Führung

Wie man ein souveräner Redner wird

Sie wissen nicht, wie man einen guten Auftritt vor Publikum hinlegt? Sie werden nervös, wenn Sie vor Mitarbeitern, Investoren oder an einer Konferenz auftreten müssen? Das ist völlig normal. Jetzt benötigen Sie nur noch ein paar Tricks.

Es gehört zur Geschäftsführung, dass man von Zeit zu Zeit eine kleine Ansprache hält, ob vor Mitarbeitern oder Investoren, ob an einem Teammeeting oder an einem Branchentreffen. Und je erfolgreicher jemand wird, desto öfter kommt er in die Situation, dass er vor zehn, zwanzig, fünfzig, hundert oder auch fünfhundert Menschen eine Rede halten muss.

Nur: Das können nicht viele. Zumindest können es nicht viele gut.

Einer, der sich mit diesem Problem ständig auseinandersetzen muss, ist Richard Branson. Als Gründer von acht Milliardenkonzernen ist der Engländer einer der erfolgreichsten Unternehmer aller Zeiten – und folglich ein halbberuflicher Dauer-Redner.

Aber Sir Richard hasst es, vor grösseren Gruppen aufzutreten. Er fand es schon in der Schule furchtbar, und er empfindet sich selbst heute als unbegabt dazu.  

Geht es Ihnen vielleicht gleich? Richard Branson wirkt andererseits durchaus souverän in seinen öffentlichen Auftritten. Er kann seine Unsicherheiten also überspielen und mit ihnen umgehen.

Wie er das tut, beschrieb er nun in einem Artikel für das Fachorgan «Entrepreneur». Seine Methode besteht im Kern aus vier Tricks.

1. Denke Dich woanders hin.

Wenn Sie vor einer grösseren Gruppe auftreten müssen, dann stellen Sie sich vor, diese Gruppe sei gar nicht da. Versetzen Sie sich einfach geistig eine Situation, in der Sie sich wohl fühlen.

Dieser Ratschlag wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas schräg. Und in der Tat, so Branson, müsse man den Vorstellungs-Sprung eine Zeit lang üben. Inzwischen falle es ihm aber völlig leicht, sich vor einem grossen Publikum vorzustellen, er sässe zuhause am Tisch mit einigen guten Freunden und erzähle denen eine Geschichte. Dadurch verfliegt die Furcht, und der Tonfall wird auch gleich natürlicher und sympathischer.

2. Eine Ansprache ist harte Arbeit

Für den zweiten Ratschlag bedient sich Branson bei Winston Churchill – der bekanntlich als einer der besten Redner seiner Zeit galt. Der englische Premierminister war nicht einfach ein politisches Naturtalent, sondern er erarbeitete sich jede Rede mit grossem Fleiss. 

Seine Faustregel: Für jede Minute Ansprache eine Stunde Vorbereitung. Das heisst konkret: Man muss seinen Auftritt üben, üben und nochmals üben – bis man jede Passage und jeden Übergang praktisch im Schlaf aufsagen könnte.

Wenn man dann soweit ist – so die Erfahrung von Richard Branson –, fällt es völlig leicht, diesen Auftritt ganz souverän durchzuziehen.

3. Die Frage der Länge

Auch für den nächsten Tipp bedient sich Branson bei Winston Churchill. Von dem stammt nämlich der Spruch, dass eine gute Rede so sein soll wie das Kleid einer Frau: «Lang genug, um das Entscheidende abzudecken, aber kurz genug, um Interesse zu wecken.» 

Doch den zweiten Teil dieses Tipps vergessen viele: Kaum jemand kann ein Publikum über eine längere Dauer fesseln – aber manch einer reder und redet und redet und redet. Profis indessen halten sich knapp. Selbst ein Winston Churchill gestattete es sich nie, länger als 25 Minuten zu reden. 

4. Seien Sie ruhig nervös

Zuletzt verweist Richard Branson noch auf eine Weisheit von Mark Twain: «Es gibt nur zwei Arten von Rednern: Erstens die nervösen, zweitens die Lügner», hatte der Schriftsteller einmal bemerkt. 

Das heisst: Wenn Sie vor einem Auftritt nervös werden, dann sind Sie in bester Gesellschaft. Es hilft schon viel, wenn man sich dessen bewusst ist. Selbst erfahrenste Prominente, Politiker und Wirtschaftsführer werden noch nervös, wenn sie ins Rampenlicht müssen.

Redner Richard Branson findet das auch völlig in Ordnung: «Ein bisschen Bammel schärft die Gedanken, lässt das Adrenalin fliessen und hilft dabei, sich zu konzentrieren.»


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