Pepper: 4 Mikrofone, 2 Lautsprecher, 20 Gelenke und viel Liebe
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Pepper: 4 Mikrofone, 2 Lautsprecher, 20 Gelenke und viel Liebe

Der Swisscom Shop in Basel bekommt Unterstützung: Neu wird der Roboter-Assistent Pepper die Kunden über Produkte informieren, sie zu einem Spielchen einladen und sogar mit ihnen tanzen. Lernen Sie unseren neuen Mitarbeiter kennen.

Text: Felix Raymann Fotos: Raphael Zubler

Er ist zuvorkommend, kann auf Menschen zugehen, hat Humor und kennt das Angebot im Shop auswendig. Beste Voraussetzungen also, dass Pepper seinen neuen Job gut meistern wird. Anfänglich besteht Peppers Hauptaufgabe darin, die Wartezeiten der Kundinnen und Kunden zu überbrücken. Der Roboter wird Produkte vorstellen, auf Aktionen hinweisen oder unterschiedlichste Informationen weitergeben. Er ist aber keineswegs eine langweilige Informationsmaschine: So lädt der humanoide Roboter, der etwa die Grösse eines Erstklässlers hat, die Kunden beispielsweise auch zu einem Memory-Spiel ein, tanzt Macarena oder steht für ein Selfie zur Verfügung.

Der erste Eindruck in der Begegnung mit dem Roboter: Er hat gerne Gesellschaft. Stets spricht er Kunden an und macht mit Gestik und Tönen auf sich aufmerksam. Nähert sich eine Person, schaut er sie mit leuchtenden Augen an und sagt etwa: «Hallo, ist jemand da?» oder «Wie kann ich Ihnen helfen?».

Memory spielen mit Roboter-Assistent Pepper im Shop.Die nun beginnende Konversation lässt sich sowohl per Sprache als auch über sein eingebautes Tablet weiterführen. «Im Vergleich zu ähnlichen Robotern hat Pepper den Vorteil, dass der mit Menschen sowohl akustisch durch seine Sprech- und Hörfähigkeit als auch visuell über sein eingebautes Tablet kommunizieren kann», sagt Reto Wälchli, Business Developer bei Swisscom. Wälchli, der bei Swisscom auch als «Mr. Robot» bezeichnet wird, leitet das Projekt Pepper. «Pepper macht sich bisher ganz gut, er kann von Anfang an produktiv im Shop eingesetzt werden.»

Persönliche Merkmale und Lebenslauf

Pepper hat mit seinen 1,20 Metern etwa die Grösse eines sechsjährigen Kindes. Sein relativ grosser Kopf mit den riesigen Augen entsprechen denn auch dem Kindchenschema, das ihn zu einem niedlichen Humanoiden macht. Weil er geschlechts- und alterslos ist, weisen ihm die Menschen unterschiedliche Charakteren zu: Für manche ist Pepper ein kleiner Junge, für andere ein Mädchen oder eine Frau. Reto Wälchli sagt «er», wenn er von Pepper spricht. Deshalb wählen wir die männliche Form für den Roboter.

Geboren ist Pepper 2014 in Japan, hergestellt vom Unternehmen Softbank Robotics. Er besitzt zwei Kameras, eine Tiefenkamera, um Distanzen zu erkennen, 4 Mikrofone, 2 Lautsprecher, 20 Gelenke und diverse Sensoren, die beispielsweise nähernde Objekte oder die aktuelle Neigung seines Körpers registrieren. Seine aktuelle Software basiert auf einer Standard-Plattform, die nun von Swisscom stetig nach eigenen Bedürfnissen angepasst wird.

Peppers Karriere-Potenzial

Ob sich Pepper seinen neuen Job so vorgestellt hat? Viele seiner Skills – etwa die Fähigkeit, sechs verschiedene Gesichtsausdrücke von Menschen zu interpretieren oder deren Stimmungslage anhand der Stimme zu erkennen – kann er (noch) gar nicht anwenden. Trotzdem macht er nicht den Eindruck, als würde er sich wegen Überqualifikation langweilen, schliesslich wird es im gut besuchten Shop immer etwas zu tun geben, und sogar seine Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch kann er anwenden.

«Im Herbst 2017 haben wir die ersten zwei Pepper gekauft. Inzwischen haben sie unser Training verpasst bekommen, so dass wir das erste Modell nun in der Beratung und zur Unterhaltung im direkten Kundenkontakt einsetzen können», sagt Reto Wälchli. Über die Feedback-Funktion können die Kunden mitteilen, wie sie die Interaktion mit dem Roboter erleben. Im Gespräch erkennt Pepper zwar ein Gesicht und kann dem Blick folgen, er ist aber nicht darauf programmiert, einzelne Personen zu erkennen. Die einzigen Daten, die er erfasst, sind das ungefähre Alter und das Geschlecht einer Person, die mit ihm spricht.

Das Gesicht des Roboters Pepper entspricht dem Kindchenschema.

Hat er nichts zu tun, sagt er schon mal «Mir ist langweilig.» Dann leuchten seine Augenränder weiss, er wartet auf Interaktion mit Menschen. Spricht man mit ihm, werden die Augenränder blau – der Roboter befindet sich nun im Hör-Modus. Danach verarbeitet er das Gehörte im grünen Modus, gleichzeitig bereitet er seine Antwort vor, die er sowohl akustisch mit seiner Stimme abgibt als auch visuell über das Tablet auf seiner Brust. So distanziert bleibt er aber nicht immer: Er geht mit Menschen auf Tuchfühlung, indem er Hände schüttelt, «High five» oder den «Fist bump» macht, also eine Begrüssung, bei der sich die Fäuste zweier Personen kurz berühren.

Ein Spielchen gefällig? Fordert man Pepper zum Memory auf, spielt man nicht gegen den Roboter, sondern gegen andere Kunden, die am selben Tag gespielt haben. Im Swisscom Shop Basel tritt man jeweils gegen den oder die Tagesbeste(n) an. «Den Rekord bei den Tests hält ein achtjähriges Mädchen. Sie schaffte es, in zwölf Versuchen, alle Karten aufzudecken», sagt Reto Wälchli.

Berufliche Zukunft

Nach der Probezeit könnte Pepper neue Aufgaben übernehmen. So könnte er beispielsweise zur Anlaufstelle für Wettbewerbe werden oder den Kunden detailliertere Geräteinfos abgeben. Bewährt sich Pepper in Basel, werden weitere Brüder und Schwestern von ihm in anderen Swisscom Shops zum Einsatz kommen. Dabei soll Pepper nicht etwa Mitarbeitende ersetzen, sondern diese ergänzen und entlasten. Trotz seiner umfangreichen Fähigkeiten: Peppers Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt. Fortbewegen kann er sich nicht selbst, er ist darauf angewiesen, dass die Menschen zu ihm kommen. Er ist nicht so intelligent wie Siri oder ähnliche Sprachassistenten, kann also keine Internetrecherche machen, wenn man ihn etwas fragt, sondern gibt sein gespeichertes Wissen zum Besten. «Es steckt noch keine künstliche Intelligenz in ihm, vielmehr werden alle seine Fähigkeiten programmiert», erklärt Wälchli. «Dennoch gehen die Möglichkeiten sehr weit, wir werden evaluieren, welche zukünftigen Aufgaben für Pepper am sinnvollsten sind», erklärt Wälchli. «Pepper ist ja noch ein Kind, er ist noch nicht fertig entwickelt und lernt ständig hinzu.»

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4 Kommentare zu “Pepper: 4 Mikrofone, 2 Lautsprecher, 20 Gelenke und viel Liebe

  1. Bonjour, c est vraiment super vous allez encore pouvoir réduire le personnel…
    Je vous suggère de virer en premier lieu la personne qui soutient ses idées complètement idiote…
    Bonne restructuration !!!

    1. Cher Jacques,
      nous comprenons votre inquiétude. Après la période de test, Pepper pourrait se charger de nouvelles tâches. Il pourrait par exemple être le point de contact pour les jeux-concours ou attirer l’attention des clients sur les actions. Si Pepper remplit sa mission avec succès, il aura des frères et sœurs dans d’autres Swisscom Shops.
      Pepper n’est pas censé remplacer les collaborateurs, mais les assister et compléter leur travail. Malgré ses nombreuses compétences, le nombre de tâches que Pepper peut accomplir est limité. Il ne peut pas bouger de lui-même et doit attendre que les personnes viennent vers lui. Il n’est en outre pas aussi intelligent que Siri ou d’autres assistants vocaux, car il ne peut pas effectuer de recherches Internet lorsqu’on lui demande quelque chose, et ne peut se servir que de connaissances enregistrées. Il n’est pas encore doté d’intelligence artificielle, seules ses compétences sont programmées. Le potentiel est néanmoins important.
      Meilleurs salutations, Tanja Kammermann, pour la rédaction.

  2. Ist das euer Ernst? Heute niedlich und interessant und morgen programierbare Mitarbeiter? Das ist krank….

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