doch da auf diese Weise die Firewall überwunden wird, könnten auch Hacker virtuell ins Haus eindringen.

Die Schnell-Verknüpfung UPnP sollte bei Nichtbedarf deaktiviert werden.

WPS deaktivieren:

Ähnlich ist es mit der WPS-Funktion. Damit können Geräte per Knopfdruck ins Heimnetz eingebunden werden. Doch weil es in WPS Sicherheitslücken gibt, sollte nur die Einstellung WPS-PBC aktiviert werden. Schalten Sie diese ab und aktivieren Sie sie nur bei Bedarf.

2. Sichere Passwörter verwenden

Bei der Verwendung von vernetzten Geräten gilt als oberstes Gebot: Verwenden Sie sichere Passwörter. Sicher ist ein Passwort dann, wenn es mindestens 8, aber besser mehr Zeichen inklusive Klein- und Grossbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen beinhaltet. Zudem soll man für jedes Gerät und jeden Account ein anderes Passwort verwenden.

So generiert man sichere Passwörter

  • Verwenden Sie keine Wörter, sondern Buchstabenfolgen, die in keinem Wörterbuch stehen.
  • Denken sie Sich einen Satz aus, den Sie nicht vergessen, und der mindestens eine Zahl beinhaltet. Beispiel: Mein weisser Hund wurde 2014 geboren und heisst Snoopy! Daraus lässt sich aus den Anfangsbuchstaben und Zahlen das Passwort «MwHw2014guhS!» generieren.
  • Ist dieses Vorgehen zu umständlich? Dann verwenden Sie auf dem Smartphone und auf dem PC einen Passwort-Manager der alle Passwörter speichert und neue Passwörter für Sie generiert. Zum Beispiel 1Password, Dashlane oder Passwordsafe.
Beispiel 1Password: Den Passwortmanager gibt es für unterschiedliche Plattformen und Gerätetypen.

3. Admin- und WLAN-Passwort ändern

Oft ist das vom Hersteller vergebene WLAN-Passwort an der Unterseite des Geräts aufgeklebt. Diese Passwörter sehen zwar kompliziert, und somit sicher aus, sollten aber trotzdem geändert werden. Denn sie könnten in einer Datenbank gespeichert oder nach einem bestimmten System generiert worden sein, sodass sie für Hacker entschlüsselbar sind.

Das WLAN-Passwort lässt sich unter «Administration» ändern.

4. Verschlüsselung aktivieren

Der Router bietet meist verschiedene Verschlüsselungsstandards zur Auswahl an. Falls möglich, aktivieren Sie WPA2, da diese Methode als die sicherste gilt. Ältere Standards wie WPA oder WEP sind nicht mehr genügend sicher.

Wählen sie als Verschlüsselungsstandard WPA2.

5. App-Berechtigungen einschränken

Die meisten smarten Geräte wie Babyphones, Kaffeemaschinen, Lampen oder auch die Haustechnik wie Storen oder die Heizung können per App gesteuert werden. Sorgen Sie dafür, dass die dazugehörigen Apps nicht über zu viele Berechtigungen verfügen, die sie gar nicht benötigen. Standardmässig werden oft zu viele Berechtigungen vergeben.

Berechtigungen bei iOS-Geräten:

Bei iOS-Geräten finden Sie die Berechtigungen unter Einstellungen. Dort ist jede App aufgeführt. Wählt man eine App aus, wird eingeblendet, auf welche Bereiche des Smartphones die App Zugriff hat.

Die App-Berechtigungen für eine vernetzte Körperwaage (rechts). Nicht alle Berechtigungen werden benötigt und können deshalb deaktiviert werden.

Berechtigungen bei Android-Geräten:

Unter Android findet man die Berechtigungseinstellungen unter Einstellungen/Anwendungen/Anwendungsmanager/App/Berechtigungen (kann je nach Gerätetyp unterschiedlich sein).

6. Softwares aktuell halten

Über die Einstellungen lässt sich der Router per Software-Update auf den neuesten Stand bringen. Doch auch die einzelnen Geräte sollten über die aktuellste Firmware verfügen. Diese kann in der dazugehörigen App üblicherweise unter «Update» oder «Firmware-Update» erneuert werden. Manche Geräte bieten eine automatische Update-Funktion an.

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