Digitalisierung in der Praxis

Digitalisierung: Läuft!

Wer von der Digitalisierung spricht, meint oft die Zukunft. Das ist Quatsch: Schweizer KMU stecken bereits mitten drin im Wandel – und sind gut unterwegs.

Es gleicht nicht selten einer Weissagung, wenn sich Unternehmensberater und Zukunftsforscher zum Einfluss der Digitalisierung auf die Wirtschaft äussern. Sie werde in Zukunft bahnbrechende Möglichkeiten bieten, und ganze Industrien radikal verändern, der Betrieb müsse allerdings gerüstet sein. Die Business-Welt ist sich einig: Wer künftig nicht digital unterwegs ist, hat verloren.

Die Weissagung hat allerdings einen Haken: Die Digitalisierung ist keine Zukunftsmusik, sondern findet schon längst statt. «Industrie 4.0. ist eine Revolution, die bereits seit der Erfindung des Computers im Gange ist», erklärt Thomas Helbling, Dozent für Marketing an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Ob E-Mails an Computer, Tablet oder Handy, GPS im Auto oder der schnelle Zugriff auf Daten auch unterwegs:  Digitale Technologien haben sich längst im Alltag etabliert – und treiben die Digitalisierung im Geschäftsbereich voran: «Auch Geschäftsleute sind Privatpersonen», erklärt Helbling. «Als solche nutzen sie zum Beispiel Smartphones oder Navigationssysteme. Je digitaler Sie sich privat verhalten, desto aktiver initiieren Sie häufig auch den digitalen Wandel in ihrem geschäftlichen Umfeld.»

Digitalisierung läuft auf vollen Touren

Schweizer KMU sind denn auch bereits heute topfit. Zu diesem Schluss kommt der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) in einer Studie zu den Auswirkungen des digitalen Wandels auf das Gewerbe. Die 370 befragten Firmen setzten in den letzten Jahren bereits 1200 Projekte im Bereich Digitalisierung um bzw. sind in der Umsetzung. 58 Prozent sind in KMU angesiedelt. Die Schweizer Wirtschaft nutzt also bereits heute die Vorteile der Digitalisierung. So beispielsweise «Smart Business Connect» von Swisscom, eine virtuelle Telefonanlage für KMU, mit der auch unterwegs über die Festnetznummer telefoniert werden kann – dank entsprechender Handy-App.

Diese Lösung ist beispielhaft für die Stossrichtung der Digitalisierung: Gerade in den Bereichen Prozesse und Infrastruktur nutzen KMU bereits heute die Vorteile der digitalen Transformation wie Flexibilität und Skalierbarkeit intensiv. Das zeigt eine Studie von PwC Schweiz, Google Switzerland und digitalswitzerland, für die 300 Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu deren Digitaliserung befragt wurden. Helbling schätzt den Trend ähnlich ein: «Gewerbebetriebe greifen im Bereich Kommunikation bereits auf digitale Werkzeuge zurück. Interaktive Webseiten gehören schon fast zum Standard.»

Can Olcer ist Mitbegründer und CTO von Battere.
Can Olcer ist Mitbegründer und CTO von Battere.

KMU beschränken sich nicht etwa auf den Gruppenchat in WhatsApp oder simple Mailabfragen mit dem Handy. Sie nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung in Bereichen, für die sie noch vor wenigen Jahren teure Fachleute anstellen mussten, beispielsweise der Buchhaltung. Ein typisches Beispiel ist Battere, ein 2013 gegründetes Startup, das solarbetriebene Handyakkus produziert und diese an Kiosken in und um Zürich zum Verleih anbietet. Battere wickelt seine gesamte Buchhaltung über «Run my Accounts» ab – rein digital mit einem Zugriff via Webbrowser. «Niemand von uns hatte Buchhaltungs-Kenntnisse, andere Software-Lösungen benötigen viel Einarbeitungszeit und sind relativ teuer», erklärt Can Olcer, Mitbegründer und CTO von Battere. «Mit Run My Accounts beschaffen wir uns die nötige Expertise, ohne gleich einen Buchhalter einstellen oder uns selbst damit auseinandersetzen zu müssen.» Und es bleibt nicht bei der Online-Buchhaltung. Laut Olcer arbeitet Battere auch mit diversen anderen digitalen Werkzeugen: Mit Projektmanagement-Tools wie Smartsheet oder Chat-Anwendungen wie Slack. «Alles, was wir digital machen können, machen wir digital», sagt Olcer. Denn vom Potenzial des digitalen Wandels ist er überzeugt: «Digitalisierung bringt bessere Ergebnisse bei kleineren Kosten und grösserer Effizienz.»

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Lohnenswerte Risiken

Doch die komplette Auslagerung von Arbeitsprozessen, wie sie die Digitalisierung ermöglicht, birgt auch Gefahren. Sei es der unberechtigte Zugriff auf Daten oder deren kompletter Verlust: Mit der digitalen Abwicklung von Arbeitsabläufen und Dienstleistungen sind Unternehmen automatisch anfällig für Cyberangriffe. «Risiken gibt es immer, bei der Digitalisierung sind sie einfach anders gelagert und für Laien schwerer einzuschätzen», entgegnet Olcer. «Wer sich in mein Benutzerkonto hackt, hat Zugriff auf meine Lohnbuchhaltung. Doch auch wer mir meinen Büroschlüssel klaut, kommt an meine Ordner heran.»

Man müsse sich der Gefahren der Digitalisierung bewusst sein und sich entsprechend schützen, etwa durch sichere Leitungen oder sichere Passwörter. Olcer sieht es letztlich als Trade-Off: «Das Risiko von Datenverlust und Fremdzugriff ist vielleicht höher. Dafür ist die Effizienz so hoch, dass es sich meiner Meinung nach zehnmal lohnt, auf die Digitalisierung zu setzen.»

Zu diesem Schluss kommt auch Thomas Helbling. Es gebe zwar immer noch Unternehmen, die dem digitalen Wandel skeptisch gegenüberstünden. Doch sieht die Zukunft für diese Unternehmen trübe aus, sollten sie bei ihrer Verweigerungshaltung bleiben: «Die Digitalisierung ist auch für KMU unumgänglich, um konkurrenzfähig zu bleiben.»

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