Management

Warnung: Neun Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Fehler gehören zum Geschäft. Aber es gibt Fehler, die man kaum bemerkt – und die besonders fatal sind. Hier eine Auswahl.

Wer ein Unternehmen leitet, macht ständig Fehler. Entscheidend ist, jene Fehler zu vermeiden, welche die ganze Firma versenken könnten.

Deshalb scheint uns eine Liste bemerkenswert, die wir auf dem US-Fachportal «Business Insider» gefunden haben: «Die 13 schlimmsten Fehler, welche Unternehmer oft begehen». 

Hier einige ausgewählte Warnungen daraus (plus ein paar Zusatztipps):

1. Man will alles sein – für alle möglichen Kunden

Oder anders: Viele Unternehmen haben keinen klaren Fokus. Doch das Problem ist, dass man niemals ein Produkt entwickelt, welches alle denkbaren Kunden befriedigt. Wer zu viel will, bietet am Ende etwas an, das allen ein bisschen gefällt – aber niemandem genug.

Vor diesem Problem warnte jüngst auch der berühmte Startup-Investor Peter Thiel an einer Vorlesung: Peilt keinen zu grossen Markt an! – so der Tipp des Milliardärs an Jungunternehmer. Er selber, so Thiels Beispiel, wurde reich als einer der Gründer von Paypal. Aber dieses Zahlungssystem war ursprünglich bloss gedacht für 24’000 besonders eifrige Nutzer von Ebay. Und nicht für die ganze Welt.

Ein anderes Beispiel bietet Facebook: Im Ursprung war dies ein virtuelles «schwarzes Brett» für die Universität Harvard – mehr nicht. Zum Milliardenkonzern wurde Facebook, nachdem es innerhalb dieses Fokus‘ erfolgreich war und sich danach Schritt für Schritt öffnete.

2. Man will beim Start zu viel

Natürlich möchte jeder Unternehmer ein Produkt anbieten, das alle Kunden gleich vom Hocker haut. Aber dieser Anspruch ist gefährlich: Man verschwendet zu viel Zeit und Geld für Perfektion – und am Ende fehlt die Kraft, um die Kunden zu gewinnen.

Dazu gibt es den bekannten Spruch von Reid Hoffman, dem Gründer von Linkedin: «Wenn du dich für die erste Version deines Produktes nicht schämst, dann hast du es zu spät lanciert.»

Und in der Schweiz schilderte Dominik Grolimund vor einiger Zeit dieses Problem: Der Mitgründer von Wuala wurde an einem Anlass im Zürcher Technopark  gefragt, was der schwerste Fehler beim Aufbau seines Unternehmens gewesen sei. Grolimunds Antwort: dass sich das Team zu lange und zu intensiv um die Technik gekümmert habe, statt die Bedürfnisse der realen Nutzer abzuklären. Dadurch entstand eine Lösung, die viel mehr konnte als die meisten User verlangen. «Wir sind zur gleichen Zeit gestartet wie Dropbox und hätten die gleiche Chance gehabt, weltweit erfolgreich zu sein», so Grolimund.

3. Man kopiert ein Vorbild zu streng

Natürlich ist es gängig, dass man ein erfolgreiches Restaurantkonzept, Modelabel oder Internet-Tool kopiert. Aber das Problem liegt – laut «Business Insider» – darin, dass man dies meistens zu sklavisch tut. Denn sowohl die neuen Firmengründer wie das Zielpublikum in einer anderen Gegend haben leicht andere Fähigkeiten und Bedürfnisse, andere Ideen und Interessen.

Eine wichtige Frage lautet also: Was müsste angepasst und verändert werden? Und vor allem: Was kann man bei der Kopie noch einen Tick besser machen?

4. Man glaubt ans Produkt – und hört dann auf

Es gibt viele Beispiele dafür, dass hervorragende Produkte scheiterten, während dann ein anderer erfolgreich wurde damit. Der Privatcomputer wurde von Rank Xerox erfunden, aber nicht ausgenützt; IBM entwickelte dann den ersten richtigen PC – aber danach wurde die Idee von Apple entscheidend belebt und popularisiert. Und so weiter.

Die Lektion daraus: Man muss nicht nur Produkt entwickeln. Sondern man muss es vermarkten sowie noch viele weitere Probleme beherrschen – bis hin zum Service. Bloss wer all diese Aufgaben beherrscht, kann sich auch langfristig durchsetzen.

5. Man prüft seine Ideen nicht  

Natürlich ist jeder Unternehmer überzeugt, dass die Welt (oder zumindest das Zielpublikum) auf sein Produkt gewartet hat. Aber was ist, wenn er falsch liegt?

Der Tipp von «Business Insider»: Teste deine Ideen. Es ist von Vorteil, wenn man zuerst einmal Feedback von potentiellen Kunden einholt. Dann ist am Ende das Angebot auch besser.

Siehe dazu allerdings nochmals Punkt 2: Man ist zu perfektionistisch… Wenn man es übertreibt, wird es auch wieder problematisch.

6. Man denkt zu aufwändig

Viele Gründer entwickeln eine Infrastruktur, die viel zu gross ist für die Lancierung des ersten Produkts. Sie investieren, als ob der Erfolg bereits programmiert wäre. Damit verbrennen sie Ressourcen – und zwingen sich damit wiederum, rascher zu wachsen, um die Kosten zu rechtfertigen. Ein Teufelskreis zeichnet sich ab.

«Es ist mühsam, wenn die Organisation mit starkem Wachstum mithalten muss», lautet ein Fazit von «Business Insider». «Aber viel schlimmer ist es, wenn man die Kapazität nicht ausfüllen kann.»

7. Man bleibt stur bei seiner Vision

Natürlich vertritt jeder Unternehmer seine Ideen mit viel Herzblut. Aber andere Menschen schätzen viele Details anders ein, und oft ändern sich auch die Umstände – mit der Folge, dass gewisse Chancen wieder verschwinden, während sich gewisse Türen plötzlich öffnen.

Das heisst: So gut eine Idee auch ist – man muss sie auch immer wieder überprüfen und dann etwas anpassen.

8. Man gerät plötzlich in Geldmangel

Geld ist Zeit. Wer seine Kosten nicht so weit drückt wie nur irgend möglich (ohne dass die Qualität des Angebots darunter leidet), der verliert am Schluss die Zeit, die es zum Aufbau eines Unternehmens benötigt. Das heisst: Sparsamkeit hilft, eine Firma durch kritische Phasen zu bringen.

9. Man engagiert jene Leute, die man einfach kriegen kann

Viele Schweizer Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel. Gerade kleine Firmen und Startups sind hier oft chancenlos. Also behilft man sich mit irgendwelchen Leuten, die man irgendwie kennt, und man nimmt einfach, wen man kriegen kann.

Das ist langfristig gefährlich, so die «Business Insider»-Experten. Zumindest versuchen sollte man, mit normalen und professionellen Personalsuche- und Bewerbungsverfahren vorwärts zu kommen.


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