4 Argumente

Wie profitieren regionale Unternehmen von Hochschulforschung?

Internationale Forschung trägt wesentlich zur Konkurrenz- und Innovationsfähigkeit von Schweizer Unternehmen bei. Damit ist sie ein entscheidendes Element der Wirtschaftsförderung.

Die folgenden vier Argumente sollen dies veranschaulichen:

Argument 1: Aussenwahrnehmung und Erkenntniserweiterung

Im Zuge der Globalisierung werden immer mehr Unternehmen mit Fragen im internationalen Kontext  konfrontiert, sei es bezüglich eines internationalen Managements oder der Wirtschaftsinformatik, wie beispielsweise einer internationalen Abrechnungsvorschrift im elektronischen Geschäftsverkehr. Bei internationaler Forschung wird die Aussensicht auf die Schweiz mitberücksichtigt. Forschungsprojekte, bei denen (Schweizer) Hochschulen und Wirtschaftspartner aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, erlauben verschiedene Perspektiven auf die Unternehmenslandschaft innerhalb der Schweiz, vom Ausland auf Schweizer Unternehmen und von der Schweiz auf ausländische Unternehmen.

Argument 2: Lösungsvielfalt durch Inputs aus anderen Ländern

Durch den kontinuierlichen Austausch mit Forschenden aus der ganzen Welt und die Teilnahme an internationalen Konferenzen halten sich Schweizer Forschende auf dem Laufenden. Wenn Unternehmen mit Fragestellungen an sie herantreten, auf die es keine Standardlösung gibt, wissen sie vielleicht von ähnlichen Fragestellungen in anderen Ländern und können dieses Know-how auf den schweizerischen Unternehmenskontext übertragen. Für Schweizer Unternehmen bedeutet das, dass sie nicht nur eine Lösung präsentiert bekommen, sondern eine Vielfalt von Lösungen, aus denen sie dann diejenige wählen können, die für sie stimmt.

Argument 3: Wissenstransfer in die Aus- und Weiterbildung

An Hochschulen Forschende sind in der Regel gleichzeitig Dozierende. So können die Erkenntnisse, die sie im Austausch mit internationalen Forschenden gewinnen, direkt in den Unterricht einfliessen. Die Studierenden werden auf den neusten Stand gebracht und lernen den globalen Wissens-, Produkt- und Dienstleistungsverkehr schon im Studium kennen.

Argument 4: Renommee und Nachwuchs

Internationale Forschung trägt dazu bei, an einer Hochschule ein Renommee aufzubauen, etwa dadurch, dass die Hochschule in Konferenzschriften und in der Presse erwähnt wird. Dies ist für Folgeprojekte, für den Austausch von Studierenden sowie für die Akquisition von in- und ausländischen Studierenden wichtig. Ausländische Studierende kommen für ein gesamtes Studium oder für einen temporären Austausch in die Schweiz, führen Projekte und Praktika durch und lernen Schweizer Unternehmen kennen. So werden sie zu Botschafterinnen und Botschaftern für die qualitativ hochstehende Arbeit, die in Schweizer Unternehmen geleistet wird. Schweizer Studierende wiederum, die – quasi im Gegenzug – für ein oder mehrere Semester ins Ausland gehen, zurückkehren und einen Job suchen, können als Nachwuchs wertvolle Inputs in hiesige Unternehmen bringen.

Fazit

Hochschulforschung nimmt eine Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Praxis wahr. Sicher revolutioniert nicht jedes Projekt das Gedankengebäude einer Wissenschaftsdisziplin und leitet einen Paradigmenwechsel ein. Vielleicht wird aber, abgeleitet vom Wissen, das im Austausch mit Forschenden aus aller Welt weiterentwickelt wurde, ein Prototyp geschaffen, der einem regionalen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil ermöglicht. Deshalb ist es essenziell, dass internationale Forschungskooperationen sowie Studierendenaustauschprogramme weiterhin bestehen bleiben und gefördert werden. Die Schweiz von solchen internationalen Programmen auszuschliessen, bedeutet  in einzelnen Bereichen einen Rückschritt von mehreren Jahrzehnten.

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