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Zehn zukunftsprägende Technologien

Laurent Seematter (Text), Teo Karras, Nvidia, Progressive Growing of GANs (Foto aus YouTube), 23. März 2018

1. 3D-Drucker für Metallobjekte

Bis anhin wurden 3D-Drucker hauptsächlich für die Erstellung von Prototypen aus Plastik benutzt. Dank neuen technologischen Entwicklungen sind diese Geräte jetzt auch in der Lage, Metallobjekte zu kreieren. General Electrics setzt solche Drucker schon für die Herstellung von Flugzeugsturbinenkomponenten wie zum Beispiel Kraftstoffspritzdüsen ein.

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3D-Metalldrucker in Betrieb. Video: YouTube

2. Künstliche Embryonen

Einem Forschungsteam der Universität Cambridge im Vereinigten Königtum gelang es, Mäuseembryonen lediglich aus Stammzellen hervorzubringen, ohne auf Ei- oder Spermazellen zurückzugreifen. Obschon dieses neue Verfahren die Forschung über die Entstehung des Lebens erleichtern mag, wirft sie zahlreiche ethische Fragen auf – im Besonderen, wenn sie an menschlichen Embryonen angewendet würde.

3. Vernetzte Stadt

Das neue Stadtviertel Quayside in Toronto wird mit Sensoren ausgestattet, welche die Luftqualität, den Lärmpegel und die menschliche Aktivität messen. In diesem futuristischen Stadtteil darf man sich nur zu Fuss oder mit autonomen Fahrzeugen bewegen. Im Untergrund sorgt ein Tunnelnetz für den automatischen Post- und Gütertransport. Auch in der Schweiz nimmt das unterirdische Logistikprojekt Cargo sous terrain (CST) langsam Form an.

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Wie funktioniert Cargo sous terrain? Video: YouTube

4. Künstliche Intelligenz für alle

 

Weil die Technologie komplex und aufwendig ist, war künstliche Intelligenz (KI) bis vor kurzem ein Privileg grosser Konzerne wie Amazon, Baidu, Google und Microsoft. Mit der Bereitstellung von KI-Diensten in der Cloud können jetzt aber auch Bereiche wie Medizin, Energie, Industrie und Dienstleistungen profitieren.

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5. Kreative künstliche Intelligenz

Ian Goodfellow, ein Forscher an der Universität Montreal, hatte die geniale Idee, zwei KI-Systeme zusammen arbeiten zu lassen, damit sie voneinander lernen und so eine Art künstliche Fantasie kreieren. Diese kommt zum Beispiel zum Ausdruck durch die Schaffung von neuen Bildern und Klängen. Solch ein System der Firma Nvidia, das zuerst mit den Portraits von Berühmtheiten eingespeist wurde, vermochte es, hunderte von verblüffend realistischen menschlichen Gesichtern zu erfinden.

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KI erfindet hunderte von menschlichen Gesichtern. Video: YouTube

6. Kopfhörer mit Dolmetscherfunktion

Fast wie in einer Science-Fiction-Welt unterstützen die drahtlose Bluetooth-Kopfhörer Pixel Buds in Verbindung mit einem Google Pixel-Smartphone eine Dolmetscherfunktion. Dafür setzen die Kopfhörer auf die Übersetzungs-App Google Translate, deren Leistung, wie es der Test von Storys zeigt, allerdings noch zu wünschen übriglässt.

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7. Verbrennung von Erdgas ohne CO2-Austoss

Weltweit werden 22 Prozent des Stroms in Gaskraftwerken erzeugt. Auch wenn diese Energiequelle sauberer ist als Kohle, stösst sie doch grosse Mengen an Kohlendioxid aus. Um dieses Problem zu lösen, führt die Firma Net Power in Houston (USA) Tests mit einem neuen Kraftwerk-Typus durch, der CO2 abfängt und wiederverwertet.

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So funktioniert ein CO2-freies Gaskraftwerk. Video: YouTube

8. Schutz der Privatsphäre im Internet

Dank einer neuen Verschlüsselungstechnologie lancierte die Fintech-Firma Zcash 2016 eine digitale Währung, mit der die Benutzer Finanztransaktionen erledigen und ihr Alter sowie ihre Zahlungsfähigkeit beweise können, ohne ihre Identität preiszugeben. Öffentliche Blockchain-Systeme wie Bitcoin bieten nicht dieselbe Sicherheitsstufe, denn die Geldüberweisungen sind für alle Benutzer sichtbar.

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9. Genetische Voraussage

Dank der Erbgutanalyse an Millionen von Menschen schreitet die Vorhersage von Krankheiten auf DNA-Basis schnell voran. Da stellt sich die Frage: Erhalten Babys nach der Geburt schon bald eine genetische Identitätskarte? Auch wenn die Daten die Früherkennung und die Prävention der Krankheiten erleichtern, bergen sie auch ein Diskriminierungsrisiko, das ernste ethische Fragen aufwirft.

10. Die Macht der Quantencomputer

Anstatt auf Basis von Bits (1 oder 0) zu rechnen, verarbeitet ein Quantencomputer die Daten mithilfe von Qubits. Diese ermöglichen die Darstellung eines hochkomplexen Quantensystems, das mehrere Werte gleichzeitig aufweisen kann (1 und 0). Obschon sich Quantencomputer erst im Prototyp-Stadium befinden, könnten sie eines Tages Moleküle simulieren und somit dazu beitragen, neue Medikamente und chemische Verbindungen zu erfinden (beispielsweise hochleistungsfähige Elektrolyten für Batterien).

Wie funktioniert ein Quantencomputer? Video: YouTube

Source: MIT List of 10 Breakthrough Technologies

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