Ungeahnte Schätze in Schweizer Schubladen
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Ungeahnte Schätze in Schweizer Schubladen

Wer smart ist, spendet sein altes Handy. Denn: in diesen lagern wertvolle Rohstoffe. Schweizweit können die Geräte in allen Swisscom Shops abgegeben werden.

Durchschnittlich alle 18 Monate werden die in der Schweiz genutzten Smartphones durch neue Modelle ersetzt. Acht Millionen Menschen leben in der Schweiz. Schätzungen ergeben, dass ebenso viele alte Handys momentan ungenutzt in irgendwelchen Schubladen verstauben.

Diese brachliegenden Altgeräte enthalten rund 25 verschiedene Rohstoffe. Neben Plastik und Glas sind dies wertvolle, wiederverwertbare Metalle. Dazu gehören Silber, Platin, Kupfer, Silizium – und Gold. Heinz Böni, Abteilungsleiter Technologie und Gesellschaft bei der Empa, gibt ein Beispiel: «Aus einer Tonne Handyschrott lässt sich mehr Gold herausholen als aus einer Tonne Gestein in einer südafrikanischen Goldmine.» Der Wert des Handy-Elektroschrotts in der Schweiz dürfte, gemessen an den heute gehandelten Rohstoffpreisen, den Betrag von 60 Millionen Franken locker übersteigen.

Defekte Handys sind wertvoll: In unbenutzten Handy stecken viele Wertstoffe, die nichts im Abfall verloren haben.

Zweites Leben für Smartphones

Energie sparen

Ressourcen schonen können Sie nicht nur, wenn Sie Ihr altes Handy abgeben. Auch beim Energiesparen schonen Sie die Umwelt. Swisscom zeigt, wie Sie richtig abschalten.

Naheliegend, dass Swisscom deshalb eine Handy-Sammelaktion durchführt, die seit 2012 unter dem Namen «Swisscom Mobile Aid» läuft. Die gesammelten Altgeräte können grundsätzlich zwei sinnvollen Zwecken zugeführt werden:

Second Life: Nach sorgfältiger Aufbereitung sind die Occasions-Handys bereit für einen Wiederverkauf auf dem internationalen Gebraucht-Handy-Markt und können erneut mehrere Jahre lang genutzt werden. Swisscom stellt im Vorfeld sicher, dass alle persönlichen Daten gelöscht werden.

Sachgemässes Recycling: Aus der Vergangenheit weiss Swisscom, das rund drei Viertel der gesammelten Handys rezykliert werden. Dabei gilt es, die in Smartphones enthaltenen Metalle einem neuen Nutzungskreislauf zuzuführen.

Seit Beginn der Kampagne «Swisscom Mobile Aid» wurden über 500’000 Handys gesammelt. Umgerechnet ergibt das einen Erlös von über einer Million Franken – sprich zwei Millionen warme Mahlzeiten.

Aufmerksamkeit auf höchster Ebene

Der Erlös aus der Sammelaktion kommt der karitativen Organisation SOS-Kinderdorf Schweiz zugute, welche wiederum verschiedene Projekte in Afrika, Indien, Mittelamerika und anderen bedürftigen Ländern unterstützt.

«Bis 2020 wollen wir zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen von weltweit mehr als zwei Millionen Menschen beitragen.»Andreas Harker, bei Swisscom verantwortlich für Nachhaltigkeit in der Lieferkette.

Das Thema geniesst konzernintern Aufmerksamkeit selbst auf höchster Ebene. So äusserte sich Swisscom-CEO Urs Schaeppi gegenüber der Zeitschrift «SI Gruen»: «Es ist enorm, in was für einer Wegwerfgesellschaft wir heute leben.» Deshalb begrüsst der Chef insbesondere die Swisscom-Initiativen «Mobile Aid», aber auch «Mobile Bonus», wo Kunden für ihr altes Handy noch Geld bekommen.

Nachhaltigkeit beginnt beim Einkauf

Rund vier Millionen Mobiltelefone werden in der Schweiz pro Jahr verkauft, davon 1,6 Millionen bei der Swisscom. Deshalb beschränken sich die Nachhaltigkeitsaktivitäten von Swisscom nicht auf Altgeräte, sie beginnen bereits beim Einkauf. Andreas Harker, bei Swisscom verantwortlich für Nachhaltigkeit in der Lieferkette, sagt: «Da Swisscom zu den grössten Einkäufern der Schweiz gehört, tragen wir eine grosse Verantwortung für eine faire und effiziente Partnerschaft mit unseren Lieferanten. Bis 2020 wollen wir zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen von weltweit mehr als zwei Millionen Menschen beitragen.» In Form von Audits lässt Swisscom jährlich die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten überprüfen.

Schubladen leeren!

Die aktuelle Aktion von Swisscom sensibilisiert die Kunden dafür, wie einfach es ist, Gutes zu tun: Schubladen zu Hause leeren und die nicht mehr gebrauchten Handys im nächsten Swisscom-Shop in die bereitstehende braune Box werfen!

DREI FRAGEN …

an Alain Kappeler, Geschäftsführer SOS-Kinderdorf Schweiz

Das Programm Mobile Aid startete im November 2012. Was ist Ihre Bilanz?

Das Thema ist nach wie vor topaktuell. Seit Beginn der Zusammenarbeit 2012 hat die Schweizer Bevölkerung bereits über 500’000 Handys für Mobile Aid gespendet. Das entspricht einem Ertrag von über 1,2 Millionen Franken, den SOS-Kinderdorf für Kinder in Not einsetzen konnte. Diese Aktion schlägt quasi drei Fliegen mit einer Klappe: Die Umwelt wird durch das Recycling geschont, Menschen mit Einschränkungen erhalten die Möglichkeit zur Wiedereingliederung und der Erlös kommt Kindern in Not zugute. Nachhaltiger geht es fast nicht.

Erlöse aus der Sammelaktion kommen der Organisation SOS Kinderdorf Schweiz zugute.

In welche konkreten Projekte fliessen die Mittel?

Seit mehr als vier Jahren werden die Mittel zur Stärkung von Familien und ihren Kindern in Esteli, Nicaragua eingesetzt. SOS-Kinderdorf unterstützt die Familien mit Familienberatungen zur Verbesserung der ökonomischen Situation, Vermittlung von Erziehungskompetenzen, Tagesbetreuung für Kinder, Zugang zu gesunden Mahlzeiten und regelmässigen Gesundheitschecks.

Noch immer liegen Millionen ungenutzter Handys in Schweizer Haushalten. Wie kann SOS-Kinderdorf dazu beitragen, dass Schweizer ihre alten Handys abgeben?

Der richtige Umgang mit dem Smartphone und die nachhaltige Entsorgung sind brandaktuelle Themen für Jugendliche wie Erwachsene, zu denen Swisscom in Zusammenarbeit mit SOS-Kinderdorf eine nachhaltige Lösung bietet. Wir kommunizieren diese aussergewöhnliche Spendenart immer wieder auf all unseren Kanälen und machen so darauf aufmerksam. Das Potenzial, das hier brach liegt, ist aber immer noch riesig. Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit Swisscom thematisieren wir ‚Mobile Aid‘ immer wieder mit neuen Aspekten.

Diskutieren Sie mit

Was machen Sie mit Ihren alten Handys: Horten Sie diese in der Schublade oder geben Sie diese für einen guten Zweck weiter?

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5 Kommentare zu “Ungeahnte Schätze in Schweizer Schubladen

  1. Mein altes händy ist suwenir .ich habe x händi die mich begleiteten und die sind wie austellungs objekte die ich gerne betrachten.und sind mein eigentum wie eine brifmarkensammlung.

  2. Von dieser Aktion habe ich nichts den Medien entnommen oder im Bekanntenkreis gehört, wurde dann aber in einem Swisscom-Shop darauf aufmerksam. Diese Möglichkeit ist gut durchdacht und beeindruckte mich, sodass ich 6 alte Handys dahin brachte. Der freundliche Mitarbeiter war selber darüber sehr motiviert und erklärte, dass diese Aktion gut gestartet wäre. Da hoffe ich, dass Swisscom das auch in allen Teilen so durchzieht, dann ist es ein riesiger Erfolg. Vielen Dank.

    1. Vielen Dank für Ihr positives Feedback und ihre wertvolle Handy-Spende. Wir hoffen natürlich auch, dass im Rahmen von Mobile Aid weiterhin fleissig Handys gespendet werden. Freundliche Grüsse aus der Redaktion, Roswitha Portmann

  3. Grundsätzlich sammle ich alles, also auch meine ersten Schulhefte / Zeugnisse seit 1953, das letzte CHer Inlandtelegramm vom 31.3.1999 , logischerweise also auch alle Handys, das erste, 1999, noch mit Aussenantenne, alte Banknoten seit 1954, natürlich auch Briefmarken….-Briefumschläge udgl. Von mir erhält also niemand was zu meinen Lebzeiten bis 2044. (1.12.18)

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