KMU arbeiten unterwegs digital: Mit Smartphone und Tablet statt Notizbuch und Aktenordner
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Ein leichtes Tablet statt schwere Ordner

Wie arbeiten Menschen unterwegs? Wie wichtig ist dabei das Smartphone, und auf welche Geräte könnten sie nicht verzichten? Wir haben von Architekt Patrick Butscher, Gartengestalter Michael Fischer und Coach Marco Lehmann überraschende Antworten erhalten.

Architekt Patrick Butscher vertritt Bauherren bei kleinen und grossen Bauprojekten. Er ist Inhaber der Firma «Butscher Projektsteuerung» in Aarau.

«Als Projektleiter für Bauvorhaben bin ich die meiste Zeit unterwegs, auf der Baustelle oder an Meetings mit Kunden. Ich arbeite deshalb seit über zehn Jahren mit mobilen Geräten und habe mein Büro immer dabei. Meetings protokolliere ich auf dem Notebook gleich live mit. So kann ich anschliessend allen Teilnehmenden das Protokoll verschicken, was sehr effizient und zeitsparend ist.

Das Tablet hilft mir, handschriftliche Notizen und Anmerkungen zu machen. Die kann ich anschliessend beispielsweise ins PDF eines Sitzungsprotokolls integrieren. Für mich ist das praktisch, weil ich so nicht auf einen Scanner angewiesen bin, um meine Notizen zu digitialisieren.

Und natürlich habe ich ein Smartphone. Dieses nutze ich hauptsächlich zum Fotografieren. Damit dokumentiere ich die Situation vor Ort, also auf der Baustelle. Daneben bewege ich mich mit dem Smartphone in sozialen Netzwerken wie Xing und LinkedIn, suche nach News oder informiere mich übers Wetter. Das eigentliche Telefonieren kommt erst zum Schluss.

Manchmal wünschte ich mir, ich könnte auf dem Smartphone mit einem «Hebel» von «geschäftlich» auf «privat» umschalten und würde dann keine Terminanfragen, E-Mails geschäftliche Anrufe und dergleichen erhalten. Das wäre in der heutigen Zeit sicher hilfreich, um abzuschalten.»

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Die Kundendaten unterwegs immer dabei

Gartengestalter Michael Fischer ist seit kurzem bei der Xaver Meier AG in Villmergen (AG) stellvertretender Teamleiter Gartenbau. Vorher führte er mit «Arte Verdana» ein eigenes Gartenbauunternehmen.

«Im Gartenbau nutze ich unterwegs vor allem mein Tablet. So kann ich auch mal spontan auf Kundenbesuch und habe trotzdem alles dabei. Und ich muss nur ein «A4-Blatt» mitschleppen statt einen ganzen Rucksack voller Ordner. Ich bin so viel flexibler und auch schneller.

Ich habe auf dem Tablet aber nicht nur die Kundeninformationen immer dabei, sondern nutze es auch für die Arbeitskoordination. Das Smartphone muss auf dem Bau dagegen vor allem klein sein, damit es gut in die Hosentasche passt. Ich brauche es hauptsächlich zum Telefonieren und Fotografieren. So kann ich zum Beispiel auf einem Foto Masse einzeichnen oder eine Leitung im Garten. Denn es ist wichtig, solche «Details» zu kennen, bevor die Baumaschinen auffahren.

Auch bei uns im Gartenbau nimmt die Digitalisierung zu. Ich bin in unserem Unternehmen in der Projektgruppe, die sich mit Virtual Reality und mit Building Information Modelling beschäftigt, der 3-D-Planung und -Simulation. Ich finde das cool, es ist aber auch eine Optimierung der Abläufe: Wir investieren mehr Zeit in die Planung, dafür läuft die Umsetzung umso schneller.

Manchmal wünschte ich mir, mein Tablet könnte Gedanken lesen. Dann müsste ich nicht alles eintippen. Ganz generell finde ich, weniger ist mehr. Ich möchte so wenig Apps wie möglich installieren und mit jedem Gerät alles machen können, egal von welchem Hersteller.»

Arbeiten und bloggen im Zug

Lebenscoach Marco Lehmann begleitet Menschen bei der Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung. Früher leitete der selbständige Unternehmer zwei Reisebüros.

«Ich bin häufig unterwegs und arbeite oftmals auch mit dem Notebook in einem Café oder Restaurant. Ortsunabhängigkeit ist mir sehr wichtig. Ich habe ein Büro in Jona und eine Praxis in Zürich und pendle oft zwischen den beiden Orten. Deshalb speichere ich die Daten in der Cloud. Das hat mir beispielsweise bei meinem Buch die Zusammenarbeit mit dem Lektor vereinfacht: Er konnte direkt mit meinem Manuskript arbeiten. Die mobile Arbeit wird bei mir sicher noch zunehmen.

Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, nutze ich selten das Notebook, sondern arbeite vor allem mit dem Smartphone. Darauf bearbeite ich Mails, chatte und nutze die sozialen Netze. Manchmal schreibe ich auch Beiträge für meinen Blog auf dem Smartphone, wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. Generell vereinfacht die Digitalisierung mein Arbeitsleben, ich bin flexibler und kann dort arbeiten, wo ich gerade bin.»

 

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