Gastbeitrag aus der Praxis

Die Pflege der Unternehmenskultur lohnt sich

Ein Geschäftsführer muss die persönliche Situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigen, um sein KMU erfolgreich zu führen. Dafür plädiert Peter Fasler, langjähriger Unternehmer und CEO, in seinem Gastbeitrag.

In den vergangenen Monaten habe ich mir bewusst Zeit genommen, auf meine beruflichen Aktivitäten zurückzublicken. Ich bin seit mehr als 20 Jahren als CEO der MC Group, als Unternehmer, Manager auf Zeit, Projektleiter usw. tätig. Dabei habe ich erkannt, dass insbesondere mit sozialen Themen ein wesentlicher Beitrag zur positiven Gestaltung der Unternehmenskultur geleistet wird.

 

Persönliche Schwierigkeiten ansprechen

Ich habe diese Erkenntnis mit meinen privaten und beruflichen Kontakten diskutiert und bin in meinen Folgerungen bestätigt worden. Ich bin zum Schluss gekommen, dass Projekte und Aufgaben keinen nachhaltigen Erfolg haben, wenn die sozialen Aspekte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht oder zu wenig berücksichtigt werden. Der erfahrene Unternehmer und Manager wird nun sagen, dass dies ja wohl völlig selbstverständlich sei. Aber, Hand aufs Herz, welcher Unternehmer und welches Kadermitglied kann sich die Zeit nehmen, sich den vielfältigen Sozialproblemen seiner Mitarbeiter anzunehmen? Wer hat dazu die entsprechende Ausbildung oder Erfahrung?

Sehr oft werden solche Themen deshalb ausgeblendet oder beiseite geschoben mit der Begründung, das habe nichts mit dem Unternehmen zu tun, das se Privatsache. Wie wir aber alle wissen, beeinflussen soziale Probleme unserer Mitarbeiter in der Regel auch das Handeln im Arbeitsprozess. Wenn ich hier nun stichwortartig einen kleinen Auszug aus meinen Erfahrungen mit persönlichen Schwierigkeiten der Mitarbeiter aufliste, werden sich viele von Ihnen an eigene Herausforderungen zurückerinnern: Suchtprobleme, emotionelle Instabilität, fachliche Probleme, wirtschaftliche Probleme, Burnout, Über-/Unterforderung, kulturelle Probleme, Religion/Missionierung am Arbeitsplatz, Beziehungsprobleme, Mobbing, körperliche/geistige Behinderungen.

 

Mitarbeiter und Fachleute einbeziehen

In meinen diversen beruflichen Aktivitäten wurden mir immer wieder soziale Problemstellungen meiner Mitarbeiter auf direktem oder indirektem Wege zugetragen. Selber durchgeführte Erhebungen (Beobachtungen, Gespräche, Umfragen) und anschliessende Analysen der entsprechenden Problemstellungen führten jeweils zu einem spezifischen Vorgehen.

In intensiver Zusammenarbeit mit der betroffenen Person und teilweise unter Einbezug ihrer direkten Vorgesetzten oder einer anderen Vertrauensperson haben wir konkrete Lösungsansätze erarbeitet. Wesentlich dabei war, dass die Betroffenen selbst die Führung übernahmen und jederzeit auf einen Coach ihres Vertrauens zurückgreifen konnten. Das Ergebnis war für alle Beteiligten positiv. Die Motivation der Mitarbeiter konnte mit den erreichten kurz-, mittel- und langfristigen Zielen massiv gesteigert werden.

 

Pflegen Sie die Unternehmenskultur!

Vielen Unternehmern ist natürlich bewusst, dass Projekte wie Prozess-, Warenfluss-, Vertriebs-, Entwicklungs- und andere Optimierungen durchaus erfolgreich sein können. Der nachhaltige Erfolg ergibt sich aber nur dadurch, dass alle am Prozess beteiligten Personen eine unternehmerische Verantwortung innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs übernehmen dürfen, können und wollen. Oder anders ausgedrückt, das Mitarbeiterpotential muss und kann wesentlich besser genutzt werden.

Das sind selbstverständlich grosse Herausforderungen für alle Führungsstufen. Insbesondere KMU müssen sich in Zukunft vermehrt Zeit nehmen, das Coaching ihrer Mitarbeiter zu planen. Seminare und Workshops sind ein Teil davon, praxisnahe permanente oder sporadische Begleitung im Tagesgeschäft ist aber unabdingbar.

Neben vielen technischen und organisatorischen Potentialen wie Unternehmens-, Projekt-, Prozess-Optimierung hat meiner Überzeugung nach die Optimierung der Unternehmenskultur das weitaus grösste – aber auch komplexeste –  Potential. Es muss von fundamentalem Interesse jedes Unternehmers sein, dieses Potential zu erkennen und zu nutzen. Die Verantwortung dazu kann und darf nicht delegiert werden!

Durch den Einbezug aller relevanten Personen mit Ziel-, Finanz- und Personalverantwortung und gegebenenfalls mit Unterstützung durch externe Fachleute können nachhaltige positive Veränderungen in einer Unternehmenskultur erfolgreich umgesetzt werden.

Ich fordere alle Unternehmer, Manager und Mitarbeiter auf, über das Thema «Unternehmenskultur» intensiv nachzudenken und ermutige diese, sich dieser Herausforderung zu stellen. Ich glaube fest daran, dass dadurch das enorme Nutzenpotential erkannt wird.

 


Peter Fasler, CEO MC GroupAutor:

Peter Fasler ist Wirtschaftsberater und CEO der MC Group GmbH in Baar. Er besitzt langjährige Erfahrung und Kernkompetenzen in Unternehmensführung, Management auf Zeit und Projektmanagement. Er führt und begleitet seit über 20 Jahren KMU.

 

 

 


 

 

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