Swisscom US Outpost

Silicon Valley: Unbestrittener Hotspot der internationalen Digital-Wirtschaft

Das Silicon Valley ist das unbestrittene Zentrum für die internationale Digital-Wirtschaft. Welche Ziele verfolgt Swisscom hier und wie können die fünf Gewinner der Swisscom Startup Challenge 2014 konkret vom Swisscom Outpost profitieren? Das und mehr erklären Ursula Oesterle, Leiterin Swisscom Outpost, und Stefan Kuentz, Investment Director Swisscom Ventures im Interview.

Ursula, was macht der Swisscom Outpost im Valley eigentlich?

Ursula: Swisscom ist seit 1998 im Valley – damals mit der Zielsetzung, die Internetwelle für das Telefoniegeschäft zu verstehen sowie Trends und Technologien zu erkennen. Dann platzte die Internet-Blase, und es stellte sich die Frage: bleiben wir im Valley oder gehen wir? Und Swisscom war einer der wenigen Carrier, der geblieben ist. Die Zeiten änderten sich dann wieder, und um 2003 begann der gezielte Austausch mit den Business Units von Swisscom und dem Valley enger zu werden. Themen wie Marketing und Business Modelle „made in USA“ wurden wichtig zu verstehen. Heute sind wir ein gemischtes Team, bestehend aus Mitarbeitern der Abteilungen von Swisscom Schweiz, die alle drei bis vier 4 Jahre rotieren. Inzwischen ist der Swisscom Outpost auch in der Schweiz bekannt, denn wir unterstützen auch andere Schweizer Firmen vor Ort, empfangen regelmässig Wirtschaftsdelegationen und organisieren Roadshows für Schweizer Firmen im Valley.

Stefan, was ist die Rolle von Swisscom Ventures im Valley?

Stefan: 50 Prozent der Investmenttätigkeit von Swisscom Ventures findet in der Schweiz statt und die restlichen 50 Prozent international, und das ist primär im Silicon Valley. Denn von dort kommen die grossen Disruptionen, die auf unser Kerngeschäft Auswirkung haben. Etwa neue Infrastruktur-Software, die Optimierung von Bandbreitendiensten – oder jüngst die Cloud-Technologien. So versuchen wir auch unsere Investments direkt mit der Linie in Zusammenarbeit zu bringen. Swisscom Ventures ist im Silicon Valley seit sieben Jahren aktiv und wir konnten uns über diese Jahre ein etabliertes Netzwerk zu kalifornischen Finanzinvestoren wie beispielsweise Sequoia oder Greylock aufbauen. Natürlich nutzen wir unsere Erfahrungen und Netzwerk um auch unser Schweizer Portfolio zu unterstützen.


«Das Valley ist einfach ein funktionsfähiger Marktplatz.»


Ursula, wie arbeitet Swisscom mit Startups zusammen?

Ursula: Wir haben vier Arten, wie wir mit Startups zusammenarbeiten: connect, co-create, incubate und invest. Connect bedeutet, dass das Startup schon reif ist und ohne grossen Aufwand mit Swisscom verknüpft werden kann. Co-create bedeutet, dass das Startup sein Produkt bis zu 90 Prozent fertigentwickelt hat, und wir entwickeln die Endphase gemeinsam, damit die Produktlösung für Swisscom auch anwendbar wird. Unter incubate verstehen wir die Entwicklung mit Startups im grösseren Rahmen gemeinsam zu machen.  Invest ist eine strategische Partnerschaft oder eine Beteiligung durch Swisscom Ventures, oder je nach dem beides.

Das Valley ist noch immer der Startup-Hotspot schlechthin – welche Gründe hat das?

Stefan: Das Valley ist einfach ein funktionsfähiger Marktplatz, der die besten Talente, Kapital, grosse Unternehmen und Hochschulen zusammenbringt. Und im Zentrum sitzt die ganze Thematik ums Internet, die von einer Welle in die nächste geht. Innovation entsteht im Valley in einer rasanten Geschwindigkeit, weil alles was es braucht, um Startups gross zu machen, aufeinander eingeschliffen ist. Diese Geschwindigkeit betrifft auch das Abwickeln von Finanzierungsrunden. Und das macht es zusätzlich attraktiv für uns dort zu investieren.

Ursula: Das Valley ist der Ort, wo disruptive Innovation entwickelt wird. Weil wir hier eine grosse Masse an innovationsgetriebenen Entrepreneurs und risikobreiten Investoren haben, die bereit sind in eine Vielzahl von bahnbrechende Ideen zu investieren, die oft noch unausgereift sind. Das Silicon Valley entwickelt neue Märkte und Produkte, wohingegen London oder Berlin eher neue Produkte in vorhandenen Märkten hervorbringen. Das Valley lebt vom eigenen Erfolg – jeder IPO und grössere Exit generiert Wohlstand, wieder neue Investoren und Enterpreneurs, die wiederum neue Ideen generieren und nach neuem Erfolg suchen. Diese Evolution geht bis in den 70er Jahren zurück, als die Chip-Industrie eine Vielzahl von neuen Unternehmen und erster Venture Capitalists hervorgebracht hat.


«Ein Schweizer Startup sollte sich die Expansion ins Valley gut überlegen. Das Valley hat ein sehr kompetitives Umfeld.»


Welche Chancen haben Schweizer Entrepreneurs im Valley?

Stefan: Ein Schweizer Startup sollte sich die Expansion ins Valley gut überlegen. Das Valley hat ein sehr kompetitives Umfeld. Aber grundsätzlich glaube ich, dass es für jeden Unternehmer Sinn macht, der in einen globalen Markt einsteigen will, vor Ort die Luft zu schmecken und für sein Business herauszufinden, was die Treiber des Ökosystems sind. Das heisst nicht, dass man gleich ein Office eröffnen sollte. Mit der Swisscom Startup Challenge versuchen wir genau das: einen konkreten Einblick in das Ökosystem im Silicon Valley zu bieten. 

Und sonst glaube ich im Kern, dass nur diejenigen Schweizer Unternehmer ins Valley gehen sollten, die wirklich reif sind, d.h. ein Produkt entwickelt haben, das eine Einmaligkeit mit grossem globalen Wachstumspotenzial ermöglicht, gesteuert über den US amerikanischen Markt.

Welche Möglichkeiten bietet das Valley Schweizer Startups im Valley Fuss zu fassen?

Ursula: Das Silicon Valley bietet verschiedene „Softlanding Zones“. Verschiedene Incubatoren bieten Arbeitsplatz und Netzwerk. Das KTI (Kommission für Technologie und Innovation) unterstützt mit der Schweizer „Landingzone SwissNex“. Mit unserem Office in Menlo Park helfen wir natürlich gerne mit temporären Arbeitsplätzen, was natürlich Grenzen hat – zur Zeit arbeiten wir hier für eine Woche mit den fünf Gewinnern der Swisscom Startup Challenge 2014.

Diese fünf Start-ups haben im Pitch überzeugt. Sie fliegen im Oktober für ein einwöchiges Mentoring-Programm ins Silicon Valley.

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