Fünf Tipps, wie Arbeitgeber mit Praktikanten umgehen sollten

Wissen aufbauen und austauschen

Damit ein Praktikum für beide Seiten zum Erfolg wird

Junge, gut ausgebildete Praktikanten bringen neue Impulse in ein Unternehmen. Im Gegenzug können Sie sich wertvolles Wissen aneignen und sich fit für die Arbeitswelt machen. Denn gerade in der digitalisierten Welt ist dieser Austausch wichtig. Fünf Empfehlungen aus der Praxis, damit ein Praktikum eine Win-Win-Situation wird.

Als junges Online-Unternehmen ist Gryps nicht nur Teil des digitalen Wandels, wir gestalten ihn auch mit. Unser Know-how ist deshalb für Studenten und Studienabgänger besonders interessant. Und als «Digital Shapers» sehen wir uns in der Verantwortung, Wissen weiterzugeben und Fachkräfte aufzubauen – schliesslich sichern gut qualifizierte Mitarbeiter die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen.

Das ist auch der Grund, weshalb wir bei Gryps regelmässig Praktikanten beschäftigen. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass junge, gut ausgebildete Praktikanten dem Unternehmen viele wertvolle Impulse bringen. Ein erfolgreiches Praktikum ist also eine Win-Win-Situation. Damit diese eintritt, braucht es gute Vorbereitung und gezielte Begleitung. Diese fünf Punkte schaffen dafür eine gute Grundlage.

1. Unternehmen tragen Verantwortung. Praktikanten sind keine billigen Arbeitskräfte

Als Arbeitgeber hat man die Pflicht, Praktikanten weiterzubilden und sie zu fördern. Sie einfach als billige Arbeitskräfte einzusetzen, ist weder fair noch zielführend. Deshalb sollten im Arbeitsvertrag Ausbildungsziele und Beschäftigungsgrad festgehalten und ein angemessener Praktikantenlohn vereinbart werden. Wichtig: Auch Praktikanteneinkommen sind der Sozialversicherungspflicht unterstellt, und es müssen entsprechende Leistungen erbracht werden. Wenn ein Unternehmen bei solchen personellen Fragen Unterstützung braucht, kann es zum Beispiel auf das Know-How einer externen Personaladministration zurückgreifen.

2. Praktikanten sorgfältig auswählen – Softfaktoren sind entscheidend

Es ist wichtig, zu prüfen, ob die Praktikumsbewerber ihr im Studium erworbenes Wissen bei den gestellten Aufgaben auch einsetzen können. Diese sollten aber auch von ihrer Art und den Neigungen her ins Unternehmen passen. Ein Hinweis darauf ist, wenn sich ein Praktikant bei den Vorstellungsgesprächen motiviert, lernbegierig und zuverlässig zeigt.

Solche Softfaktoren sind entscheidend, da sich das fachliche Know-how bei Praktikanten erst noch entwickeln muss. Ebenso wichtig ist es, abzuklären, ob ein angehender Praktikant mit dem Praktikumslohn über die Runden kommt. Hat die Person bereits viele finanzielle Verpflichtungen, die mit dem Praktikumslohn nicht mehr beglichen werden können? Könnte dies zum Problem werden und zu einem vorzeitigen Abbruch des Praktikums führen?

Die Erfahrung zeigt zudem, dass sich junge Menschen gerne darin überschätzen, wie viele Aufgaben sie unter einen Hut bringen können. Das gilt auch besonders für Praktikanten, die noch studieren und Prüfungen ablegen müssen. Auch Arbeitswege von einer Stunde und mehr zermürben auf die Länge.

3. Genügend Zeit für die Betreuung und regelmässige Feedback-Gespräche einplanen

Als Unternehmen sollte man genügend Zeit für die Betreuung einplanen. Ein Crash-Kurs am ersten Arbeitstag reicht nicht. Die neuen Praktikanten brauchen eine Schritt-für-Schritt-Einführung in die Arbeit, damit sie in ihre Aufgaben hineinwachsen können. Und es ist wichtig, dass sie einen zuverlässigen Ansprechpartner für ihre Fragen haben und regelmässige Feedback-Gespräche durchgeführt werden. Idealerweise finden diese mindestens einmal pro Monat statt. Wichtig sind auch schriftliche Vorlagen, an denen sich die Praktikanten orientieren können.

4. Fordern, aber nicht überfordern

Fördern ist wichtig. Genauso wichtig ist aber auch das Fordern. Erst wenn Praktikanten mit Herausforderungen konfrontiert werden, können sie an ihrer neuen Aufgabe wachsen. Gleichzeitig kann man an sie nicht dieselben Anforderungen stellen wie an erfahrene Mitarbeiter. So darf man nicht erwarten, dass Praktikanten völlig selbständig Probleme durchgehen können. Auch ist es wichtig, Ihnen die Unternehmenskultur zu erklären und wie im Unternehmen und im Umgang mit Kunden kommuniziert wird. Und man muss sich bewusst sein, dass alles etwas länger dauert.

5. Praxis macht den Profi

Praktikanten, die gut eingearbeitet und betreut werden, entwickeln sich meist sehr schnell positiv, so dass sie im Unternehmen sinnvoll einsetzbar sind und mit frischem Blick neue Perspektiven einbringen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn ein Praktikum nicht nur ein paar Monate dauert, sondern idealerweise ein Jahr. Damit bekommen Praktikanten den nötigen Schliff, den sie brauchen, um erfolgreich ins Berufsleben einzusteigen. Denn, viele Unternehmen prüfen Bewerbungen gar nicht erst, wenn Berufseinsteiger kein Praktikum absolviert haben.

 


Autorin:

Priska Schoch, GrypsPriska Schoch ist Co-CEO bei GRYPS Offertenportal AG. Der Offertenservice Gryps.ch hat sich darauf spezialisiert, KMU bei der Beschaffung von Office-Equipment und Dienstleistungen zu unterstützen. Dazu nimmt Gryps den Unternehmen die Suche nach dem passenden Anbieter ab. Statt stundenlanger Recherchen im Netz finden Kaufinteressenten innert kurzer Zeit über Gryps.ch zu drei passenden Anbietern. Die Bandbreite von möglichen Produkten und Services, die man sich via Gryps offerieren lassen kann, reicht dabei von der Software-Entwicklung über Büroinfrastruktur bis hin zum HR-Outsourcing. Für Kaufinteressenten ist die Dienstleistung kostenlos. GRYPS beschäftigt derzeit vier Praktikanten.


 

Titelbild: Strandperle

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