BVG

Durchblick im Vorsorgedschungel

Mit einer Firmengründung stellt sich dem Unternehmer auch immer die Frage der beruflichen Vorsorge, sowohl für sich wie auch für seine Angestellten. Während man im Angestellten-Dasein wenig bis gar keine Flexibilität bezüglich der Ausgestaltung der eigenen Pensionskasse hat, sieht es als Unternehmer schon anders aus.

Die Berufliche Vorsorge (BVG), auch Pensionskasse genannt, gehört zum 3-Säulen-System der Schweiz ist in der Bundesverfassung verankert. Als 2. Säule dient sie der Fortführung des gewohnten Lebensstandards nach der Pensionierung. Grundsätzlich ist die BVG obligatorisch, das Gesetz sieht jedoch einige Ausnahmen vor, insbesondere auch bei Selbständigen. 

Müssen alle Firmen BVG-Beiträge leisten? 

Nein, selbständige Einzelunternehmer sind von dieser Pflicht befreit, können aber freiwillig eine Pensionskassenlösung abschliessen. Bisherige Guthaben dürfen sogar zur Gründung einer Firma ausbezahlt werden. Gründet ein Unternehmer eine AG oder GmbH, so wird er BVG-mässig wie ein Angestellter gehandhabt und ist entsprechend der Einkommensgrenzen BVG-pflichtig. 

Können sich Einzelunternehmer einer Pensionskasse anschliessen? 

Hier wird unterschieden, ob der Firmeninhaber BVG-pflichtiges Personal beschäftigt oder nicht. Wird das Personal bei einer Pensionskasse versichert, so kann sich der Unternehmer der gleichen Kasse anschliessen. Für Unternehmer ohne Personal gibt es diese Option nicht, ihnen steht dann entweder eine Pensionskasse des Berufsverbandes zur Verfügung oder eine Auffangeinrichtung des Bundes. 

Wie wird die Beitragshöhe festgelegt? 

Die BVG-Leistungen werden durch Lohnprämien finanziert. Arbeitgeber müssen mindestens 50% dieser Prämien ihrer Angestellten übernehmen. Die Prämiensätze reichen je nach Alter und Geschlecht (je älter, desto höher) von 7 bis 18% des Einkommens. Je nach Angebot der verschiedenen Pensionskassen besteht ein gewisser Spielraum bei der Höhe der Beiträge auch in Bezug auf den Anteil des Risiko- und Sparanteils. Diese Zusammensetzung gilt dann aber für alle Mitarbeiter im Unternehmen gleichermassen. 

Ab welcher Lohnsumme werden erste Beiträge fällig? Damit eine Person BVG-pflichtig wird, muss Sie einen Minimalverdienst von aktuell CHF 21’060.- (Stand 2013) pro Jahr haben. Der obligatorisch versicherte Verdienst ist auf maximal CHF 83’520.- begrenzt. 

Ausserhalb dieser Bandbreite können Unternehmungen auf freiwilliger Basis Versicherungen für Ihre Angestellten abschliessen. 

Wie finde ich die passende Pensionskasse für meine Firma? 

Die Angebote der Kassen unterscheiden sich vor allem in Bezug auf die Flexibilität bei der Beitragshöhe, zum Teil stark. Zudem lohnt sich ein Blick auf die anfallenden Kommissionen für administrativen Aufwand. Diese können zum Teil massive Unterschiede aufweisen. Lassen Sie sich auf jeden Fall persönlich beraten bevor Sie eine Entscheidung fällen. Es lohnt sich auch mehrere Pensionskassenlösungen zu vergleichen. 

Für Unternehmer und Selbständig-Erwerbende ist es Pflicht, sich ein gewisses Grundwissen zur Pensionskasse anzueignen. Es sollte ihnen ein Anliegen sein für seine Mitarbeiter und für sich die passendste und ideale Vorsorgelösung einzurichten. Nicht selten hängt es von der verfügbaren Pensionskassenlösung ab, ob sich gute Mitarbeiter für ein Unternehmen gewinnen lassen oder nicht.

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