Website planen, betreiben und optimieren in drei Etappen

Checkliste: Planen, umsetzen und vermarkten

In drei Etappen zur professionellen Website

Ein professioneller Web-Auftritt ist für ein Unternehmen heute unverzichtbar. Gehen Sie die Umsetzung oder Überarbeitung der Website zielgerichtet an, stimmt auch das Resultat. Diese Checklisten zeigen Ihnen, worauf es ankommt und helfen Ihnen bei den drei Etappen von der Planung über die Umsetzung bis zur Vermarktung der Website.

Das Web ist die erste Anlaufstelle für bestehende und potenzielle Kunden. Sie wollen sich online über Angebote und Preise informieren und – je nach Art des Geschäfts – einkaufen. Das geschieht nicht nur am Computer, sondern auch mobil übers Smartphone oder Tablet.

Dieser Artikel liefert Ihnen die Grundlagen, auf die es beim Aufbau eines Web-Auftritts oder bei dessen Überarbeitung ankommt. In der zweiten und dritten Etappe erfahren Sie, wie Sie die Website (auf Deutsch ist auch der Ausdruck «Webseite» gebräuchlich) optimieren und bewerben, damit Sie von den Kunden auch gefunden werden.

Hier gelangen Sie direkt zu den einzelnen Etappen:

Erste Etappe: Website planen und umsetzen

Bevor Sie sich überhaupt an den Computer setzen und mit der Umsetzung Ihrer Ideen beginnen, nehmen Sie ein Blatt Papier hervor. In einem Brainstorming – am besten im Team – schreiben Sie alles nieder, was Ihnen zum geplanten Web-Auftritt durch den Kopf geht. Dieses Papier dient als Grundlage für spätere Besprechungen und fürs Konzept, das Struktur, Inhalt und Gestaltung der Website beschreibt. Die folgenden Checklisten helfen beim inhaltlichen Aufbau.

1.     Struktur definieren

Die Struktur beschreibt den grundlegenden Aufbau, also die einzelnen Seiten und die dazu gehörenden Inhalte. Stellen Sie sich folgende Fragen, um eine geeignete Struktur zu erarbeiten:

  • Welche Informationen sollen Besucherinnen und Besucher finden? Planen Sie beispielsweise Seiten für Angebot, Produkteinformationen und Dienstleistungen, Referenzen, Neuerungen, Kataloge, Bestellformulare etc. ein.
  • Versetzen Sie sich in die Lage eines Besuchers: Was erwartet und sucht er?
  • Wichtige Angaben wie Kontaktinformationen (E-Mail-Adresse), Postadresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer gehören auf die Startseite! Sie können solche Informationen allenfalls in einer Fusszeile auf jeder Seite wiederholen.
  • Hinter jedem KMU stehen Menschen. Stellen Sie auf einer eigenen Seite das Team oder die Geschäftsleitung vor, mit Foto und allenfalls inklusive Kontaktangaben wie E-Mail und Telefon.
  • Planen Sie ein Impressum ein.

2. Inhalte vorbereiten

Welche Informationen verfügen Sie bereits über Ihr Unternehmen? Existieren Texte, Fotos, Illustrationen oder Videos? Wenn Sie die Struktur der Website skizziert haben, hilft Ihnen diese Checkliste bei der Zusammenstellung der Inhalte und bei den nächsten Schritten:

  • Liegt das Firmenlogo in einer für den Web-Auftritt tauglichen Form vor, beispielsweise im PNG-Format mit transparentem Hintergrund?
  • Verfügen Sie über ein aussagekräftiges Titelbild für die Startseite, in dem sich die Tätigkeiten Ihres Unternehmens auf einen Blick erschliessen? Ein solches Foto zeigt beispielsweise das Ladenlokal, Mitarbeiter im Einsatz oder eine typische Arbeitsszene. Wenn Sie hierzu viele gute Fotos besitzen, bietet sich eine Bildergalerie als Titelbild an.
  • Sind die Texte für die Startseite, die Produktebeschreibungen etc. bereits vorhanden, beispielsweise in einem Prospekt?
  • Sind die vorhandenen Texte noch aktuell, oder müssen sie überarbeitet werden?
  • Benötigen Sie zusätzliche Texte, Fotos und Videos für die Website? Wer ist dafür zuständig?
  • Videos sind ein guter Blickfang und erhöhen die Aufmerksamkeit der Besucher. Gibt es bereits Filmmaterial, oder muss dieses noch erstellt werden? Lohnt sich der Aufwand überhaupt?
  • Wer kümmert sich um regelmässige Beiträge für den firmeneigenen Blog auf der Website?
  • Gibt es auf den relevanten Seiten einen «Call to Action», also einen Aufruf an die Besucher, aktiv zu werden («Bestellen Sie jetzt!», «Kontaktieren Sie uns!»)?

 3. Umsetzung

Wenn Struktur und Inhalte definiert sind, geht es an die Umsetzung. Sie umfasst sowohl die grafische Gestaltung als auch die technische Realisation.

  • Wer ist zuständig für die grafische Gestaltung? Gibt es im Unternehmen Grafiker und Webdesigner, oder wird dieser Auftrag extern vergeben?
  • Besitzt Ihr KMU eine Hausschrift, und wie kann diese für die Website verwendet werden?
  • Ist sichergestellt, dass der Web-Auftritt auch auf mobilen Geräten (Tablets, Smartphones) gut ausschaut, beispielsweise dank responsive Design, das das Layout automatisch für die jeweilige Bildschirmgrösse optimiert?
  • Wie soll die technische Umsetzung erfolgen? Wenn Sie einen geeigneten «Web-Baukasten» wie etwa das HomepageTool von Swisscom oder ein CMS (Content Management System) suchen, finden Sie weitere Informationen zur Umsetzung in diesem Artikel.
  • Woher erhalten Sie ein Sicherheitszertifikat, um den Zugriff auf Ihre Website zu verschlüsseln? Diese Arbeit nimmt Ihnen oftmals der Provider ab, indem Sie über die Verwaltung Ihres Hostings bequem ein Zertifikat bestellen können.
  • Wer in Ihrem KMU kümmert sich um die Pflege der Inhalte (Texte und Bilder aktualisieren, Tippfehler und falsche Links korrigieren etc.)? Ein einfach zu bedienender Web-Baukasten ist hier empfehlenswert, um den Aufwand möglichst gering zu halten.

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Zweite Etappe: Optimierung der Website

Ein Web-Auftritt ist nichts Statisches, sondern erfordert immer wieder Anpassungen, um den Ansprüchen der Besucherinnen und Besucher nach aktuellen Informationen gerecht zu werden. Es gibt zwei Hilfsmittel, mit denen Sie herausfinden, welche Bereiche ihre Besucher auswählen und wie sie sich auf der Website bewegen. Für ersteres dient die Analyse der Seitenaufrufe, für zweiteres müssen Sie zu Usability-Tests greifen – die sie in einfacher Form auch ohne tiefschürfende Fachkenntnisse durchführen können.

 1. Usability (Bedienerfreundlichkeit)

Weiterführende Usability-Tests

  • Machen Sie A/B-Tests mit Ihren Kunden: Zeigen Sie Ihnen zwei Gestaltungsvarianten und fragen Sie sie, welche besser gefällt.
  • Führen Sie einen automatisierten Test durch, beispielsweise über die englischsprachige Seite Usertesting.com. Einen guten Überblick über verschiedene Testmethoden liefert die Website «Onlinemarketing-Praxis».
  • Interessant ist auch der «Fünfsekundentest» des UsabilityHub. Er befragt Menschen, was ihnen nach fünf Sekunden in Erinnerung geblieben ist und hilft, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen und vor allem zu gestalten.
  • Kaufen Sie ein Buch zum Thema, beispielsweise das deutschsprachige, humorvoll geschriebene «Don’t make me think! – Das intuitive Web».

Wie oft haben Sie sich bei einem Gerät oder einer Software schon darüber aufgeregt, dass die Bedienung nicht selbsterklären und intuitiv war? Die Bedienerfreundlichkeit oder neudeutsch Usability hat grossen Einfluss darauf, ob sich Besucher auf Ihrer Website «wohlfühlen» und auch verweilen. Zur Usability gehört zum einen die Logik (finde ich eine Information dort, wo ich sie vermute?), zum anderen die grafische Gestaltung.

Usability-Tests sollten Sie bereits bei der Gestaltung Ihrer Websites durchführen. Die folgenden Methoden helfen Ihnen dabei:

  • Testen Sie mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Website, sowohl am Computer als auch auf dem Smartphone. Halten Sie fest, was gefällt und was nicht. Aufgrund dieses Feedbacks können Sie Ihren Web-Auftritt anpassen.
  • Fragen Sie gute Kunden, was ihnen am Web-Auftritt gefällt und was nicht. Lassen Sie deren Feedback ebenfalls in die Anpassung einfliessen.

Wenn Sie sich in die Tiefen der Usability-Tests einarbeiten möchten, können Sie weitere Verfahren anwenden. Getreu dem Pareto-Prinzip (80/20-Regel) sollten aber die obigen Schritte bereits zielführend genug sein.

2. Analyse

Besucher Ihrer Website hinterlassen Spuren. Jeder Seitenaufruf wird aufgezeichnet. Diese Informationen helfen, das Besucherverhalten nachzuvollziehen: Wie viele Besucher? Welches sind die beliebtesten Seiten? Wie lange ist ein Besucher auf einer Seite geblieben? Wo sind die Besucher wieder ausgestiegen?

Für solche Auswertungen benötigen Sie ein Analyse-Tool. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Google Analytics: Dieses Tool ist kostenlos und recht einfach in den Web-Auftritt zu integrieren. Allerdings werden die Besucherdaten (die IP-Adressen) auf Google-Servern in den USA gespeichert. Wenn Sie in einem besonders sensiblen Bereich tätig sind, sollten Sie abwägen, ob dies aus Datenschutzgründen tragbar ist.

Analyse-Werkzeug des Providers: Manchmal bietet auch der Hosting-Anbieter ein Analyse-Tool. Dieses läuft dann im Rechenzentrum des Anbieters, was bei Schweizer Providern datenschutztechnisch bedenkenlos ist. Einige CMS und Web-Baukästen integrieren die Analysewerkzeuge direkt. Wenn Sie über das technische Verständnis verfügen, können Sie auch selbst ein Tool wie das kostenlose Piwik einrichten.

3. Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Sie sollten Ihre Website so aufbauen, dass sie via Google gut gefunden wird. Wenn Sie ein Malergeschäft in Zürich betreiben, sollte bei Suchanfragen nach «Maler Zürich» oder «Wohnung streichen günstig» Ihre Website möglichst weit oben in der Trefferliste erscheinen. Diese Suchmaschinenoptimierung oder abgekürzt SEO (Search Engine Optimization) ist sozusagen der heilige Gral der Website-Optimierung.

SEO hat den Vorteil, dass Sie keine Werbegelder investieren müssen. Gratis ist eine hohe Relevanz bei Google und Co. trotzdem nicht zu haben: Es braucht Zeit und Erfahrung, um einen Web-Auftritt zu optimieren. Auch, weil sich die Google-Suchmaschine weiterentwickelt. Generell gilt: Wenn Sie Ihre Website für Menschen optimieren, stehen Sie auch SEO-technisch gut da.

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Dritte Etappe: Online-Marketing für die Website

Mit SEO haben Sie einen wichtigen Schritt getan, damit Ihre Website auf Google gefunden wird. Doch damit sprechen Sie erst diejenigen potenziellen Kunden an, die bereits auf der Suche nach Ihren Angeboten sind. Wenn Sie Ihre Leistungen bekanntmachen wollen, sollten Sie sie aktiv vermarkten, und zwar auf verschiedenen Kanälen. Zentral sind dabei soziale Netzwerke: Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung nutzt Facebook, und für geschäftliche Kontakte helfen Ihnen Xing und LinkedIn. Die folgende Liste führt Massnahmen auf, die Sie ins Auge fassen sollten – nach Priorität geordnet:

Kostenloser Firmeneintrag bei Google

Mit einem kostenlosen Eintrag auf Google My Business werden Sie in allen Google-Diensten verzeichnet, insbesondere auch auf Google Maps. Damit sprechen Sie mögliche Kunden an, die in der Nähe Ihres Standortes suchen. Als Schweizer Unternehmen sollten Sie zudem Ihre Firma auf local.ch eintragen.

Social Media: Facebook-Seite, LinkedIn-Auftritt etc.

Mit einer Firmenpräsenz sprechen Sie die Nutzerinnen und Nutzer dieser sozialen Netzwerke an, können «Fangemeinschaften» aufbauen und Informationen vermitteln. Doch welche dieser Kanäle lohnen sich für Ihr Unternehmen? Tipps zur Social-Media-Nutzung haben wir in einem Leitfaden zusammengestellt.

Facebook-Werbung und Search Engine Advertising (SEA)

Mit Anzeigen auf Facebook können Sie aufgrund der grossen Nutzerzahl und der zielgerichteten Ausstrahlung sehr genau die gewünschte Kundschaft erreichen. Beispielsweise können Sie Ihre Werbung nur denjenigen Nutzern anzeigen lassen, die in Ihrer Region wohnen und älter als 30 Jahre sind.

Mit Google AdWords schalten Sie Werbebanner bei den Resultaten der Suchmaschine (SEA, Search Engine Advertising). Die Werbung wird nur ausgespielt, wenn nach den Stichworten gesucht wird, die Sie für Ihre «Kleinanzeige» festgelegt haben. Die spärlichen Plätze werden zudem nach einem Auktionsverfahren vergeben: Wer am meisten bezahlt, dessen Werbung wird angezeigt.

Um wirksam auf Facebook und mit SEA zu werben, sollten Sie sich überlegen, mit einer spezialisierten Online-Marketing-Agentur zusammenzuarbeiten.

Schritt um Schritt zur Website

Der Weg zur eigenen, professionellen Website bedeutet Arbeit und oft auch Kosten. Gerade bei umfangreichen Projekten ist es sinnvoll, schrittweise vorzugehen. Beispielsweise, indem Sie zuerst Informationsseiten aufschalten und den Produktekatalog oder Online-Shop in einem zweiten Schritt. Wenn Sie zielgerichtet vorgehen, wird sich auch der Aufwand lohnen – und Sie landen hoffentlich mehr als einen Etappensieg.

 

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2 Kommentare zu “In drei Etappen zur professionellen Website

  1. Der Text gibt im wesentlichen die wichtigsten Punkt für eine tiefergehende Recherche rund um das Thema Online Marketing wieder. Das Thema ist insgesamt sehr komplex und kaum in einem Artikel zu behandeln. Dennoch fehlt hier in meinen Augen ein Aspekt der nur ganz kurz angerissen wird. Das sind die Nutezrsignale die maßgeblich von der Usability abhängen. Diese Signale haben mittlerweile auch einen starken Einfluss auf die Position in den Suchergebnissen. Ein maßgeblicher Faktor ist hier die Ladezeit der Webseite. Da Sie entscheidet ob überhaupt weitere Interaktion auf einer Webseite stattfindet. Wie man diese gezielt optimieren kann, gibt es hier https://www.onlinesolutionsgroup.de/blog/ladezeiten-richtig-optimieren/
    Generell liefert eine gute technische Basis und gute Grundlage für eine erfolgreiche Webseite. Dieser Aspekt muss bei Schritt 1 unbedingt beachtet werden.