Die Website selber stemmen
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Die Website selber stemmen

Der Berner Fabian Seiler hat seinen Traum verwirklicht und ein eigenes Fitnesscenter eröffnet. Die eigene Website hilft ihm dabei, bekannt zu werden. Wie er das anpackt und weshalb es in seinem Studio keine Spiegel gibt, verrät er hier.

Fabian Seiler hat sein Fitnesscenter auf der grünen Wiese gestartet. Wortwörtlich. Als Personal Trainer betreute er eine kleine Gruppe von vier Personen. Trainieren mussten sie draussen in einem Park. «Ich bin für diese Stunde jeweils extra von Zürich nach Bern gefahren», erinnert er sich. Doch den Teilnehmenden gefiel es, und das Training zeigte Erfolg. Fabian Seiler beschloss, weiterzumachen. «Über Mund-zu-Mund-Propaganda habe ich eine Gruppe von 30 Personen gefunden.» Ein Fitnesscenter hatte er immer noch nicht, also trainierten sie weiterhin draussen, bei jedem Wetter, im Sommer wie im Winter. «Wir mussten improvisieren», blickt Fabian Seiler zurück. «Fürs Krafttraining haben wir je nach Jahreszeit mal Autos, mal Schlitten gezogen.»

Und offensichtlich übte das, was Fabian Seiler tat, Anziehungskraft aus. Nicht nur sind manchmal spontan Personen aus anderen Fitnesszentren zur Gruppe gestossen. «Ich habe auch meine Freundin im Training kennengelernt», schmunzelt der 30-Jährige.

«Im Training zogen wir auch mal Schlitten oder Autos.»

Irgendwann wurde es eng auf der grünen Wiese. Die Trainingsgruppe war auf 60 Personen angewachsen. Fabian Seiler entschied sich, den Schritt zu wagen und ein richtiges Fitnesscenter zu eröffnen. 50 Personen der Trainingsgruppe zogen mit. Und der Berner Fabian Seiler von Zürich wieder zurück nach Bern, wo er an der Thunstrasse das Rope Fitness eröffnete. Dort sitzen wir jetzt fürs Interview.

Das war 2015. Seither ist Rope Fitness stetig gewachsen. Das ist gewollt, hat aber seinen Preis. «Ich arbeite sehr viel und habe kaum noch Zeit für anderes», sagt Fabian Seiler. Tage, an denen er von morgens halb sieben bis abends um zehn Uhr im Fitnesscenter steht, sind keine Seltenheit. Viel Zeit, die Website mit Online-Shop zu pflegen, bleibt ihm da nicht. «Ich investiere rund 30 Minuten pro Woche», sagt er. Und er schätzt es, dass einfache Anpassungen an der Website auch einfach umzusetzen sind.

Der Web-Auftritt ist nicht nur Visitenkarte, sondern auch Anlaufstelle und Landingpage. «Neben SEO mache ich auch Suchmaschinenwerbung und regionale Kampagnen auf Facebook, um neue Kunden zu gewinnen», sagt Fabian Seiler. Und woher hat er das Fachwissen dazu? «Ich habe keine Zeit, stundenlang am Computer zu sitzen. Und ich bin viel zu ungeduldig dafür», sagt er. «Ich habe hierbei Unterstützung in meinem Bekanntenkreis.»

 

Fabian Seiler trainiert mit Kundin
Die persönliche Betreuung seiner Kunden ist die Leidenschaft von Fabian Seiler. Hier unterstützt er die Berner Boxweltmeisterin Aniya Seki beim Training.

Wir unterbrechen das Interview kurz. Mittlerweile sind einige Kunden im Fitnesscenter aufgetaucht. Fabian Seilers Unterstützung ist gefragt. Denn sein Konzept besteht darin, dass alle Kunden ein auf sie zugeschnittenes Programm absolvieren. Da ist der Personal Trainer gefordert, Beruf und Leidenschaft von Fabian Seiler. Er steht auf und geht zu Aniya Seki, die an diesem Morgen ihr Krafttraining absolviert. Die Boxweltmeisterin gehört zu den Stammkunden.

«Ohne Website könnte ich die Kursadministration gar nicht bewältigen.»

Als er zurückkommt, widmen wir uns wieder der digitalen Technik. «Ohne meine Website könnte ich die Kundenadministration gar nicht bewältigen», sagt Fabian Seiler mit Blick auf die Trainierenden. «Erst mit der digitalen Kursverwaltung habe ich den Überblick und sehe beispielsweise, welche Gruppentrainings noch Platz haben.»

Rope Fitness entwickelt sich zwar gut, aber Fabian Seiler will weiter wachsen. Deshalb setzt er nicht nur auf Flyer und einen Newsletter, sondern auch auf Facebook-Kampagnen. Damit erreicht er gezielt potenzielle Kunden in der Region. Denn die Konkurrenz ist gross. Gibt es also ein Erfolgsgeheimnis, dass Rope Fitness wächst? «Wir konzentrieren uns auf die persönlichen Ziele der Trainierenden und ein effizientes funktionelles Training. Vielleicht macht das den Unterschied», mutmasst Fabian Seiler. Die Vorher-Nachher-Fotos im Eingang zeugen von der Wirksamkeit.

Was auffällt an diesem Morgen: Die Trainierenden arbeiten konzentriert, für sich. Kein Sehen-und-gesehen-Werden. Hier steht das Training im Vordergrund, nicht die Show. «Deshalb haben wir auch keine Spiegel an den Wänden», sagt Fabian Seiler mit seinem verschmitzten Lächeln.

 

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