Weiterbildung in Unternehmen: Angebote, Bedürfnisse, Ansprüche

Weiterbildung: So rüsten Sie sich für die Zukunft

Was Sie wissen müssen

Die Digitalisierung verändert nicht nur das benötigte Fachwissen, sondern schafft auch neue Berufsbilder. Doch wie steht es eigentlich in Unternehmen um die Weiterbildung?

Wissen Sie, was morgen von Ihnen verlangt wird? Kaum eine Berufsgruppe kommt heute noch ohne Weiterbildung aus. Eine neue Sprache erlernen oder sich Softwarekenntnisse aneignen – regelmässige Fortbildung gilt als Voraussetzung, um sich im Job weiterzuentwickeln und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Das gilt umso mehr im Zeitalter der Digitalisierung, die Prozesse und Abläufe grundlegend verändert.

Ein rares Gut

Anspruch und Wirklichkeit klaffen aber auseinander. In einer Umfrage des Arbeitnehmer-Dachverbands Travailsuisse von Ende 2016 klagte fast die Hälfte der Angestellten, ihre Arbeitgeber würden die Weiterbildung gar nicht oder zu wenig fördern. Seither ist das Weiterbildungsgesetz in Kraft getreten, das von den Arbeitgebern verlangt, die Weiterbildung der Mitarbeitenden zu begünstigen.

Ein Recht auf Weiterbildung können Angestellte freilich daraus nicht ableiten. Nur wenn es sich um eine Weiterbildung handelt, die zur Ausübung des Berufes notwendig ist – etwa das Erlernen einer bestimmten Software –, muss der Arbeitgeber dafür aufkommen. Laut Bundesamt für Statistik wendeten Unternehmer im Jahr 2014 durchschnittlich 0,8 Prozent der Personalausgaben für Weiterbildung ihrer Angestellten auf, was pro Kopf knapp 600 Franken entspricht. Bildungsexperten raten Arbeitgebern und Arbeitnehmern, mindestens einmal im Jahr eine Standortbestimmung zum Weiterbildungsbedarf vorzunehmen.

Digitales Know-how erwerben

Egal ob Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb – vielfältige digitale Fähigkeiten sind gefragter denn je. Aktuelle Themen sind beispielsweise Online- und Unternehmensanwendungen, der Einsatz von Social Media oder Online-Marketing. «Die Chefs gehören als erste auf die Schulbank», mahnt Ronald Schenkel vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB). Die digitale Weiterbildung müsse zu einer zentralen Aufgabe der Unternehmensführung werden.

Einen Überblick über das Angebot liefert Education Digital, eine nicht kommerzielle Plattform, die einen Überblick über digitale Aus- und Weiterbildungen bietet. Lanciert wurde sie von der Standortinitiative Digitalswitzerland. Vom Erlernen des Zehn-Finger-Systems über Fertigkeiten der Tabellenkalkulation bis zu Grundlagen der YouTube-Werbung: Angestellte und Chefs können hier nach geeigneten Aus- und Weiterbildungskursen von über 40 Anbietern suchen. «Mach dich bereit für die digitale Zukunft!» ruft Geschäftsführer Nicolas Bürer alle Mitarbeitenden in den KMU auf – gerade sie seien wichtige Innovationstreiber für die Schweizer Wirtschaft.

Dauerbrenner Betriebswirtschaft

Neben technologischem Know-how ist auch der Erwerb von business-relevanten Fähigkeiten wie Finanzmanagement oder Leadership ein Gebot der Stunde. Die ersten Adressen dafür sind die drei grossen Fachhochschulen Nordwestschweiz (FHNW), Zentralschweiz (HSLU) und Zürich (ZHAW) sowie die Universität St. Gallen (HSG) und die Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ).

Das Angebot reicht von Kursen und Seminaren bis zu CAS-, DAS- und MAS-Lehrgängen, welche in der Regel einen akademischen oder gleichwertigen Abschluss voraussetzen. Die Programme zeichnen sich durch Praxisnähe aus und spiegeln auch die zunehmende Spezialisierung des Arbeitsmarkts.

Es ist nicht einfach, sich in der Fülle des Angebots schlau zu machen. Darum empfiehlt es sich, strukturiert vorzugehen und sich an diese kurze Wegleitung zu halten:

  1. Standortbestimmung: Welches Wissen fehlt mir?
  2. Ziel: Was möchte ich erreichen und wie viel Zeit und Geld will ich dafür aufwenden?
  3. Angebot: Welche Weiterbildung entspricht meinen Bedürfnissen?

 

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