Raum für Ideen

Wie Sie die Kreativität der Mitarbeiter fördern

Die Kreativität ist ein wichtiger Rohstoff zum Unternehmenserfolg eines jeden KMU. Es gibt verschiedene Massnahmen, um diesen Erfindergeist innerhalb der Firma zu wecken.

Kreative Teams sind für KMU ein unschätzbarer Mehrwert. Ob es um die Lösung eines administrativen Problems oder um die Entwicklung eines neuen Produktes geht: Die Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vom Lehrling bis zum Geschäftsführer, ist entscheidend für den Erfolg. Doch es gibt keine Zauberformel, mit der sich die Kreativität des Personals anregen lässt. Konkrete Methoden helfen dabei, eine förderliche Atmosphäre zu schaffen. Das KMU-Portal des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) hat einen Überblick zusammengestellt.

 

Ideen bei den Mitarbeitern abholen

Es ist zwar wichtig, Ideen zu finden, vor allem aber müssen sie nach aussen gelangen. Maja Bijlenga ist CEO von Propaganda Live, einer Genfer Kommunikationsagentur, die Kreativitäts-Events veranstaltet. Wenn es ein Problem gibt, fragt die Firmenchefin ihre Team-Mitglieder jeweils: «Und wie würdest du das machen?» Wenn die Vorschläge aufmerksam angehört und umgesetzt werden, fördert dies das persönliche Engagement. Die Managerin betont: «Es ist ganz wichtig, die Mitarbeiter wertzuschätzen und ihnen vor allem für ihren Beitrag zu danken!»

 

Raum für Kreativität schaffen

Die Entstehung von Ideen zu fördern, bedeutet auch, dass man seinen Mitarbeitern Zeit einräumt, um sich diesen Gedanken zu widmen. Antoine Perruchoud, Leiter des Instituts Entrepreneurship und Management an der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) Wallis, rät den Managern, Räume für den gegenseitigen Austausch einzurichten, in denen die Beschäftigten ungezwungen miteinander sprechen können. «Google bietet zum Beispiel die Möglichkeit, 20% der Arbeitszeit für kreative Prozesse zu nutzen, ausserdem offene Räume, die spontane Begegnungen in total entspannter Atmosphäre ermöglichen.»

Bei Propaganda Live gibt es solche Begegnungsräume überall. «Ein Gespräch an der Kaffeemaschine oder in einer Zigarettenpause wird häufig als verlorene Zeit angesehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wir glauben, dass man diese Orte, die als Inspirationsquelle dienen, wertschätzen sollte», sagt Maja Bijlenga. Sie hält es auch für falsch, den Zugang zu sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz zu blockieren, da diese ebenfalls wertvolle Quellen für neue Ideen und Kooperationen sind.

 

Brainstorming, Brainwriting und Crowdsourcing

Brainstorming ist eine weit verbreitete Methode zur Problemlösung. Antoine Perruchoud hält diese Methode aber in gewissen Fällen für räumlich und zeitlich zu beschränkt. Der Professor favorisiert Brainwriting, das auf demselben Prinzip beruht, aber schriftlich und zeitversetzt erfolgt. Die Chefin von Propaganda Live erzählt, dass die Kreativität in ihrer Agentur ständig im Fluss ist, weil jeder Mitarbeiter immer ein Notizbuch bei sich trägt. Darin notiert er seine Ideen, um sie bei Gelegenheit mit anderen zu teilen. «Das Zettelkastenprinzip finden wir nicht so gut», sagt Maja Bijlenga. «Es kommt nicht selten zu Missverständnissen, und oft landen diese Zettel einfach in einer Schublade.» In ihrer Firma wird Brainstorming eingesetzt, wenn ein neuer Auftrag eingegangen ist. Er wird allen vorgelesen, damit jeder sagen kann, wie er die Aufgabe verstanden hat. Das Ergebnis wird dem Kunden geschickt, der damit allfällige Missverständnisse ausräumen oder seine eigenen Erwartungen überprüfen kann.

Eine Möglichkeit, die sich dank des Internets bietet, ist das Crowdsourcing, also die Nutzung der Schwarmintelligenz zugunsten der Kreativität. «Wir bieten den Unternehmen eine Internetplattform, auf der ein zu lösendes Problem präsentiert wird», erzählt Antoine Perruchoud. «Ein paar Wochen lang kann jeder eine Idee einbringen oder über die Idee eines Kollegen diskutieren. Es können auch Externe eingeladen werden, sich daran zu beteiligen.»

 

Routine tötet die Kreativität

Ein Ausflug in die Stadt, ein Spaziergang in der Natur oder einfach anderes Schreibmaterial sind einige der Methoden, die Maja Bijlenga einsetzt, wenn ihre Mitarbeiter eine Blockade haben. An den Bürowänden hängen Bilder, die zum Arbeitsthema passen. Das fördert die Inspiration und verändert die visuelle Umgebung regelmässig. An der Decke sind Sätze in Neonfarben aufgemalt, was dazu einladen soll, den Geist schweifen zu lassen. Die Arbeitsplätze und auch die Aufgabenverteilung werden häufig gewechselt. «Das Problem der Grossunternehmen ist ihre Starre. Sie müssen feste Abläufe entwickeln, und das hemmt die Kreativität. Als KMU hat man mehr Freiheiten. Natürlich haben wir bei ums auch gewisse Vorgaben, aber sie dienen eher als Werkzeug und nicht als absolute Regeln.» Für die Firmenchefin sind die drei Feinde der Kreativität fehlendes Zuhören, fehlende Ausdrucksmittel und allen voran Routine.

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