Zerlegt: Was wirklich im Fake iPhone steckt
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Zerlegt: Was wirklich im Fake iPhone steckt

Dass ein Fake iPhone dem Original äusserlich zum Verwechseln ähnlich sieht, ist bekannt. Beim Innenleben unterscheiden sich die Modelle jedoch drastisch. Unsere Zerlegung bringt Licht ins Dunkel.

Der Techniker Matthias Dobmann hat fürs Swisscom Magazin das iPhone X (auf grauem Hintergrund) und das Fake-iPhone X (auf blauem Hintergrund) in seine Bestandteile zerlegt. Dobmann ist Supporter bei Mobiletouch AG, wo er unter Lizenz Handys repariert, zudem ist er für die Swisscom Repair Center als Berater und Ausbildner tätig.

Trotz langjähriger Erfahrung ist ihm in seiner ganzen Karriere noch nie solch ein Klon begegnet. Die freche Kopie überraschte ihn vor allem dank den Details: Das Logo und dreiste Lügen zu technischen Aspekten – wie die Speichergrösse – auf der Verpackung.

Drin ist nicht, was drauf steht

Wie erwartet, erfüllt das Fake iPhone nicht, was es auf den ersten Blick verspricht: „Die Qualität des Klons ist im Vergleich zum Original sichtbar schlechter“, meint Dobmann. Anstatt hochwertigem OLED-Display gibt’s LCD, anstatt aus Glas ist das Cover aus Plastik – es wurde also bei der Qualität und der Wertigkeit der Materialien gespart. Diverse Bauteile sind nicht beschriftet und technische Angaben fehlen. Es ist fraglich, ob man den Deklarationen im Online Shop oder auf der Verpackung Glauben schenken kann. Wie viel Megapixel die Kamera also wirklich hat, welche Leistung der Prozessor bietet oder welches Bluetooth-Modell tatsächlich verbaut ist, lässt sich nicht genau bestimmen. Zumindest beim Speicher wurde definitiv viel weniger verbaut, als angegeben.

Auch bei der Verarbeitung wurde gespart. So sind Anschlüsse, z.B. beim Koaxialkabel, verlötet, was die Produktion zwar einfach macht, jedoch Reparaturen erschwert oder gar verunmöglicht.

Softwaretechnisch wurde bei der Fälschung besonders dick aufgetragen. Das Gerät läuft mit der veralteten Android Version „Lollipop“ von 2014 – clever getarnt als iOS.

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