Tipps für die Firmengründung

Damit Start-ups nicht im Justizsumpf versinken

Die Gründung einer eigenen Firma ist, was die rechtlichen Aspekte betrifft, mit vielen Stolpersteinen verbunden. Ein Start-up sollte sich deshalb umfassend informieren und klare Ziele festlegen, die erreicht werden müssen.

Rechtsform

Eine der ersten Fragen, ist welche Unternehmensform gewählt wird. Zur Auswahl steht ein Einzelunternehmen, eine AG, eine GmbH oder auch eine Kollektivgesellschaft. Letzteres ist jedoch die am wenigsten verbreitete Variante in der Schweiz.

In einem Einzelunternehmen haftet der Gründer mit seinem Privatvermögen, da das Unternehmen und die Person nicht getrennt werden. Auch muss somit hier nur eine Steuererklärung ausgefüllt werden.

Sobald es sich um mehrere Gründer handelt, bietet sich aus Haftungsgründen eine AG oder GmbH an.

  Einzelfirma GmbH AG Kollektiv-
gesellschaft
Akteure Einzelperson Gesellschafter Aktionäre Zwei oder mehr Gesellschafter
Startkapital CHF 0 CHF 20’000 CHF 50’000 CHF 0
Haftung Persönliche Haftung GmbH haftet AG haftet Solidarische Haftung

Mögliche Geldquellen für die Finanzierung

  • Private Darlehen
  • Pensionskassengelder
  • Bankkredit
  • Fördermittel

Verträge

Alle Verträge, die abgeschlossen werden, sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden. Die Formulierung muss klar und deutlich sein. Verbindliche AGBs müssen festgelegt werden.

Bei Verträgen mit längeren Laufzeiten muss bedenkt werden, dass die Verpflichtung besteht, auch wenn sich die Umstände eventuell verändert haben. Wenn beispielsweise ein mehrjähriger Mietvertrag eingegangen wird, kann der Standort nicht so einfach gewechselt werden. Dies ist natürlich dann sehr ungünstig, wenn sich herausstellt, dass an diesem Ort nicht die gewünschte Zielgruppe angesprochen wird.

Personalwesen

Für Angestellte sollten exakte Arbeitsverträge verfasst werden. Darin sollen insbesondere die Punkte bezüglich Krankheit, Unfall, Überstundenentschädigung und Kündigung geklärt sein. Diese Verträge richten sich nach dem Arbeitsrecht.

Unter keinen Umständen sollte das Bezahlen der Sozialabgaben versäumt werden. Der Einzelunternehmer oder der Verwaltungsrat haften ansonsten mit dem Privatvermögen.

Schutz des geistigen Eigentums

Wenn Produkte und Dienstleistungen nicht rechtlich geschützt sind, können sie von Konkurrenten und Mitarbeitern kopiert werden. Um dies zu verhindern, müssen Marken, Logos und Patente bei Eidgenössischen Institut für geistiges Eigentum IGE registriert werden. Zu beachten ist, dass Patente nicht international gelten. Auslandspatente anzumelden ist nicht jederzeit möglich, sondern nur innerhalb einer gewissen Frist. Eine gute Vorbereitung ist hier wichtig, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Ein Start-up wird heute in der Gründungsphase nicht mehr sich selbst überlassen. Der gesamte Prozess hat sich professionalisiert und auch institutionalisiert. Diverse Anlaufstellen und Förderprogramme stehen zur Verfügung, an die sich angehende Selbstständige wenden können. Mit der Klärung der wichtigsten Fragen bei der Unternehmensgründung, können so die Stolpersteine sicher umgangen werden.

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