Zu hoher Medienkonsum bei Kindern: Leitfaden für Eltern
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Zu hoher Medienkonsum bei Kindern: Leitfaden für Eltern

Sitzt Ihr Kind viel zu lange vor dem Computer oder spielt bis spät in die Nacht Videogames? Hier erfahren Sie, ob Ihr Kind suchtgefährdet ist und was Sie tun können.

Der 13-jährige Simon H. spielt pro Woche mehrere Stunden Fortnite. Nach einer Game-Session ist er meistens aufgekratzt und nervös. Seine Mutter sorgt sich in solchen Momenten um ihn und fragt sich, ob sein Verhalten normal ist und was sie tun kann. Andere Eltern möchten wissen, mit wem die Tochter die ganze Zeit schreibt? Oder auf welchen Internetseiten sich die Kinder herumtreiben? Wie viele Eltern fühlt sie sich dabei oft verunsichert oder überfordert.

Empfohlene Bildschirmzeiten Kinder
Wenn Zeit überschritten wird
Herausfinden, was Kind im Netz macht
Beziehung stärken
Problem Nackt- oder Sexbilder
Liste mit Beratungsstellen

Folgende Fragen helfen, die Situation für Eltern einzuordnen:

Wie viele Stunden gamed das Kind/ist es vor einem Bildschirm?

Stellen Sie Regeln für den Medienkonsum auf. Die folgenden Empfehlungen beziehen sich gesamthaft auf folgende Medien: TV, Internet, Chat, Smartphone, Tablet, SMS und mobile Spielkonsolen:

–  6- bis 9-Jährige: max. 5 Stunden pro Woche

–  9- bis 12-Jährige: max. 7 Stunden pro Woche

Je früher die Eltern Bedingungen aufstellen und konsequent einfordern, desto einfacher ist es im Jugendalter.

Als Eltern klare No Gos punkto Medienkonsum haben und diese durchsetzen (Altersbeschränkung Spiele, auswärts Gamen etc.)

Wenn die Zeit massiv überschritten wird, prüfen, ob sich das Kind isoliert. Hat das Kind noch andere Kontakte als Online-Kontakte, hat es Hobbys, die es pflegt?

Den Bildschirmkonsum kontrollieren und einschränken, die Verantwortung dafür liegt bei den Eltern. Auch wenn Eltern von den Kindern/Jugendlichen dafür nie eine positive Reaktion bekommen. Die Mediennutzung auch auf dem Handy kontrollieren.

Das Handy über Nacht ausserhalb des Schlafzimmers platzieren.

Ändern Sie das W-LAN-Passwort regelmässig, schliessen Sie die Geräte der Kinder vom W-LAN aus oder sperren Sie das W-LAN in gewissen Zeiten.

Es gibt Kontroll-Apps, über die man die Handys koppeln kann. Für Android: Google Family Link, Qustodio Parental Control. Für iOS: Apple Screen Time, Google Family Link.

Wissen Sie, was ihr Kind am PC oder am Smartphone macht?

Den Internet-Verlauf der Kinder verfolgen und ungeeignete Internetseiten sperren (über den Browser).

Wenn das Kind unangemessene Inhalte konsumiert: Inhalts-Sperren für Kinder bei Google und Youtube einrichten.

Prüfen, welche Apps auf das Kinder-Handy geladen werden, oder das Öffnen von ungeeigneten Apps blockieren (iOS, Android).

Haben Sie ein gutes Verhältnis zum Kind? Ist gegenseitiges Vertrauen da?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, was es im Internet und beim Gamen erlebt. Seien sie offen und interessiert für die Erfahrungen, die das Kind im Umgang mit Medien macht. Seien Sie ein gutes Vorbild!

Bekommt oder verschickt Ihr Kind Inhalte mit Nackt-oder Sexbildern?

Weisen Sie Kinder und Jugendliche auf das Gesetz hin dieses ist relativ streng: Ab 10 Jahre kann ein Kind straffällig werden. Wer Pornografie Jugendlichen unter 16 Jahren zugänglich macht, wer also etwa Fotos mit sexuellem Inhalt oder Sexfilme beispielsweise im Klassenchat verbreitet, kann sich strafbar machen. Heikel wird es, wenn sich Minderjährige nackt oder bei sexuellen Handlungen fotografieren, denn sie stellen Kinderpornografie her. Wenn das Kind solche Inhalte zugeschickt bekommt, soll es diese unverzüglich löschen.

Wenn Sie alleine nicht weiterkommen, helfen folgende Beratungsstellen oder Seiten:

Auf der Website der nationalen Plattform Jugend und Medien finden Sie Beratungsangebote in Ihrer Nähe: www.jugendundmedien.ch.

Beratung und Angebote Für Notfälle und Beratungsgespräche empfehlen wir: Elternnotruf: Telefon 0848 35 45 55, www.elternnotruf.ch.

Kostenlose und anonyme Beratung und Hilfe rund um die Uhr von Pro Juventute für Kinder und Jugendliche, per Telefon, SMS und Chat: www.147.ch.

Kostenlose (ausser Telefongebühren) Elternberatung per Telefon 058 261 61 61 oder online projuventute-elternberatung.ch.

Die dargebotene Hand bietet kostenlose Beratung per Telefon, Mail und Chat, rund um die Uhr: www.143.ch.

Swisscom.ch/medienkompetenz bietet Informationen rund um den digitalen Alltag in der Familie.

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