So schützen Sie den Computer vor Viren und Malware wie Bots, Ransomware und Cryptojacking.
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So schützen Sie Ihren PC vor Viren

Arbeitet ihr Computer plötzlich langsam oder zeigt sonst ein ungewohntes Verhalten? Dann sind Sie vielleicht Opfer eines Cyberangriffs geworden. Denn die Internet-Kriminellen nutzen immer raffiniertere Methoden für ihre Attacken. Mit diesen sechs Tipps schützen Sie PC und Notebook vor Viren und anderen Bedrohungen.

Sind bei Ihrem Notebook plötzlich die Lüfter angegangen, als Sie eine Webseite besucht haben? Oder der Rechner ist ungewohnt langsam und nervt immer wieder mit Fehlermeldungen? Dann könnte es sein, dass Ihr Computer mit einem Virus befallen ist.  Traurige Gewissheit erhalten Sie dann, wenn Ransomware alle Daten auf der Festplatte verschlüsselt hat und Sie für die Wiederherstellung zur Bezahlung eines Lösegelds auffordert.

Die folgenden Tipps helfen, den Rechner nach bestmöglichem Wissen vor Angriffen zu schützen.

1. Bleiben Sie wachsam

Cyberkriminelle sind mitunter perfid: Mit raffiniert gefälschten Mails versuchen Sie die potenziellen Opfer dazu zu bringen, einen Anhang zu öffnen. In der angeblichen Rechnung oder Bewerbung verbirgt sich aber ein Schädling, der sich beim Öffnen im System einzunisten versucht. Derzeit auf diesem Weg wieder aktiv ist der Bankentrojaner «Retefe», der es auf die Zugangsdaten zum Online-Banking abgesehen hat. Auch Ransomware nutzt häufig Phishing-Mails, beispielsweise als Bewerbung getarnt.

Phishing-Mails zu erkennen, verlangt nach Vorsicht und gesundem Menschenverstand. Genauso vorsichtig sollten Sie in den sozialen Netzwerken sein, wenn Ihnen ein Freund plötzlich einen Link per Chat schickt oder Sie auffordert, die Handynummer anzugeben. Identitätsdiebstahl und gefälschte Konten sind beliebte Mittel von Cyberkriminellen. Wenn Sie also auf Instagram eine Anfrage vom privaten Konto «Andreas Heerr» annehmen und Sekunden später eine Chat-Anfrage nach der Handy-Nummer erhalten, sollten Sie das Konto sofort melden.

2. Der beste Schutz vor Viren: Halten Sie System und Software aktuell

Schädlinge nisten sich meist über Sicherheitslücken auf dem Computer ein. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Windows respektive macOS, Antiviren-Software und Anwendungen stets auf dem neusten Stand sind. Nutzen Sie hierfür die automatische Update-Funktion. Aktualisierte Software ist insbesondere bei den gängigen Einfalltoren für Malware nötig, also dem Webbrowser, Java, dem Adobe Reader und dem Flash-Plugin. Dieses können Sie getrost deaktivieren. Entsprechende Anleitungen finden Sie für die gängigen Browser wie Google Chrome im Web.

3. Verwenden Sie sichere Passwörter

Im Internet kursieren immer wieder Listen von Mailadressen und Passwörter. Sie stammen aus Einbrüchen in verschiedene Online-Dienste. So sind diesen Januar fünf Listen mit über zwei Milliarden Mail-Adressen und Passwörtern aufgetaucht. Ob Sie betroffen sind, können Sie über die Website «Have I been pwned» überprüfen. Ein Passwort kann noch so ausgeklügelt sein. Wenn es auf einer dieser Listen auftaucht, ist es unsicher. Denn Cyberkriminelle verwenden solche Listen oft, um sich Zugang zu einem Online-Dienst zu verschaffen.

Der beste Weg zu möglichst sicheren Passwörter: Verwenden Sie einen Passwort-Manager und lassen Sie sich für jedes Konto ein eigenes Passwort generieren. Merken müssen Sie sich nur den Zugang zum Passwort-Manager.

4. Nutzen Sie Antiviren-Software und Firewall

Eine Antiviren-Software kann in vielen Fällen Malware erkennen und blockieren. Sie können den mit aktuellen Windows-Versionen mitgelieferten Windows Defender oder ein kostenpflichtiges Produkt verwenden. Wichtig ist, dass die Definitionen stets aktuell sind. Nutzen Sie hierzu automatische Updates.

Zudem sollten Sie eine «Personal Firewall» einsetzen, die den ankommenden und ausgehenden Netzwerkverkehr kontrolliert und so Malware allenfalls blockieren kann. Auch hier können Sie entweder auf die hauseigene Windows-Firewall setzen oder auf das Produkt eines Drittanbieters.

5. Erstellen Sie regelmässige Backups

Sichern Sie Ihre Daten regelmässig. Die Sicherung selbst sollte «offline» erfolgen, das heisst, nicht permanent über den Windows Explorer oder den Finder auf dem Mac zugänglich sein. Wenn Sie fürs Backup eine externe Festplatte verwenden, trennen Sie sie nach der Sicherung vom Computer. Ansonsten besteht das Risiko, dass Malware auch die gesicherten Daten befällt.

Weil Online-Speicher normalerweise ebenfalls für Viren und Ransomware erreichbar sind, sollten Sie für ein Cloud-Backup einen dedizierten Backup-Anbieter wählen. Achten Sie darauf, dass die Daten bereits auf dem Rechner verschlüsselt werden und nur nach erfolgreicher Authentifizierung über die Backup-Software zugänglich sind.

6. Regeln Sie den Zugriff auf Daten im Unternehmen

Haben in Ihrem Unternehmen alle auf alle Daten Zugriff? Das ist vermutlich nicht nötig und spielt Cyberkriminellen in die Hände. Hat sich Malware erst einmal im Netz eingenistet, stehen ihnen schnell sämtliche Systeme und Daten offen.

Eine sinnvolle Zugriffsregelung erfordert im Vorfeld etwas Zeit und Planung – ein Aufwand, der sich spätestens bei der Schadensminimierung nach einem Virenbefall auszahlt. Diese Checkliste hilft Ihnen bei der Vorbereitung:

  • Nutzen Sie getrennte WLANs für Mitarbeitende und Gäste. Auch zuhause können Sie Ihrem Besuch einen Gastzugang einrichten.
  • Erstellen Sie für jeden Mitarbeitenden ein eigenes Login fürs Netzwerk und auf Daten, die auf einem lokalen Server oder einem NAS liegen.
  • Arbeiten Sie bei den Zugriffsrechten für Dokumente mit Gruppen. Das gilt für Netzwerkspeicher genauso wie für Cloud-Speicher. So können Sie beispielsweise den Inhaber und die Buchhalterin einer Gruppe «Finanzen» zuweisen und die Geschäftszahlen nur derjenigen Gruppe freigeben.

 

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2 Kommentare zu “So schützen Sie Ihren PC vor Viren

    1. Guten Tag Herr Motzer
      Für eine detaillierte Antwort müsste ich mehr Informationen zu Ihrem Problem haben. Nutzen Sie eine andere Antiviren-Software? Vielleicht hilft Ihnen dies weiter:
      – Öffnen Sie die Einstellungen unter Windows 10 und suchen Sie nach „Defender“
      – Vielleicht hilft diese (ziemlich technische) Hilfeseite von Microsoft: https://answers.microsoft.com/de-de/windows/forum/windows_10-security-winpc/windows-defender-l%C3%A4sst-sich-nicht-mehr/9deed5f6-362d-4d14-ae8b-2d705157ea1f

      Freundliche Grüsse aus der Magazin-Redaktion
      Andreas Heer

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