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Die Lohnrechner der Schweiz

Hier können Sie die Löhne vergleichen

Verdienen Sie genug? Bezahlen Sie gut? Wann ist die Lohnforderung im Bewerbungsgespräch richtig? Stimmt das Angebot für den Job-Kandidaten? Mit diesen Lohnrechnern finden Sie es heraus.

Was verdient der Kollege oder die Kollegin in einer vergleichbaren Stelle? Das lässt sich immer leichter herausfinden. Von Nutzen sind die Zahlen nicht nur für Arbeitnehmende, sondern auch für Arbeitgeber, etwa bei der Vorbereitung eines Bewerbungsgesprächs. Heute sind recht genaue Zahlen für jeden Beruf und jede Funktion greifbar. Denn im Internet sind diverse Lohnrechner und Vergleichslisten öffentlich zugänglich.

Gewiss, es gibt bei jedem Lohnvergleich auch gewisse Unschärfen: Dienstalter, Region, Zusatzausbildungen, Verhandlungsgeschick – allerlei Faktoren sorgen dafür, dass die bezahlten Summen stets ein bisschen abweichen.

Aber wenn man die Daten aus mehreren Rechnern herausfiltert und diese Angaben obendrein mit der eigenen Erfahrung vergleicht, dann erhält man am Ende ein sehr präzises Bild der Lohn-Situation. Das sind die gängigsten Hilfsmittel:

Lohncheck

Die private Firma Lohncheck betreibt einen Lohnrechner, bei dem man recht präzise Angaben über seine aktuelle Lage angeben muss: Anzahl der Jahre in der Branche, Grösse der Firma, höchste Ausbildung — es sind über zwanzig Punkte. Mit einem statistischen Modell werden diese Angaben mit einem Durchschnittswert für vergleichbare Jobs verglichen. Man erfährt also, wie man im Vergleich steht.

Laut eigenen Angaben umfasst die «Lohncheck»-Datenbank mittlerweile 350’000 Befragungen. Auch der Lohnrechner des «Beobachter» führt zu dieser Datenbank.

«Bilanz»-Lohnvergleich

Das gleiche Prinzip wendet auch der Lohnvergleich des Magazins «Bilanz» an: Man gibt anonym seine Daten ein — und darf deshalb auch die Eingaben aller anderen Teilnehmer einsehen: Im Vergleich zum Lohncheck verlangt dieser Rechner etwas weniger Informationen, nämlich rund ein Dutzend.

Heute basiert der «Bilanz»-Lohnvergleich auf über 275’000 Einträgen, die allerdings über mehrere Jahre hinweg gesammelt wurden.

«Lohncomputer» und «Lohnanalyse»

Ganz allgemein ist es so, dass diverse Lohnrechner auf einzelne Datenbanken führen — welche dann am Ende wieder dieselben sind. Wer sich also beispielsweise über den «Lohncomputer» informiert, erhält dieselben Daten wie bei der «Lohnanalyse». Beide Seiten basieren ebenfalls auf freiwilligen Angaben, also Selbsteinträgen. Diese werden dann aber redaktionell geprüft.

Hinter der «Lohnanalyse»-Datenbank steht ein deutsches Unternehmen, das Daten für den ganzen Sprachraum sammelt. Die Datenlage ist hier recht dünn — inzwischen sind es gegen 20’000 Einträge. Der Vorteil: Man kann die wichtigsten allgemeinen Berufsangaben eingeben («Buchhalter», «Automechaniker») und bekommt rasch eine erste Grössenordnung. Und zwar ohne dass man erst selber Daten einfüttern muss.

«Salarium»

Das ist der Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik — er kommt denn auch ein bisschen bürokratisch daher: Man muss bei der Suche recht detaillierte Angaben machen. So unterscheidet der Rechner zwischen 96 verschiedenen Branchengruppen, von «Gewinnung von Steinen und Erden» bis zu «Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten».

Insofern ist «Salarium» vielleicht eher etwas, mit dem sich HR-Profis einen verhandlungssicheren Einblick verschaffen können, als ein Hilfsmittel zur raschen Vorbereitung des Bewerbungsgesprächs.

Die Daten basieren auf der Lohnstrukturerhebung 2014, sind also nicht ganz neu. Die Stärke des «Salariums» liegt darin, dass sich hier selbst für seltene Berufe und kleine Branchen Lohn-Aussagen finden. Insofern ist dieser Lohnrechner gut als Ergänzung.

SGB-Lohnrechner

Auch der Lohnrechner des Gewerkschaftsbunds SGB basiert auf der Lohnstrukturerhebung 2014 – und damit auf rund 1,7 Millionen Löhnen aus 35’000 Privatunternehmen. Wer sich durchklickt, muss also auch nach Branchen fahnden (also zum Beispiel wählen zwischen «Herstellung von elektrischen Ausrüstungen» und «Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten»).

Dafür erhält man die üblichen Gehalts-Bandbreiten sogar aufgeschlüsselt nach sieben Grossregionen. Ein junge Mediamatikerin erfährt beispielsweise, dass das Monatsgehalt in der Genferseeregion zwischen 3’940 und 4’590 Franken pendelt, im Raum Zürich aber zwischen 4’510 und 5’340 Franken.

Fairpay-Lohnrechner

Eine Abwandlung des SBG-Rechners: Fairpay funktioniert gleich, zeigt aber die vorherrschenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf, gefiltert nach 50 Branchen.

Das «Lohnbuch Schweiz»

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich gibt jedes Jahr einen grossen Überblick zu den Gehältern in der Schweiz heraus, geordnet nach Branchen und Sub-Branchen. Dabei werden die Daten aus verschiedensten Quellen gesammelt und zusammengeführt — etwa die GAV-Löhne, Verbandsangaben, die jeweiligen Gehaltskategorien in der öffentlichen Verwaltung etc.

Im Grunde handelt es sich hier also um ein 800 Seiten starkes Buch. Es lässt sich aber auch online als digitale Ausgabe kaufen (65 Franken).

Tipp: Diverse Stellen-Plattformen haben die Daten des «Lohnbuchs» ihrerseits ausgewertet und jeweils eine Auswahl für bestimmte Branchen direkt online zugänglich gemacht. So finden Sie:

«Emolument»

Emolument ist ein internationaler Lohnrechner, der insbesondere für die Finanzbranche und das Management Consulting interessant ist. Die Daten werden global erfasst, der Sitz von Emolument ist in London.

Inzwischen bietet die Site aber auch tausende Angaben über Arbeitsplätze in der Schweiz (nach denen man dann auch gezielt suchen kann). Nützlich ist das Angebot also für alle, die im international orientierten Dienstleistungssektor tätig sind.

Auch Emolument folgt dem Prinzip «Wer Daten eingibt, kann Daten einsehen». Allerdings gibt es hier nicht schematisierte Angaben, sondern man erhält Zugriff auf detaillierte Reports, deren Angaben von Fachleuten überprüft wurden.

 

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