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Zum Abschalten: So ging Fernsehen früher

10 Sätze, die du über das Fernsehen von heute garantiert nicht mehr sagen würdest. Die aber noch 2006 Alltag waren. Einer Zeit mit Kassetten zum…

Swisscom TV 2.0

Swisscom TV 2.0 nimmt die Zukunft vorweg und bietet neuste Services wie Replay TV, Apps und Multiscreen-Funktionen.

Roger Baur (Text), 31. Oktober 2016

«Beeil dich, sonst verpasst du es»

Bis 2006 gabs noch für alles eine Zeit. Und wenn etwas verpasst wurde, war es verloren. Zurückspulen oder gar nachträglich aufzeichnen – an diese Möglichkeiten glaubten bis vor 10 Jahren nur Quantenphysiker.

 

Unterhaltung gabs nur für Pünktliche – bis 2006 war Fernsehen eine Zeitfrage. Bei der Planung des Fernsehabends halfen bis 1997 die Ansagerinnen; hier Silvia von Ballmoos 1989.

«Wenn die Sendung beginnt, drücke ich die Rec-Taste»

Der VHS-Recorder! Nach einem fulminanten Technikkrieg in den frühen 80ern gegen Video 2000 und Betamax setzte sich ausgerechnet das qualitativ schlechteste System durch. Es flimmerte, schepperte und bis heute sind nur wenige Menschen bekannt, die es schafften, ein Programm mittels Timer aufzuzeichnen.

Schlechte Qualität, schwierige Bedienung – einer der ersten Videorecorder.

«Wetten, dass diese Sendung nicht auf einer Kassette Platz hat?»

Der Videorecorder war aber auch zeitlich stark begrenzt: Nur ganz teure Kassetten schafften 5 Stunden, die gebräuchlichsten endeten bereits nach 180 Minuten. Das wurde eng, wenn Thomas Gottschalk mal wieder überzog. An Nachtfüllende Events wie «Schlag den Star» war da noch gar nicht zu denken.

«Ich zappe mal durch»

2006 boten die meisten Schweizer Kabelnetze 50 bis 60 Sender an – mit der analogen Technik lagen nicht mehr Programme drin. Ein beliebter Zeitvertrieb war darum «Durchs-Programm-Zapping» und dauerte bei den Schnellsten eine gute Minute: Danach hatten sie schon alles gesehen.

Beliebte Freizeitbeschäftigung bis 2006: das Zapping.

«Dieser Film hat Balken»

Ein historischer Fehler führte dazu, dass sich das Fernsehen in einem unnatürlichen Bildformat etablierte: 4 zu 3. Das entspricht weder dem natürlichen Sichtfeld, noch dem im Kino verwendeten Seitenverhältnis. Und so kam es, dass Spielfilme entweder mit Balken am oberen und unteren Bildende ausgestrahlt oder links und rechts kurzerhand beschnitten wurden.

Eingeschränkte Sicht: 2006 hatten erst wenige einen Breitbildfernseher. Vor allem Spielfilme gabs darum nur mit Balken zu sehen.

«Schalt mal auf den Servicekanal»

Obwohl Frequenzen rar waren, leisteten sich die meisten Schweizer Kabelnetze einen eigenen Kanal. Auf diesem Service- oder Infokanal genannten Sender informierten sie über neue Aufschaltungen oder aktuelle Störungen.

Ein Sender zum Entspannen: Die meisten Kabelnetze betrieben eigene Infokanäle, auf denen mangels Informationen häufig nur das Testbild zu sehen war.

«Beim Fernsehanschluss habe ich keine Wahl»

Bis 2006 hatte jede Schweizer Gemeinde seinen eigenen TV-Anbieter: Entweder eine private Firma wie die Cablecom (heisst heute UPC), eine kommunale Genossenschaft oder die Stadtwerke selbst sorgten für den Empfang. Die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln, gab es nur indirekt – mit einer Satellitenschüssel. Doch darüber waren bis Ende der 90er gar keine Schweizer Sender zu sehen und bis heute fehlen viele, vor allem lokale Programme.

Bis 2006 war die Schweiz Europameister bei der Verbreitung von Kabelfernsehen. Heute wird dieser Anschluss in immer weniger Haushaltungen auch tatsächlich genutzt.

«Diesen Decoder habe ich mir selbst gebaut»

Die Schweiz war Europapionier in Sachen Pay-TV: Bereits seit dem 30. April 1982 gibt es verschlüsselte Sender. Und seit dem gleichen Tag auch verwegene Bastler, die versuchten sich illegal Empfang zu verschaffen. Noch bis vor 10 Jahren war das gar keine grosse Hexerei. So setzte der Deutschschweizer Teleclub in vielen Kabelnetzen eine so simple Codierung ein, dass sie zum Teil sogar durch eine Feinjustierung des Fernsehgerätes umgangen werden konnte.

Noch profaner war der Zugang zum Westschweizer Teleciné: Die eingesetzte Bildverschleierung war durchschaubar – mit blossem Auge sogar buchstäblich. Das führte dazu, dass beim sonntäglichen Erotikfilm bis zu 100’000 Zuschauer gemessen wurde, obwohl der Sender nur 15’000 zahlende Kunden hatte.

Der Decoder zum legalen Empfang von Teleclub wie er noch bis vor wenigen Jahren im Einsatz war.

«Ich muss noch den Film zurückbringen»

Einen Film zu mieten hiess bis 2006: Holen und bringen – in die Videothek oder zumindest zur nächsten Post. Aber nicht nur das kostete im Zeitalter der DVD-Verleihs und Videopaläste viel Zeit. Auch damals geltende Regelungen stellten sicher, dass ein Film frühestens 6 Monate nach seinem Kinostart auf Video zu mieten war. Heute darf ein Film on demand gezeigt werden, sobald ihn das letzte Kino aus seinem Programm genommen hat.

«Die Schweiz ist ein TV-Entwicklungsland»

Tatsächlich war die Schweiz noch 2006 arg im Rückstand. 2006 schaute erst einer von zwanzig Haushaltungen digital fern. Kein Wunder: Denn digitales Fernsehen verband man 2006 mit hohen Kosten. Die Miete der damals zum Empfang nötigen Set-Top-Box kostete zusätzlich zu den Kabelanschlussgebühren 25 Franken monatlich.

In anderen Ländern war man da wesentlich weiter: etwa in Deutschland oder in Skandinavien. Heute sieht das anders aus: Hierzulande schauen nun 100 Prozent digital, das analoge Fernsehen gibt’s längst nicht mehr – während es gerade in Deutschland immer noch in vielen Haushaltungen flimmert und flackert.

Von wegen der Zeit hinterher: Heute gilt die Schweiz als Pionierin in der modernen Fernsehnutzung.

Swisscom TV wird 10 Jahre alt

Mit der Lancierung von Swisscom TV (anfänglich noch unter dem Namen Bluewin TV) im November 2006 hatten die TV-Zuschauer erstmals die freie Wahl beim Anbieter ihres TV-Signals. Als Neuling setzte Swisscom TV vor allem bei der Bedienung und der zeitlichen Flexibilität völlig neue Akzente: So wurde etwa die Bedienungsanleitung überflüssig, das Zurückspulen von Sendungen und sogar das nachträgliche Hinzufügen von verpassten Aufnahmen möglich. Diese wiederum werden nicht mehr auf dem Gerät selbst, sondern in einer sicheren Cloud gespeichert.

Doch das Angebot von über 700 Sendern und Tausenden von Filmen und Serien auf Abruf machte auch eine ganz neue Form der Programmauswahl nötig. Dafür entwickelte Swisscom unter anderem eine Oberfläche, die den Zuschauer auf kommende und verpasste Sendungen aufmerksam macht – jeden persönlich, ganz nach seinem individuellen Geschmack.

Im Bereich Live-Sport ermöglichte Swisscom TV zusammen mit Teleclub etwas, was Fans zuvor jahrzehntelang forderten: Nämlich die Live-Übertragungen sämtlicher Spiel der Top-Ligen; zuerst beim Fussball, später auch beim Eishockey.

Heute nutzen 1,4 Millionen Haushaltungen das TV-Angebot von Swisscom, und die Zahl der Kunden wächst immer noch. Etwas, was zum Zeitpunkt des Starts alles andere als sicher war – schliesslich hatten bereits 100 Prozent der Kunden einen funktionierenden TV-Anschluss.

 

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11 Kommentare zu “Zum Abschalten: So ging Fernsehen früher

  1. „Hierzulande schauen nun 100 Prozent digital“: Meine Grossmuter schaut noch heute Analog auf ihrem hölzernen Nokia Fernseher. 🙂

    1. Also wenn dieser den Geist aufgibt, muss Sie lange suchen, bis sie jemanden findet, der ihn noch repariert. Bei diesen Kisten waren es letztendlich zumeist nur die Lötstellen am Zeilentrafo, die nachgelötet werden mussten 🙂 Wir hatten zu Hause auch erst ab Ende 80er Jahre den ersten Farb-Fernseher. Unglaublich …

  2. und ich hätte doch so gerne Swisscom TV plus, aber mit 20Mbits ist da leider nichts zu machen. (selber schuld wenn man auf dem Lande lebt)

  3. Heute habe ich Hunderte von Sendern, alle mit den gleichen blöden Konserveninhalten. News-Sender sind praktisch gleichgeschaltet. Klassische Hollywood-Movies mit den echten Helden gibt’s fast nur nur noch auf DVD und die tollen 25 Min.Vorabendserien (Graf Yoster etc.) sowie Spitzen-Lifesendungen mit einem Mindestniveau (Kulenkampff) und Top-Stars sind längst Vergangenheit (Trumpisierung des TV’s). Damals gab’s einen Kanalwähler; man war sofort auf dem Programm. Heute muss ich mich mit Lautstärke-Dynamiksprüngen zwischen TV, HDMI und Werbung herumquälen und mich durch eine sogenannte Benutzeroberfläche (wo mir viel zusätzlicher Mist und heisse Luft mit Zusatzgebühren angedreht werden soll) quälen, bis ich dann gnädigst Fernsehen schauen darf. Ab und zu verreist auch noch das Internet mit Swisscom-TV und dann .. gibt’s gottseidank noch die Satellitenschüssel und den DVD-Player. Es dauert dann jeweils etwas länger, bis ich wieder via Internet Fernsehen schaue.

  4. das neue tv?????? nee echt schlecht. hunderte Sender und alles der selbe mist. replay…. will mann es nutzen geht es mit Bestimmtheit gleich mal nicht. aufnehmen ja klaaaar, später schauen… Fehlanzeige, dauernd Probleme wenn mal mit freunden dann den ersehnten film schauen will. wieder mal panne bei tv2.0 jede 2te Woche geht irgend etwas nicht….. für mich unverständlich wie sowas auch noch extra teuer verkauft wird und hoch gelobt werden kann. abzocke pur.

    1. Lieber Peter, vielen Dank für deine Nachricht. Wir verstehen deinen Unmut und bedauern, falls du mit Unterbrüchen und Störungen konfrontiert wirst. Wie du vielleicht selber festgestellt hast, war am Dienstag Swisscom TV 2.0 von einer Störung betroffen, welche mittlerweile behoben ist. Aktuell steht die Funktion „Weiter anschauen“ bei Replay und den Aufnahmen noch nicht zur Verfügung. Melde dich gleich hier für ein Benachrichtigungs-SMS an. So wirst du bei der Behebung der Reststörung informiert: https://www.swisscom.ch/de/…. Liebe Grüsse, Swisscom

  5. Ich bin absolut zufrieden mit dem heutigen fernsehen und mit swisscom. Pannen passieren überall auch in der Technik das hält sich bei mir auch in grenzen. Wenns mal nicht läuft einfach den Router abschalten und wieder einschalten dann gehts meistens wieder. Sonst giebts noch die Hotline von swisscom da wurde ich immer sehr nett beraten👍😊Aber das beste ist doch das man seine Filme schauen kann wann man will! Aber manchmal giebt es eben Leute die sind nie zufrieden und mann kann es bekanntlicherweise auch nicht allen recht machen😩Also in diesem Sinne weiterhin recht viel Spass beim fernsehgucken💻

    1. Liebe Brigitte, vielen Dank für dein positives Feedback. Das freut uns sehr, dass du mit unserer Hotline zufrieden bist. Liebe Grüsse, Swisscom.

  6. Das heutige TV ist genial – auch wenn überall das gleiche läuft was andere kritisieren – is doch egal. Ich setz mich hin, ohne Stress und schaue praktisch nur noch Replay TV, und zwar das was mich interessiert. Und wenn es fertig ist – dann schaue ich die Nachrichten halt Zeitversetz oder habe sie aufgenommen. egal ob Schrot läuft oder nicht, ich schaus mir an wenn ich Lust dazu habe. Ich weiss nicht mal ob die Leute verstanden haben, was das heutige TV überhaupt anbietet…eine tolle Sache – danke Provider – wir erleben ein neues Fernsehen!

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