Studie zum Standort Schweiz

Digitalisierung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von KMU

Wie machen Schweizer KMU Standortnachteile wie höhere Lohnkosten gegenüber ausländischen Konkurrenten wett? Der Schlüssel liegt in der Digitalisierung, wie eine Studie aufzeigt. Doch nicht alle Firmen sind gleich weit.

Gut qualifizierte Mitarbeiter sind der wichtigste Erfolgsfaktor für Schweizer KMU. Und den Standortnachteilen gegenüber dem Ausland begegnen die Unternehmen mit neuen Technologien und der Digitalisierung von Geschäftsprozessen.

Das besagt die Studie «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU 2016», die die Credit Suisse dieses Jahr bereits zum fünften Mal durchgeführt hat. Befragt wurden rund 2’000 Firmen, etwa 40 Prozent davon mit weniger als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies ist auch das Segment, das vor allem binnenorientiert ist. Hier liegt bei rund 60 Prozent der befragten KMU der Exportanteil am Umsatz bei unter 10 Prozent.

Höhere Kosten und Frankenschock

Obwohl hiesige KMU dem Standort Schweiz insgesamt ein gutes Zeugnis ausstellen, sehen die Firmen auch Nachteile gegenüber der Konkurrenz im Ausland. Diese Nachteile liegen vor allem bei den Erstellungskosten, also etwa für Produktion, Arbeit und Transport. Auch die Frankenstärke belastet die Firmen nach wie vor.

Kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewerten den Standort Schweiz etwas weniger positiv. Gemäss der Autoren der Studie dürfte dies daran liegen, dass diese Firmen mehr Schwierigkeiten haben, hochqualifizierte Fachkräfte zu finden.

 

Mit Digitalisierung Nachteile ausbügeln

Als wichtigstes Mittel gegen die Standortnachteile sehen die KMU die Digitalisierung von Arbeits- und Produktionsprozessen. Fast drei Viertel der Befragten setzen stark auf diese Massnahme, um die Effizienz zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.


Digitalisierungsgrad in Schweizer KMU nach Umsatz. (Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2016)

 

Der Digitalisierungsgrad variiert von Branche zu Branche. Am weitesten fortgeschritten sind KMU aus den Bereichen ICT, Verkehrs- und Transportwesen und die Elektroindustrie. Hier ist die Digitalisierung naheliegend respektive zwingend, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Tendenziell sind junge Firmen und grössere KMU stärker digitalisiert. Bei ersteren ist die Nutzung von ICT selbstverständlich und wurde bereits bei der Firmengründung berücksichtigt. Zweitere können die nötigen Investitionen besser stemmen als kleinere Firmen. Der Digitalisierungsgrad hängt also auch von Branche und Wettbewerbsdruck ab. Doch dürften auch kleinere KMU von der Digitalisierung von Geschäftsprozessen stärker profitieren können, als dies heute der Fall ist.

 

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