Mobile- und Sharing-Wirtschaft

Die Trends im E-Commerce 2014: Yes we share!

Denken Sie auch noch in den Kategorien «Marketing» und «Online-Marketing»? Das wird sich ändern. Der E-Commerce steht vor vielschichtigen Herausforderungen. Das Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind nur zwei Schlagworte dazu.

Verschiebt die Geschäftsmodelle: Website der Taxi-Plattform Uber

Eigentlich ist es kein Trend mehr, sondern längst Realität: Immer mehr Kunden kaufen via Tablet oder Smartphone ein. Eine Untersuchung in Deutschland (Zanox Mobile Performance Barometer) zeigt dabei eine interessante Nuance: Im Schnitt belaufen sich die Bestellungen via iPad auf durchschnittlich 82 Euro, während  Nutzer anderer Tablets weniger spendabel sind: Bei ihnen liegt der Bestellwert bei 74 Euro.

Es ist also für Händler essenziell, die Nutzerzahlen genau zu analysieren. Je nach Kundengruppe sind dann unterschiedliche mobile Lösungen gefragt, zugeschnitten auf die jeweiligen Geräte.

Mobile, Sharing, Cross-Channel

Bei den Geschäftsmodellen wachsen Sharing-Modelle aus den Kinderschuhen und werden erwachsen. Auf internationaler Ebene macht die Plattform Airbnb den Hotels und Tourismusorganisationen das Leben schwer, da sie private Übernachtungsmöglichkeiten leicht zugänglich macht. Ähnlich revolutionär positioniert sich Uber für den privaten Personentransport. Auch in der Schweiz treten Sharing-Plattformen in den Markt ein, zum Beispiel Parkit.ch. Hier können Personen oder Unternehmen mit ungenutzten Parkflächen diese der Allgemeinheit anbieten.

Es bleibt die Frage: Wie verschieben sich die Geschäftsmodelle im Bereich Onlinehandel? Ein Trend zeichnet sich bei den B2C-Händlern ab, die verstärkt auch in das B2B-Geschäft einsteigen.

Ebenfalls bereits Realität ist die Erwartungshaltung der Kunden bei Cross-Channel-Angeboten: Sie ist anspruchsvoll. Deshalb setzen stationäre Händler vermehrt auf kanalübergreifende Konzepte, oder es experimentieren reine Onlinehändler mit stationären Storekonzepten.

3C-Trend: Content, Community, Commerce

In den meisten Unternehmen denkt man noch in den Kategorien «Marketing» und «Online-Marketing». Dies wird sich ändern müssen. Marketing ohne online geht nicht mehr, und der nächste Schritt ist die Integration des Onlineverkaufs. Je enger diese Bereiche zusammenarbeiten beim Erstellen von Inhalten, bei der Nutzung von Kundenfeedbacks, beim Auswerten von Keyword-Relevanz oder bei der Optimierung des Sortiments und der Preisgestaltung, desto grösser ist der Druck auf ein systematisches Datenmanagement.

F-Commerce, der Verkauf über Facebook, ist da nur ein Etappenziel. Wobei dieser Part oft missverstanden wird, da Facebook die Plattform ist, auf der das Unternehmen mit Bewertungen, Empfehlungen, Kompetenz und Vertrauen punktet.

Der Knackpunkt ist die Logistik

Die zunehmende virtuelle Vernetzung, die innovativen Geschäftsmodelle und die feinmaschigen Auswertungsmöglichkeiten des Klickverhaltens schreiten voran. Die Onlinehändler kämpfen aber häufig noch mit sehr realen Problemen. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Logistik.

Da immer mehr Kunden online einkaufen, müssen Onlinehändler immer mehr Ware lagern, verschicken und zurücknehmen. Parallel zu den Mengen steigen die Ansprüche der Onlineshopper an Geschwindigkeit und Bequemlichkeit der Lieferung: Viele Kunden legen inzwischen Wert darauf, zwischen verschiedenen Lieferoptionen auswählen zu können. Hinzu kommt das Multi-Channeling, das von den Händlern viel Flexibilität in der Kommissionierung und beim Retourenmanagement verlangt. Aufgrund dieser Herausforderungen werden sich die Automatisierung und das Outsourcing der Logistik – wie es zum Beispiel die Post Logistik anbietet – immer mehr durchsetzen.

Gesucht: Klare Zielsetzung

Für Unternehmen wird es wichtig, den Onlinehandel im eigenen Businessmodell strategisch zu positionieren und die Prozesse zu professionalisieren. Grundlegend hierfür sind eine klare Zielsetzung, die Einbeziehung von digitalen Entwicklungen und ein von Anfang an durchdachtes Datenmanagement. Mit diesen drei Eckpfeilern ist man für die Zukunft im E-Commerce gut aufgestellt.


Martina Dalla Vecchia

Prof. Martina Dalla Vecchia ist Dozentin am Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Sie leitet Zertifikatslehrgänge zu den Themen Online-Marketing und Business-Networking in Basel. Ihr Fokus: Erfolg im Internet.


 

Jetzt lesen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.