Absicherung für Jungunternehmer

Wie sich Startups am besten versichern

Gründer eines Startups haben ihre Gedanken an vielen Orten, weshalb das Thema Versicherungen oftmals zu kurz kommt. Darauf gilt es zu achten.

Der Versicherungsbedarf eines Startups variiert je nach Branche: Eine Reinigungsfirma muss sich vor allem um Personenversicherungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern, während ein Warenhersteller den Fokus auf Haftpflicht und Sachversicherungen legt. Jedes Startup sollte sich im Klaren sein, welche möglicherweise eintretenden Fälle zu Problemen führen könnten. Entsprechend gilt es, sich – neben den obligatorischen Deckungen – dagegen abzusichern.

 

Sechs Tipps zu Versicherungen für Startups

  1. Analysieren Sie zuerst die Branche und informieren Sie sich über die obligatorischen Deckungen für Ihr Tätigkeitsgebiet.
  2. Was muss konkret passieren, damit jemand mit finanziellen Forderungen auf Sie zukommen könnte? Gehen Sie die Worst-Case-Szenarien durch und klären Sie die Haftbarkeit.
  3. Klären Sie ab, welches Risiko selber getragen werden muss und bei welchem eine Versicherung einspringt.
  4. Eruieren Sie die obligatorischen Versicherungsdeckungen und berücksichtigen Sie die damit verbundenen Kosten im Businessplan.
  5. Haben Sie den Bedarf klar definiert, holen Sie mehrere Angebote ein. Die preislichen Unterschiede können je nach Versicherer bis zu 30 Prozent ausmachen.
  6. Überprüfen Sie die Deckungen laufend und passen Sie sie den Bedürfnissen an.

 

Welche Versicherungen sind obligatorisch?

  • Sobald Personen angestellt sind, ist eine Unfallversicherung (Berufsunfallversicherung) und die Anmeldung bei der AHV zwingend. Arbeiten die Angestellten mehr als acht Stunden pro Woche, muss auch der Nicht-Berufsunfall versichert werden.
  • Ab einem Bruttojahreslohn von 21‘150.– Franken beziehungsweise von 1762.50 Franken pro Monat ist zudem für alle Arbeitnehmer ein Anschluss an eine berufliche Vorsorgestiftung obligatorisch.
  • Ferner können je nach Branche Haftpflichtdeckungen vorgeschrieben werden.

 

Welche fakultativen Versicherungen sind empfehlenswert?

  • Das kommt ganz auf das potenzielle Risiko und die Liquidität der Firma an. Es gilt der Grundsatz: Jedes grosse Risiko soll abgesichert werden; jedes kleine Risiko soll selber getragen werden. Ein Startup ist an sich ein Wagnis und sollte deshalb unter keinen Umständen überversichert werden.
  • Die fakultative Krankentaggeldversicherung deckt den Lohnausfall eines Mitarbeiters bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit. Besteht beim Startup keine entsprechende Deckung, ist es für eine bestimmte Zeit zur Lohnfortzahlung gemäss der jeweiligen kantonalen Skala (zum Beispiel Berner oder Zürcher Skala) verpflichtet. Wann soll ein Startup eine solche Versicherung abschliessen? Dies entscheidet vor allem die Liquidität des Unternehmens. Wenn es keinen hohen Liquiditätsgrad hat oder aus sozialen Überlegungen eine längere Krankheit eines Angestellten überbrücken möchte, kann es das Risiko auf seine Krankentaggeldversicherung abwälzen.

 

Worauf müssen Gründer in Zukunft achten?

  • Gründer sollten die Deckung laufend dem Geschäftsgang des Unternehmens anpassen. Wenn sie zu Beginn die versicherungstechnische Mindestlösung angepeilt haben, ist diese nach drei Jahren und beispielsweise einer 1000 Prozent höheren Lohn- und Umsatzsumme nicht mehr adäquat.
  • Beim BVG ist der versicherte Jahreslohn für die langfristigen Invaliditätsrenten massgebend. Da die Löhne in der Startphase meistens tief sind, ist somit die Absicherung meistens nur ungenügend gewährleistet. Es muss die Frage geklärt werden, was passiert, wenn man während dieser Zeit aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit arbeitsunfähig wird.
  • Dazu gilt es, den Fokus auf die langfristige Abdeckung zu legen. Empfehlenswert ist sicher eine zusätzliche Absicherung über eine Dritte Säule. Diese garantiert bei Eintreten des schlimmsten Falles ein langfristiges Halten des Lebensstandards und erspart die Sozialhilfe.

 


Giles Magnin

Autor

Der Versicherungsexperte Giles Magnin arbeitet seit 2005 in der Versicherungsbranche. 2013 gründete er den neutralen Online-Versicherungsbroker esurance.ch mit Sitz in Meilen, um den administrativen Aufwand für die Versicherungsnehmer zu reduzieren und eine möglichst optimale Verwaltung der jeweiligen Versicherungen sicherzustellen. 


 

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